Frage von microgeo, 39

Welche volkswirtschaftlichen Folgen sind für die Herkunftsländer von Flüchtlingen angesichts stark steigender Fluchtzahlen zu erwarten?

Mehrheitlich fliehen ja offensichtlich jüngere, leistungsfähige Menschen welche die Strapazen einer solchen Flucht eher packen. Was sind aber -unabhängig von Gründen der Flucht- langfristige volkswirtschaftliche Folgen dieser Entwicklungen für Länder wie z.B. Eritrea? Die Frage mag unbequem sein, interessiert mich aber.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 35

Studenten aus asiatischen Ländern, die nach USA oder Europa an eine Uni gehen, kehren zum größten Teil (über 80%) wieder in ihre Heimatländer zurück.

Studenten aus lateinamerikanischen, osteuropäischen oder afrikanischen Ländern, die nach USA oder Europa an eine Uni gehen, kehren größtenteils (über 80%) NICHT in ihre Heimatländer zurück.

Dies stellt einen tatsächlichen Verlust an Hochqualifizierten für die entsprechenden Länder dar.

Flüchtlinge orientieren sich primär an ihren neuen Lebensräumen und kehren nur zu einem verschwindend geringen Anteil in ihre Heimatländer dauerhaft zurück. Mit liegen aber keine Statistiken über die Qualifikation von Flüchtlingen vor. Den Ursprungsländern nach zu urteilen, dürfte es sich nicht um Facharbeitskräfte handeln. Solange es sich nicht um eine Massenflucht (wie z.B. aus dem Irak) handelt, bei der ein signifikanter Anteil der Bevölkerung migriert., dürfte die Auswirkung auf die Bevölkerungsstruktur jedoch sehr begrenzt sein. Eritrea hat generell eine sehr junge Bevölkerung, d.h. der Flüchtlingseffekt wird sich eher nicht wesentlich auf die Wirtschaft auswirken.

Solange nicht nachhaltig Verbesserungen bei Bildung, Gesundheitssystem und politischer Stabilität erfolgen bzw. durch Einwirkung von außen herbeigeführt werden, dürfte sich wenig in diesem Staat ändern. Das Land ist mit seinen ca. 6 Mio Einwohnern alleine nicht überlebensfähig und müßte sich mit Nachbarn stärker zusammenschließen, um eine nachhaltige Entwicklung zu beginnen. Mit den Nachbarn ist Eritrea jedoch eher verfeindet, d.h. das ist sehr unwahrscheinlich.

Aufgrund der Insignifikanz für die Weltwirtschaft fühlt sich wahrscheinlich auch kein Land wirklich berufen, diese Aufgaben mit zu initiieren und zu begleiten. Bis dahin ist die Frage nach einer Abwanderung für die Wirtschaft wesentlicher Personengruppen durch Flüchtlingsströme nach Europa sehr esoterisch, denn es gibt keine nennenswerte Wirtschaft bzw. keinen Willen zu einer wirtschaftlichen Entwicklung im Land.

Bei anderen Ländern ist die Lage ggf. anders, wenn man in den Westen Afrikas blickt, aber da muß man jedes Land für sich betrachten, da jedes Land seine eigenen Probleme, Beziehungen und Feindschaften, sowie Freunde in den Industrieländern (incl. China und Indien) hat. Schau doch mal, wo indische Gastarbeiter und chinesische Firmen schwerpunktmäßig in Afrika unterwegs sind.

Antwort
von wfwbinder, 30

Wenn welche fliehen würden, die im Produktionsprozess sind, wäre es schlimm.

Sind es Arbeitslose, wäre die Wirkung ebenso, als würden hier ALG II Empfänger weg ziehen. Nur dass es in den Ländern kein ALG II gibt.

Die Leute werden von ihren Familien mit dem letzten Geld ausgestattet in der Hoffnung, dass sie im "goldenen Europa" einen Job bekommen udn dann die Familie mit Geld versorgen.

Aber natürlich wären das Leute, die in ihren Ländern die Wirtschaft bringen könnten, wenn man Ihnen die Möglichkeit dazu gäbe.

Nun könnte man auf die Idee kommen anstatt die Asylanten auf zunehmen, nach der Methode "gib dem Hungrigen keinen Fisch, gib ihm eine Angel" in denn Ländern zu investieren udn damit Arbeitsplätze zu schaffen.

Antwort
von LittleArrow, 24

Frage paßt gut zu gutefrage.net.

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