Frage von Vermoegend,

Wenn künftig die Vermieter den Makler bezahlen müssen, schlägt sich das auf Mietpreis nieder?

Wenn es denn so sein soll, daß Mieter nicht mehr für den Makler bezahlen müssen, hat das nicht zur logischen Konsequenz, dass der Vermieter sich das "unter der Hand" vom Mieter bezahlen lässt, der ja so gern eine neue Wohnung finden will oder daß Vermieter sogar die Miete wieder anheben werden, um sich die Kosten wieder reinzuholen, was denkt ihr?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder,

Da die Mietpreiserhöhungen stark reguliert sind und noch mehr reguliert werden sollen, ist eine Umlage der Maklerkosten auf die Mieter nicht möglich.

Es wird den Maklerberuf schädigen, weil man natürlich als Vermieter nicht unbedingt 2 Monatsmieten zahlen will. Die größeren Gesellschaften werden sich einfach jemanden dafür einstellen.

Als Vermiter von wenigen Wohnungen würde ich vermutlich einen Rentner mit entsprechenden Kenntnissen nehmen und auf 450,- Euro Basis zahlen.

Kommentar von Snooopy155 ,

Womit untermauerst Du die Vermutung, dass der Maklerberuf geschädigt wird? Die Mietsuchenden, die bisher einen Makler beauftragt haben werden dies auch in Zukunft tun und auch weiterhin diesen bezahlen. Und die Vermieter, die jetzt die Maklergebühr selbst zahlen müssen, weil sie einen Makler damit beauftragt haben, können ja die Unkosten steuerlich zum Ansatz bringen - im Gegensatz zu einem Mieter. Nur wird es für jene Makler schwieriger, die sich - weil es den Vermieter ja nichts gekostet hat - dessen Objekt gemakelt haben.

Kommentar von wfwbinder ,

Die meisten Wohnungen die über Makler vermittelt werden, werden nicht durch einen Auftrag des Wohnungssuchenden vermittelt, sondern weil sie über den vom Vermieter beauftragten Makler vermittelt werden. Als ich vor ca. einem Jahr nach einer neuen Wohnung suchte, habe ich von ca. 30 Angeboten in Immoscout nur 4 direkt vom Vermieter bekommen, aber ca. 26 von Maklern, die den Auftrag vom Vermieter hatten, wobei nur bei einer der Makler von dem Vermieter gezahlt worden wäre.

Wenn das nun gesetzlich geregelt wird, dann erwarte ich, das weniger Vermieter die Makler beauftragen werden, auch wenn sie es natürlich steurlich abziehen können, aber der Steuervorteil ist weniger als 50 %, es bedeutet also, dass der Vermieter einen Teil eben trotzdem selbst zahlen muss.

Daher wird der Vermieter kalkulieren, was für ihn die günstigste Möglichkeit ist.

Kommentar von LittleArrow ,

Womit untermauerst Du die Vermutung, dass der Maklerberuf geschädigt wird?

"Geschädigt" ist vielleicht nicht klar genug. M. E. kommt vielmehr (Preis- und Angebots)Druck auf manche Makler, die sich nun bei einem Vermieter für ein Vermittlungsmandat erstmal qualifizieren müssen. Momentan reicht ja häufig schon die reine Wohnungsadressenvermittlung an Mietinteressenten, was ja zu dem politisch nachhaltigen Eindruck der Übervorteilung der Mietinteressenten führte. Dieses "leicht verdiente" Einkommen entfällt künftig. Die Makler werden künftig ihr Geld "sauer verdienen" müssen! Hinzu kommt die Konkurrenz durch die - hier schon andernorts - erwähnten hilfreichen Rentner, die durchweg in der Lage sein sollten, Wohnungsinteressenten die Wohnung zu zeigen und vorzusortieren.

