Frage von MaraJade, 65

Welche Versicherung übernimmt den entstehenden SChaden durch vorrübergehenden Diebstahl?

Hallo IHr lieben,

Folgendes ist passiert: Vergangenen Samstag war ch auf einer Privat-Party und hatte meinen Rucksack dabei. Im rucksack befanden sich ganz normal Schlüssel, Handy und Geldbeutel. Bei Verlassen der Party fiel auf, dass der Rucksack nicht mehr aufzufinden ist. Das Problem ist, dass sich am Schlüsselbund auch der Schlüssel zu Meiner Arbeitsstelle befand und die musten aus versicherungsgründen natürlich sofort die ganze schließanlage wechseln. Besagter Ruzcksack war aber gar nicht geklaut, sondern ein MItfeiernder hat ihn im Suff versehentlich mitgenmmen, dass ganze aber erst 36-48h später gemerkt. Da waren die Schlösser auf der Arbeit natürlich schon gewechselt. Jetzt ist die Frage: Wer haftet für den entstandenen SChaden auf meiner ARbeitsstelle? Deren Versicherung tut es nicht, weil es als fahrlässig gilt, die Arbeitsschlüssel im Privatbereich dabeizuhaben. Meine Versicherung zahlt auch nicht, weil Dienstschlüssel nicht im Paket mit inbegriffen sind? MUss jetzt die Versicherung desjenigen zahlen, der den Rucksack mitgenommen hat? WIe ist denn in so einem Fall die Rechtslage? Über ANtworten konstruktiver Art würde ich mich unglaublich freuen!!!

Liebe Grüßen,

Josi

Antwort
von Primus, 41

Deren Versicherung tut es nicht, weil es als fahrlässig gilt, die Arbeitsschlüssel im Privatbereich dabeizuhaben

Genau das ist der springende Punkt!

Die Schlüssel hatten im privaten Bereich nichts zu suchen und warum sollte die Versicherung des Menschens zahlen, der den Rucksack irrtümlich mitgenommen hat? Er hat es doch relativ schnell bemerkt und korrekter Weise sofort zurück gegeben.

Ich glaube, Du hast jetzt ein finanzielles Problem!

Kommentar von MaraJade ,

Weil durch seinen Fehler der SChaden erst entstanden ist?

Läuft das dann auf einen Vergleich hinaus? Weil teils mein Fehler, teils seiner?

Und gibt es sowas wie ein "gewohnheitsrecht"? weil fast alle KOllegen in meinem Büro haben den Arbeitsschlüssel am ganz normalen schlüsselbund...

Kommentar von Primus ,

Gewohnheitsrecht für sorgloses Umgehen mit fremdem Eigentum gibt es nicht.

Nach den Grundsätzen der Arbeitnehmerhaftung haftet der Arbeitnehmer für das Eigentum seines Arbeitgebers bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit voll, bei mittlerer Fahrlässigkeit anteilmässig und bei leichter Fahrlässigkeit überhaupt nicht.

Hier wäre das Maß der Fahrlässigkeit festzustellen.

Daß solche Schäden entstehen liegt im Betriebsrisiko des AG und das kann er nicht vollständig auf den AN abwälzen.

Im günstigen fall hat Dein Arbeitgeber eine Versicherung abgeschlossen und lässt Dich nur die evtl. Selbstbeteiligungezahlen.

Kommentar von Candlejack ,

Weil durch seinen Fehler der SChaden erst entstanden ist?

Alter Gendefekt der Menschheit - es sind immer die anderen...

Dein Arbeitgeber hat DIR den Schlüssel übergeben und damit hast DU eine gewisse Sorgfaltspflicht zur Aufbewahrung, die Du mißachtet hast. So wichtige Dinge wie Schlüssel und Handy sind dabei zu haben. Ich habe sie in der Hosentasche oder stelle den Rucksack auf einer Party sicher ab.

Antwort
von Juergen010, 37

Ursache - Wirkung.

Will heißen, Du hast durch das unbeaufsichtige Abstellen deines Rucksacks die Ursache für das vorübergehende Verschwinden gesetzt.

Ob das grob, mittel oder leichte Fahrlässigkeit ist, vermag ich nicht zu beurteilen.

Vielleicht hilft Dir aber dieser Thread weiter, den ich gerade aus den Tiefen des Internets ausgegraben habe: http://www.frag-einen-anwalt.de/Verlust-Firmenschluessel---f110336.html

Eins scheint jedoch klar: So ganz finanziell ungeschoren wirst Du nicht davon kommen.

Antwort
von Candlejack, 38

Privat-Party... Rucksack... Schlüssel, handy, Geldbeutel... abgestellt

Das ist Deine eigene Schuld, sowas stellt man auch nicht irgendwo ab.

die musten aus versicherungsgründen natürlich sofort die ganze schließanlage wechseln.

ist verständlich, weil es deine Schuld ist, sind es deine kosten, die du maximal auf andere abwälzen kannst (Versicherung)

Meine Versicherung zahlt auch nicht, weil Dienstschlüssel nicht im Paket mit inbegriffen sind?

Das meinte ich gerade. Entweder schlechter Berater oder an der falschen Stelle gespart.

An dieser Stelle wird es nur noch darum gehen, ob Du für alles haftest oder wegen leichter Fahrlässigkeit 50/50. Allerdings glaube ich das nicht, denn wie sagt schon die Bahn alle paar Minuten durch: "Bitte lassen Sie ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt", schon gar nicht, wenn Wertsachen drin sind. Schlüssel und Handy hab ich als Mann idR bei mir.

