Frage von bankueberfall, 13

Welcher Tages-/Stundensasatz als Freelancer entspricht meinem Angestelltengehalt?

Ich habe einen Jobangebot als Freelancer bekommen und brauche Hilfe beim kalkulieren des Tagessatzes. Ich hatte als Angestellter einen Gehalt von 4000€ monatlich brutto, ca. 2330€ netto. Was soll ich als Freelancer verlangen um mindestens genau so gut dazustehen? Die Stelle ist Vollzeit und die Arbeit ist wahrscheinlich im Unternehmen und nicht von daheim aus

Antwort
von SBerater, 13

du kannst auf mehreren Wegen diese Zahl ermitteln. Gehe IMMER von der Bruttosicht aus, nicht die Nettosicht. Und vergiss die Sozialabgaben nicht, die werden gerne vergessen. Die trägst jetzt du!

Aus der Sicht des Arbeitgebers sind es nicht nur 4.000 Euro brutto. Was kommt hinzu:

  • ca. 20% Arbeitgeberanteil für Sozialversicherungen
  • Urlaubsanspruch + Feiertage - die werden bei Freiberuflern nicht gezahlt
  • Nebenkosten wie Büro, Miete, Gebäude, Anlagen etc.

die 4.000 Euro siehst du brutto, für den Arbeitgeber ergeben sich Vollkosten, die bis zu 100% drüber liegen.

Damit könntest du hochrechnen: ca. 50.000 Euro Jahresgehalt + bis zu 100% Nebenkosten = Jahresumsatz für den Freiberufler.

Wenn du nur die Sozialkosten on Top siehst, dann musst du 60.000 Umsatz machen.


Ich jedoch sehe einen anderen Ansatz! Ich kenne viele Selbständige, die über Jahre betrachtet selten eine Auslastung von mehr als 60% haben. Die restliche Zeit stehen Weiterbildung oder Akquise an.

Ein Jahr hat ca. 220 Arbeitstage. Nimm an, du hast eine HOHE Auslastung und kommst auf 150 gebuchte Tage. Dann müsstest du deine 50.000 + 20% Absicherung, also 60.000 in diesen Tagen verdienen. Das wäre dann ein Tagessatz von 400 Euro.

Das sieht nach viel aus, ist es aber nicht, denn der Arbeitgeber spart sich eine Menge, du trägst das Risiko.

Wenn du ein sicheres Kontingent hast bzgl. Tagen, Monaten etc. kannst du anders kalkulieren.

Ich würde es wohl mit mind. 400e/ Tag versuchen.

Kommentar von Juergen010 ,

Die 400 €/Tag verstehen sich netto - vermute ich.

Ergänzend dazu und noch nicht genannt, die ggf. nicht unerheblichen Steuern, die man berappen muss und den Gewinn deutlich schmälern können.

Kommentar von SBerater ,

klar netto (also ohne USt)? Wenn Unternehmer, dann immer die Nettosicht. Die USt gibt man sofort wieder ab (abzüglich Vorsteuer).

nicht unerheblichen Steuern, die man berappen muss

Das mit den Steuern spielt bei der Berechung keine Rolle, denn ich nehme ja auch beim Gehalt den Bruttowert.

Antwort
von santina, 11

Hier findest Du einen Rechner zur Kalkulation - ich hoffe das hilft weiter:

http://www.erfolg-als-freiberufler.de/Honorar-Rechner.php

Kommentar von Juergen010 ,

sehr guter Link - deshalb ein DH.

Kommentar von wfwbinder ,

So toll finde ich den link nicht. Er berpücksichtigt nicht, was für die eigene krankenversicherung, oder Altersversorgung zu zahlen ist.

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