Die Koalitionssteuerexperten haben dieses angedachte Modell vielleicht noch nicht durchdacht und abgesegnet, denn es führt künftig zu gegenläufigen Steuereffekten: Angenommen das bundesweite Maklereinkommen bliebe in diesem Wohnungsvermittlungssektor gleich, dann führt die Abzugsfähigkeit als Werbungskosten beim Vermieter zu einer Verringerung des gesamten Einkommensteueraufkommens. Andererseits können die nunmehr verschonten Mieter die eingesparte Maklerprovision "auf den Kopf hauen", sei es für die neue Wohnungseinrichtung oder für andere konsumptive Zwecke, so dass sich vorwiegend ein positiver MwSt-Effekt mit 19 % ergibt. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass die Mieter in einen Ausgabenstreik treten und das Geld sparen und/oder später im Urlaub außerhalb der BRD ausgeben.

Wenn aber nun der Maklerjob von Rentnern auf € 450-Basis übernommen wird, dann sind die einkommensteuerlichen Konsequenzen auf Bundes- und Landesebene noch viel grausamer, denn bei den Maklern entfällt Einkommen (mit dem Grenzsteuersatz von ca. 40 %) und bei den Rentnern erfolgt eine mickrige Pauschalbesteuerung. Durch diese fehlenden Steuereinnahmen werden letztlich alle Steuerzahler "geschädigt" und müssen (deshalb?) mit einer anderweitigen Steuererhöhung rechnen.

Kommentar von Primus ,

Also richtig durchdacht ein großes Für und Wider!

da heißt es wohl, abwarten wie sich die Lage entwickelt.

Antwort
von Primus,

Mit einem neuen „Paket für bezahlbares Wohnen“ wollen Union und SPD die Mietpreise vor allem in Großstädten bremsen. Allein ihr Plan, dass Vermieter künftig die Makler-Provision übernehmen sollen, entlastet Mieter laut Mieterbund um 1,2 Milliarden Euro.

Die Pläne von Union und SPD zur Übernahme von Maklerkosten durch die Vermieter bedeuten für Mieter eine milliardenschwere Entlastung.

Wenn man den Worten Glauben schenken darf, wäre eine versteckte Mieterhöhung rechtswidrig und demnach nicht durchführbar.

Kommentar von LittleArrow ,

Die Mieterentlastung ist natürlich da und der einzelne Mieter freut sich, dass er sich nun mehr leisten kann. Dies ist nur eine Seite des Paketes.

Welche steuerlichen Konsequenzen dieser Paketplan haben wird, habe ich in der Antwort von wfwbinder versucht zu erklären.

Kommentar von Primus ,

Ok, vielen Dank für den Hinweis.

Kommentar von LittleArrow ,

Und nun könnte man ja mal mit den 1,2 Mrd Euro anfangen zu rechnen.

Diese Zahl sparen natürlich nicht "die Mieter", sondern nur eine (kleine?) Gruppe von ca. 1,5 - 2 Mio Leute davon.

Kommentar von Primus ,

" Die Mieter" hätten sich auch keinen Makler leisten können, sondern eben nur eine (kleine?) Gruppe Also bleibt es wie es ist. Sparen werden die, die sowieso sehr gut betucht sind :-((

Antwort
von BWLfreak,

also ich wäre mir da nicht so sicher, dass im Fall der Fälle die Maklergebühren seitens des Vermieters nicht teilweise auf den Mietpreis umgelegt werden - und wenn er dies indirekt in die Kaltmiete integriert. Es gibt ja einen gewissen Spielraum, soweit eben dieser aufgrund von ohnehin schon grenzwertig hoher Kaltmiete dieser noch nicht voll ausgenutzt ist. Auf die Mietpreisbremse bin ich ja mal gespannt - wenn sie den kommt.

