Frage von pendler44, 14

weniger Trinkgeld bei schlechtem Service?

ich habe immer Bedenken, wenn ich schlecht bewirtet werde und dann wenig Trinkgeld geben soll. Die Bedienung muss ja davon leben.

Ist es ok, wenn man wenig Trinkgeld gibt, wenn der Service schlecht war? Wie macht ihr das?

Antwort
von gandalf94305, 14

In allen möglichen Regionen dieser Welt werden 5-15% Trinkgeld erwartet - nur in Nordeuropa sind die Regeln etwas anders, da die sog. "Service Charges" mit einem höheren Gehalt für das Personal bereits in den Rechnungen enthalten sind. Manchmal wird diese "Service Charge" auch explizit ausgewiesen oder als Währungsbetrag automatisch zum Rechnungsbetrag addiert (dann auch ggf. ein fester Betrag pro Gedeck). In vielen anderen Ländern ist das Trinkgeld jedoch im Gegensatz zu den nordeuropäischen Ländern ein wesentlicher Bestandteil des Einkommens des Personals. Besonders frech finde ich es dennoch, wenn bereits auf dem Tisch ein Schild oder in der Speisekarte vermerkt steht "gratuity not included" :-)

Wenn der Service schlecht war, werde ich also eher kein Trinkgeld geben. Wenn alles ok ist, werden es um die 5%. Wenn alles sehr gut war, werden es 10-15% - je nach Land.

Man sollte nicht zu viel Trinkgeld geben, da dies überheblich wirken kann.

Ach ja: und willst Du dem italienischen Kellner signalisieren, daß sein Service unterirdisch war und Du viel zu lange auf das Essen warten musstest, dann gibst Du nicht kein Trinkgeld, sondern nur 10 Cent oder so :-)

Antwort
von wfwbinder, 13

Schlechte Leistung, kein Extrageld. So einfach ist das.

Es ist doch sowieso eine Sonderstellung in der Gastronomie, dass ein Trinkgeld extra gegeben wird und auch in die schlechten Löhne dieser Branche einkalkuliert ist.

Aber gut, üblich und man kalkuliert es ja auch bei Restaurantbesuchen schon ein.

Aber wenn eine Bedienung pampig ist, oder kumpelhaft, gibt es schon mal wenig, oder ncihts. Ebenso, wenn das Essen mies ist. Aber da bin ich ggf. zu kompromissen bereit, weil die Bedienung ja ncihts für die Speisen kann. Also wenn es nciht schmeckt, aber die Bedienung gut war, sich ggf. bei wirklich kaum genießbaren Speisen um Ersatz bemühte, gibt es trotzdem reichlich.

Antwort
von Kalli77, 13

Das Trinkgeld wird für guten Service gezahlt. Wenn die Bedienung wirklich schlecht war würde ich gar kein Trinkgeld zahlen. Nicht ok finde ich es wenn man gut bedient wurde und kein Trinkgeld gibt.

Kommentar von imager761 ,
Nicht ok finde ich es wenn man gut bedient wurde und kein Trinkgeld gibt.

Ich schon, Denn diese "gute Bedienung" bezahle ich bereits und entlohne nur außergewöhnlich aufmerksame und zuvorkommende Dienste.

G imager761

Antwort
von Sobeyda, 10

Ich erinnere mich noch gut an das Hotel, wo ich an zwei von drei Abenden zur Rezeption tigern musste, weil das Zimmermädchen zwar die benutzten Handtücher mitgenommen hatte, aber vergessen hatte, neue da zu lassen. Das gab dann genau 0 EUR Trinkgeld, obwohl ich weiss, dass Zimmermädchen wirkich mies bezahlt werden.

Anderseits geht mir dieses "Are you well, honey" in den USA auch tierisch auf den Senkel!

Antwort
von LittleArrow, 12
Die Bedienung muss ja davon leben.

Für D wäre das ein Trugschluss. In D ist zumindest im Restaurantgewerbe das Gehalt/der Lohn im Rechnungsendbetrag stets enthalten. Kein Gast ist verpflichtet, mehr als den Rechnungsbetrag zu zahlen. Wenn man mehr als den Rechnungsbetrag zahlt, dann ist das ein Extra für die Bedienung, sogar steuerfrei (wenn man mal von garstigen betriebsinternen Regelungen absieht).

Wie macht ihr das?

Soll das eine - hier regelwidrige - Aufforderung zum Chatten sein? Ich mache das natürlich richtig:-)) Das evtl. gewährte Trinkgeld richte ich nicht nur nach dem Service, sondern auch nach dem präsentierten Produkt. Insb. wenn der Küchenservice nicht funktioniert hat, dann wird das bei der "Trinkgeldabrechnung" angesprochen.

In den USA ist die Situation anders. Hier lebt die Bedienung "vom Trinkgeld". Aber das ist ein anderes Thema.

Antwort
von Niklaus, 11

Das Trinkgeld muss sich die Bedienung verdienen. Durch guten Service. Die meisten Kellner verdienen nur durch Umsatzbeteiligung und haben kein Fixgehalt. D.h .wenig Umsatz, wenig Lohn.

Antwort
von imager761, 10
Die Bedienung muss ja davon leben.

Nein: Hierzulande ist der Bedienungsaufschlag im Verzehrpreis enthalten :-)

Und da belohne ich keinen unaufmerksamen oder fehlerhaften Service :-O

G imager761

Antwort
von freelance, 11

ich mache die Höhe des Trinkgeldes immer davon abhängig. Ich gebe selten gar kein Trinkgeld. Aber wenn es mal weniger ist, dann sage ich das auch offen. Und dann ist es eben weniger.

Gar kein Trinkgeld heisst: sehr schlecht. Ich komme nicht wieder hierher.

Antwort
von Privatier59, 12
Ist es ok, wenn man wenig Trinkgeld gibt, wenn der Service schlecht war?

Das ist absolut nicht OK! Wenn ich schlecht bewirtet werde, gebe ich keinerlei Trinkgeld und prüfe das Wechselgeld sorgfältig auf Vollständigkeit.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich hab mal ne besonders anderweitig begabte Kellnerin gehabt. Die Rechnung war 8,33 DM. Ich sagte so "Machen Se 9,56 draus."

Die kam tatsächlich mit 44 Pfennig wieder.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ach, für die Jüngeren hier:

Ja, es ist wahr: Früher hat man wirklich (!) mit Mark und Pfennig bezahlt.

Kommentar von Privatier59 ,

Das waren noch goldene Zeiten! Heute wäre der Minimalbetrag fürs Trinkgeld ein Cent und damit fast doppelt so hoch!

Kommentar von pendler44 ,

na dann nehmen wir mal an, dass ein 10er gegen wurde :)

@Privatier59: guter Einwand. Finde ich gut. Ich werde auch sorgfältig nachzählen das nächste Mal :)

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