Antwort
von cSeedorf, 30

Dies ist wirklich eine unglückliche Situation! Herzliches Beileid. Das hätte mir auch passieren können. Also ich plädiere für eine Kostenteilung: Arbeitgeber, Rucksackteilzeitdieb und du. Und ein Schloß mit 2-Faktor Authentifizierung.

Antwort
von barmer, 26

Hallo,

derjenige, der den Rucksack mitgenommen hat, ist auf jeden Fall der Hauptschuldige. Ob er eine Versicherung dafür hat, ist erstmal zweitrangig.

Du musst Dir höchstens eine Mitschuld anrechnen lassen.Wo soll man denn den SCHlüssel aufbewahren ?

Viel Glück

Barmer

Kommentar von Candlejack ,

derjenige, der den Rucksack mitgenommen hat, ist auf jeden Fall der Hauptschuldige.

Bitte mal die Grundlage nennen, das interessiert mich jetzt.

Wo soll man denn den SCHlüssel aufbewahren ?

An der Person ? In der Hosentasche ? In einer gut weggehängten Jacke ? In einem sorgfältig abgestellten Rucksack ? Man stellt Wertsachen nunmal nicht auf einer Privatparty in irgendeine Ecke und das wars...

Antwort
von Privatier59, 21

vorrübergehenden Diebstahl

Nicht nur die überschüssigen "rrrrrrrrrrrrrrrrrr" lassen mir die Haare hochstehen: Es gibt keinen "vorübergehenden" Diebstahl und der uns präsentierte Sachverhalt gibt schon garkeinen Anlaß zu dieser verwegenen Wortwahl.

Und das ist nicht das einzige Problem bei dem Fall: Du gehst so einfach davon aus, dass schon irgendeine Versicherung dafür aufkommen muß. Ich teile diesen Optimismus ganz und garnicht. Auch der an allem schuldige Suffkopf wird allenfalls eine Privathaftpflichtversicherung haben. Ich hege allertiefsten Zweifel daran, dass die für reine Vermögensschäden aufkommt, denn darum geht es ja. Am Eigentum selber, jenem fraglichen Rucksack mit den Schlüsseln, ist ja keinerlei Schaden entstanden und sie sind auch nicht verloren gegangen.

Und ob der Suffkopf jetzt generell zur Haftung heran gezogen werden kann? Zum einen stellt sich die Frage der Schuldfähigkeit, die ab einem bestimmten Promillewert nicht mehr gegeben ist. Zum anderen muß man sich fragen, ob mit einem derartigen Schaden denn überhaupt zu rechnen ist, sprich Fragen der Kausalität erörtern. Es ist gut möglich, dass alles an Dir hängen bleibt.

Dieser Fall ist im übrigen so interessant, dass man den als Sachverhalt für eine Hausarbeit im großen BGB-Schein nutzen könnte. Wenn Du die Sache vor Gericht bringst, landet der bestimmt da. Auf jeder Gerichtsakte ist nämlich ein Kästchen angebracht auf dem der Richter ankreuzen muß, ob die Sache ans LJPA (Landesjustizprüfungsamt) gehen soll und ich würde da sofort mein Kreuzchen machen.

Kommentar von MaraJade ,

verzeihung für den rechtschreibfehler

nun, es ist weniger ein "davon ausgehen" als ein greifen nach jedem Strohhalm vor lauter verzweiflung...

als was wird das vorgehen denn dann definiert, wenn nicht als diebstahl? "entliehen ohne Bestätigung"?

Kommentar von Privatier59 ,

Was Diebstahl ist, wird in § 242 StGB definiert:

http://dejure.org/gesetze/StGB/242.html

Hier fehlt schon die Zueignungsabicht. Darüber hinaus kann man einen Diebstahl nur vorsätzlich begehen, hier aber wurde fahrlässig gehandelt.

Was man Dir haftungsrechtlich zum Vorwurf machen kann ist, dass Du nicht für sichere Verwahrung der Schlüssel gesorgt hast und ich glaube, das wird dazu führen, dass der Schaden wirklich von Dir alleine zu bezahlen sein wird. Trotzdem würde ich sicherheitshalber doch versuchen, ob vom "Suffkopf" oder dessen Versicherung Zahlungen zu erwarten sind.

Kommentar von Candlejack ,

als ein greifen nach jedem Strohhalm vor lauter verzweiflung...

paar eur im jahr mehr für ne ordentlich schlüsselklausel und das thema ist vom tisch !

Antwort
von mig112, 20

Du trägst den Schaden ganz allein; und zwar aus zwei Gründen:

Erstens liegt gar kein Diebstahlschaden vor, dadurch fallen alle Sachversicherungen aus. Zweitens hast du die falsche private Haftpflichtversicherung; dort hätten dienstliche Schlüssel -bzw. das Verlustrisiko privater und dienstlicher Schlüssel- mit hineingehört.

Antwort
von vulkanismus, 17

Es kann Dir egal sein, ob der damals besoffene selbst oder dessen Versicherung zahlt.

Kommentar von MaraJade ,

wieso? irgendjemand muss die rechnung ja schließlich bezahlen...

Kommentar von Candlejack ,

klar, DU ! Denn DU hattest die Schlüssel und hast sie fahrlässig verloren ! Deswegen musste Dein Arbeitgeber die Schlösser tauschen. Für sowas gibts Schlüsselklauseln bei der Privathaftpflicht, sowas erzähle ich beinahe täglich.

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