Frage von Pesos, 790

Welcher Wechselkurs gilt bei Überweisung ins Ausland (nicht EU)?

Hallo allerseits

Ich möchte Geld zu einem Verwandten im Nicht EU Ausland überweisen. Bei Nachfrage bei meiner Bank wie das funktioniert, erklärte mir der Mitarbeiter u.a. dass ich auf der Webseite der Bank unter Urlaub--> Sortenkurse nachschauen könnte, wie diese Währunge gerade steht, und dass dort für mich der Ankaufspreis gelte! Nachdem ich nachgeschaut hatte, sah ich dass dieser bei dieser Bank weit vom vom Devisenkurs abweicht, natürlich zu meinen Ungunsten. Nachdem ich dann nochmal bei der Bank nachfragte, sagte mir ein anderer Mitarbeiter, der Sortenkurs gilt nur für Bargeld, und bei einer Überweisung wird der Devisenkurs genommen. Gibt es hierzu eine einheitliche Regelung, bzw. was stimmt den nun? DANKE

Antwort
von Mikkey, 790

Mit Verlaub, die Antwort des ersten Mitarbeiters ist Unsinn.

Bei einer Überweisung ins Nicht-Euro-Ausland wird selbstverständlich mit dem Devisenkurs umgerechnet, es fallen allerdings Gebühren bei Absender und Empfänger an. Die Absenderkosten sollten auf der Website der Bank angegeben sein.

Nachdem ich bei meiner Spaßkasse solche Transaktionen per Online-Banking durchführen kann, und dieser Bankentyp ja sowas vom hinterm Mond ist, müsste das eigentlich bei jeder Bank gehen.

Antwort
von gandalf94305, 653

Erstens gibt es nicht DEN WECHSELKURS, sondern es gibt einige davon. In fortlaufenden Handel wird praktisch 24 Stunden rund um den Globus für alle möglichen Währungspaare eine Spotrate gehandelt. Dann gibt es Fixings von z.B. Zentralbanken zu gewissen Zeiten. Weiterhin haben Banken mit ihren Auslandsgeschäften Zeitpunkte, zu denen sie selbst Fixings durchführen. Devisenkurse sind alle :-)

Zweitens wird eine Bank über zwei Mechanismen an Währungstransaktionen verdienen: Spreads und Gebühren. Gebühren sind fix oder vom Volumen abhängig. Spreads sind die Spannen zwischen An- und Verkaufskursen. Normalerweise liegt die jeweilige Spotrate zum Fixingzeitpunkt irgendwo zwischen den An- und Verkaufskursen, die selbst um die 1-2% auseinanderliegen.

Mit anderen Worten: wenn ein EUR zu thailändischen Baht im ECB-Fixing von 13:00 Uhr (http://www.ecb.europa.eu/stats/exchange/eurofxref/html/index.en.html) mit 37,506 steht, dann wird Deine Bank sehr wahrscheinlich um diese Zeit ein An-/Verkaufskurspaar von vielleicht 37,310 zu 37,870 oder so festlegen. Selbst wenn keine Gebühren anfallen, gehen Spreads also immer zu Deinen Lasten.

Bei der Abrechnung über Banken/Kreditkarten kommt noch eine weitere Unsicherheit hinzu: der Zeitpunkt der Abrechnung. Eine Transaktion kann ein paar Tage herumliegen, bis sie wirklich verbucht wird. Wenn sich der Wechselkurs zu Deinen Ungunsten entwickelt hat, hast Du Pech.

Kommentar von Pesos ,

Danke für Deine informative Antwort. Ich sehe schon,  ein breites Thema ;). Allerdings war ja das meine Frage an die Bank, was wäre,  wenn an dem Tag ein "guter" Kurs vorhanden ist, und es aber erst später verbucht wird. Da wurde mir empfohlen, dass ich es auch sofort in der Fremdwährung schicken kann. Da, so der MA, wird der Kurs zum Zeitpunkt der Überweisung genommen, und so steht der Betrag dann auch auf dem Dokument das auszufüllen ist, also bereits in der Fremdwährung.

Kommentar von gandalf94305 ,

Wenn Du die Überweisung in einer Fremdwährung durchführst, bekommst Du dennoch die Kurse des Tages mit den entsprechenden Spreads und Gebühren berechnet. Der Unterschied wäre also wirklich minimal, es sei denn, es handelt sich um einen mind. fünfstelligen Betrag. Das würde ich dann aber nicht über eine Sparkasse abwickeln, sondern eine der größeren Geschäftsbanken, die nämlich bei solchen Beträgen dann wieder effektiver sind.

Also hast Du die Wahl zwischen drei Optionen:

- Überweisung in Fremdwährung (sofern für diese Währung überhaupt von der Sparkasse angeboten), d.h. sofort Spreads und Gebühren in Kauf nehmen, dann kommen noch Überweisungskostzen dazu.