Antwort
von Privatier59,

Das hört man jetzt oft in den Medien, nur eine schlüssige Erklärung dafür gibt es nicht: Allgemeine Mieterhöhungen sind nur bis zur Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig. Da wäre ein weiterer Spielraum nicht gegeben. Bei Neuvermietungen wird heute schon genommen, was der Markt hergibt. Noch mehr zu nehmen gibt der Markt aber dann nicht mehr her und künftig soll in Ballungsräumen ohnehin eine Mietpreisbremse für Neuvermietungen von 10% über der ortsüblichen Vergleichsmiete gelten.

Fazit: Die Erhöhung von Mieten wegen geänderter Kostentragung bei Maklerkosten ist ein reines Phantasieprodukt und zwar von Journalisten erfunden welche sich zutrauen zu Themen zu schreiben von denen sie nicht den Schimmer einer Ahnung haben.

Kommentar von williamsson ,

Gut die Sache getroffen!

Antwort
von Sobeyda,

Nein, es ist ja auch eine Mietpreisbremse geplant! Dann bekommen die wirtschaftlich besser gestellten die Mietwohnung deutlich günstiger und die mit weniger Einkommen finden nach wie vor keine Bleibe.

Kommentar von wfwbinder ,

Muss wohl lauten: "...keine Bleibe in der gewünschten Gegend"

In Berlin gibt es für einzelne Wohnangebote nicht nur günstige Mieten, obwohl frisch renoviert, sondern auch noch das Angebot mietfreie Monate zu bekommen, oder eine Woche Ibiza.

Kommentar von Primus ,

Bei uns in NRW bekommt man zur frisch renovierten Wohnung, die über neue Fußböden, Badezimmer usw. verfügt, noch Gutscheine im Wert von 300 € von irgendwelchen Baumärkten - wenn man sich entschließt, die Wohnung zu nehmen.

Kommentar von wfwbinder ,

In allen Wohnlagen? Kann ich mir nicht ganz vorstellen.

Kommentar von Primus ,

In allen Wohnlagen wohl nicht, aber das Ruhrgebiet hat noch viiiel Platz ;-))

Antwort
von obelix,

das ist zu vermuten, aber ist letztendlich die Frage, ob die Miete damit signifikant erhöht werden kann. Die Politik plant weitere Regularien, um die Mietenerhöhungen zu bremsen. Und in Ballungsräumen sind meiner Meinung nach die Mieten so angespannt, die Erhöhungen bei Neuvermietungen sind so ausgereizt, dass der Markt auf Dauer sich das nicht weiter leisten kann.

Und sieht man es nun umgekehrt... Wie erhöht sich bisher die Miete durch die Zahlung der Provision? Das ist auch nicht wenig, wird aber selten gesehen, weil es ein Einmalbetrag ist. Wer alle 2-4 Jahre eine Wohnung sucht, den Makler zahlt, der hat deutliche Mehrkosten.

Ich denke, dass viele Dinge, die die Politik und Juristerei gut meint, letztendlich zu höheren Kosten führt. Die gesamten Regularien mit den Renovierungen tragen die Vermieter - in den meisten Fällen. Damit steht die Wohnung bei Mieterwechsel leer wg. Pinselei & Co. Und das wird sich der Vermieter zahlen lassen.

Antwort
von robinek,

Ich würde an Deiner Stelle zunächst "abwarten und Tee trinken". Ich als Vermieter werde und würde niemals um meine/eine Wohnung zu vermieten Maklergebühr bezahlen! Hierzu wird sich wenn es denn soweit kommt der Markt schon einspielen und auch hierfür wird es Lösungsmöglichkeiten geben. Als Vermieter hat man doch, wenn man nicht zu bequem ist, mehrere Möglichkeiten zu vermieten!

Kommentar von wfwbinder ,

Eine Wohnung selbst vermieten klappt immer. hat man 1 Haus mit 8 Wohnungen, aber noch einen Hauptberuf wird es schon schwieriger. Da wird man aber, so schätze ich, keinen Makler beauftragen, sondern sich je nach Bedarf einen Sachkundigen z. B. Rentner suchen, der das auf 450,- Euro Basis erledigt.

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