Frage von Putzfee, 1.311

Wenn ich Geld aus meinem Riester-Vertrag Geld entnehme, muss ich das bis zur Rente wieder einzahlen?

Wenn ich nun aus meinem Riester-vertrag Geld rausnehme um ein Immobiliendarlehen zu tilgen, muss ich das Geld wieder zurückzahlen auf den Rentenvertrag bis zu meinem Renteneintritt oder könnte ich den Vertrag ruhen lassen bis zur Rente?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von billy, 1.311

Bei der Geldentnahme ist der Wohn-Riester-Kunde völlig frei. Er kann bis zu 100 Prozent seines angesparten Guthabens entnehmen – und zwar ganz ohne Rückzahlungsverpflichtung. Der bestehende Riester-Vertrag kann natürlich auch weiter bespart werden. So steht im Alter dann auch noch eine Geldrente zur Verfügung. "Die Schuldentilgung ist aber in der Regel sinnvoller, da die Zinsen im Sparvertrag niedriger sind als die Kreditzinsen für das Eigenheim". http://www.stern.de/wirtschaft/geld/eigenheimfinanzierung-so-funktioniert-das-wo...

Antwort
von Maxieu, 998

Was billy sagt, stimmt. Ich habe aber den Eindruck, du solltest dich noch ein bisschen genauer darüber informieren, wie das "Rausnehmen" finanztechnisch abläuft (Stichwort: "Wohnförderkonto").

Die bisher beste Seite, die ich dazu gefunden habe, ist diese:

http://www.haufe.de/personal/personal-office-premium/frotscher-estg-92a-verwendu...

Unter anderem findet man dort eine bisher anscheinend noch kaum bekannte Regelung, die für Leute von Interesse ist, die vorhaben, das Wohnförderkonto mit seiner jährlichen 2%-igen Verzinsung (die eine Belastung im Rentenalter darstellt) bereits vor der Verrentung wieder aufzulösen, um dann einen normalen Riester-Vertrag zu bedienen.

Ich stelle den Passus hier ein, damit weitere Interessenten sich ein Bild machen können: "Das Wohnförderkonto ist um Zahlungen zu vermindern, die der Zulageberechtigte auf einen eigenen kapitalbildenden zertifizierten Altersvorsorgevertrag nach § 1 Abs. 1 AltZertG zur Minderung der in das Wohnförderkonto eingestellten Beträge leistet. Um die Erfassung sicherzustellen, treffen den Zulageberechtigten in diesem Fall besondere Mitteilungspflichten, falls der kapitalbildende Altersvorsorgevertrag bei einem anderen Anbieter geführt wird oder das Wohnförderkonto nach Vollabwicklung des Altersvorsorgevertrags bei der zentralen Stelle geführt wird. Die Zahlungen zur Minderung des Wohnförderkontos stellen eine vorzeitige Rückzahlung geförderten Kapitals dar und gehören nicht zu den förderfähigen Altersvorsorgebeiträgen."

Kommentar von Maxieu ,

Und noch einmal genauer auf deine Frage bezogen:

muss ich das bis zur Rente wieder einzahlen?

Nein, aber wenn es dir möglich wäre (also z. B. nach einer Erbschaft und wenn vielleicht der Immo-Kredit dann schon fast oder ganz abbezahlt ist), hättest du vermutlich eine großes Interesse daran, es zu tun, denn es würde ja sonst der Betrag auf dem Wohnförderkonto ständig weiter steigen und dich nach Renteneintritt belasten. Je nach Anlagezeitraum könnten dabei die Steuervorteile aus der Förderphase komplett aufgefressen werden.

Antwort
von MadRampage, 861

Es ist beides Möglich:

  • die Entnahme wird als Wohnriester behandelt, d.h. die Entnahme wird auf dem Wohnförderkonto virtuell verzinst bis zum Renteneintritt und von diesem wird die nachgelagerte Besteuerung (im Rentenalter) berechnet
  • die Entnahme mit späterer Rückzahlung vor dem Rentenbeginn wird als eigenes Darlehen behandelt. Das Wohnförderkonto wird dann aufgelöst und es gibt keine nachgelagerte Besteuerung für dieses Selbst-Darlehen. jedoch sind alle Riester-Rentenzahlungen zu versteuern (nachgelagert Besteuerung)
Antwort
von Rentenfrau, 727

Bei Wohnriester kann man -meines Wissens - Geld entnehmen, dafür ist er ja gedacht, daß man das Geld für Hauskauf nehmen kann, und man soll es bis zum Rentenbeginn wieder einzahlen.

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