- Überweisung in EUR auf das Fremdkonto und Konversion durch die Bank bei Ausführung (kann 0-2 Tage dauern). Da fallen praktisch die gleichen Kosten wie oben an, nur eben ist noch die Unsicherheit, wann die Transaktion ausgeführt wird. Normalerweise ist bei größeren Banken der Zeitpunkt der gleiche Tag, wenn Du vor 10:00 Uhr die Überweisung einreichst, da nämlich manche Währungen (Asien) nur um 10:00 Uhr oder so gefixt werden.

- Überweisung in EUR auf das Fremdkonto und Konversion bei der empfangenden Bank. Das kann günstiger sein (da aus EUR, d.h. einer Hartwährung), jedoch auch teurer - je nach Land und Bank. Das wäre zu prüfen. Von Deiner Bank wirst Du dann nur die Auslandsüberweisungsgebühren in Rechnung gestellt bekommen.

Für manche Zwecke gibt es noch eine vierte Option: Du kaufst eine Prepaid-Kreditkarte mit dem gewünschten Betrag (typischerweise ni USD) und schickst diese (PIN natürlich separat) an den Empfänger, der die Karte dann nutzen kann. Das ist in manchen Ländern viel günstiger, da so nur insgesamt ca. 1-2,5% Gebühren anfallen.

Fünfte Option: eine Money Order in passender Währung, die verschickt wird (Achtung: Verlustrisiko!).

Spätestens jetzt solltest Du mal sagen, um welche Währung es geht. USD oder mongolische Tugriks? Naira?

PS: Sparkassen sind notorisch teuer bei Fremdwährungstransaktionen.

Kommentar von Pesos ,

Ich danke Dir für diese Infos. Die vierte und fünfte Option waren mir garnicht bekannt. Es handelt sich um mexikanische Pesos.

Kommentar von Mikkey ,

Für die vierte Option benötigst Du aber ein Transportunternehmen, das das Verschicken einer solchen Karte nicht per AGB/ABB ausschließt.

Kommentar von gandalf94305 ,

Nach Mexico würde ich eine Überweisung per comdirect oder die Variante mit der Prepaid-Karte in USD wählen.

Kommentar von Mikkey ,

PS: Sparkassen sind notorisch teuer bei Fremdwährungstransaktionen.

Jetzt aber mal Butter bei die Fische! Vor knapp einem Jahr hatte ich hier eine entsprechende Frage gestellt und keine Antwort bekommen, die einen nennenswerten Preisvorteil bot.

Sparkasse: Kosten 1/1000 bzw. mindestens 12€

Einzige wirklich günstigere Alternative wäre (bei häufigeren Transaktionen) ein Konto bei einer entsprechenden Auslandsbank. Dabei fallen natürlich Kosten für das Girokonto selbst an.

Kommentar von gandalf94305 ,

comdirect 0,15%, mind. 7,50 EUR siehe P&L-Verzeichnis.

Kommentar von Mikkey ,

Damit ist comdirect für Überweisungen unterhalb von 8000€ etwas (maximal 4,5€) billiger, darüber die notorischen Preistreiber?

Kommentar von gandalf94305 ,

Und welche Spreads? Die Sparkasse bei uns um die Ecke ist jedenfalls mit Spreads von 1,8-2,5% recht teuer (sogar schlimmer als die VR-Bank), während Deine Sparkasse vielleicht anders kalkuliert.

PS: Es kommt hier doch darauf an, einfach weitere Ideen und Ansätze darzustellen, nicht absolut und allgemeingültig einen Ansatz als den perfekten für alle zu verkaufen und aufzudrängen. Wenn Du ein vernünftiges Angebot gefunden hast, um Deine Überweisungen zu tätigen, ist das gut. Wenn jemand ein anderes findet, ist das auch gut.

Kommentar von Mikkey ,

Tut mir leid, da kann ich nicht mitreden, da unsere Überweisungen auf ein Euro-Konto gingen. So ist der Vorgang auch besser unter Kontrolle zu halten, da man sich so den Zeitpunkt des Devisenverkaufs selbst aussuchen kann ;-)

Ich müsste auch mit dem Klammerbeutel depudert sein, wenn ich eine Überweisung auf ein CNY-Konto (was damals der Sinn war) von hier anleiern würde.

Antwort
von Primus, 474

Guck mal ob Dir diese Seite weiterhilft:

http://www.girokontovergleich.eu/news/auslandsueberweisung-geld-sparen-kosten-gu...

Antwort
von Pesos, 372

Danke Euch beiden!

Mikkey, da bin ich ja beruhigt! Mache das auch nicht so oft, und habe mich zunächst mal auf die Aussage des MA verlassen. Das mit den Gebühren ist auch gut zu wissen, das hatte der zweite MA auch so erwähnt. 

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