Frage von nordkette, 448

Welche private Altersvorsorge macht noch Sinn?

Eine wohl etwas naive Frage aber ich hoffe ich bekomme von euch ein paar gute Tipps: Ich arbeite nun schon drei Jahre nach dem Studium und bin langsam in der Lage etwas zurückzulegen. Bisher habe ich mich leider gar nicht mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigt, möchte dies aber nun angehen. Was macht eurer Meinung nach Sinn? Riester scheint ja keine rentable Option mehr zu sein... Vielen Dank für Eure Hilfe!

Antwort
von Kevin1905, 448

Es macht Sinn sich mal eingänglich beraten zu lassen um dann eine an deinem persönlichen Bedarf bemessene Strategie zu erstellen.

Nehme dafür die Hilfe eines Versicherungsmaklers mit Schwerpunkt Altersvorsorge in Anspruch.

Antwort
von tommy06, 436

Hallo,

erst einmal würde ich mich an Deiner Stelle im bei Deinem Unternehmen erkundigen, welches Angebot es in der betrieblichen Altersvorsorge anbietet. Sollte es dabei eine AG-Beteiligung geben, so wäre das aus meiner Sicht die erste Option für Dich.

Wie schaut es mit einer BU-Absicherung aus ? In Deinem Alter erst einmal wichtiger als Altersversorgung.

Anschließend gibt es sicherlich sehr vielfältige Möglichkeiten etwas für das Alter zu tun, z.B. Fondssparpläne, Ansparen für die eignen vier Wände, Rentenversicherung, Einmalanlagen Wertpapiere usw.

Hier solltest Du Dich seriös beraten lassen bei einer fachlich kompetenten Person Deines Vertrauens. Möglichst in einem Unternehmen, welches eine sehr breite Palette an Produkten an bietet. Hier empfehle ich entweder einen Honorarberater, eine Bank mit Wertpapierexpertise oder eben selbständige Experten, die breit gefächerte Anlagemöglichkeiten anbieten.

Eins vorweg, DIE optimale Altersversorgung gab es nie und wird es nie geben, Du musst nach Deinen Prämissen entscheiden.

Antwort
von Niklaus, 330

Zuerst stellt sich die Frage: Hast Du Deine Arbeitskraft mit einer BU-Versicherung abgesichert?

Dann noch die Frage, wieso Riester keine rentable Option sein soll. Leider wird da viel Unsinn von Halbwissenden geschrieben.

Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Beispiel:

Mann, ledig, 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 € monatlich (=erforderliche Nettorente)

Um die Versorgungslücke von 540 €/Monat netto abzudecken, werden folgende Bruttorenten je Schicht und Vorsorgeform benötigt:

  • Basisrente: 779 €

  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 €
  • Riesterrente: 779 €

  • Private Leibrente: 568 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Der erforderliche Beitragsaufwand monatlich, um die Versorgungslücke abzudecken, beträgt je Schicht und Vorsorgeform:

  • Basisrente: 210 €

  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302 €
  • Riesterrente: 210 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt)

  • Private Leibrente: 110 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

Antwort
von Candlejack, 302

Sinn macht eine flexible und rentable Altersvorsorge in rentablen Wertpapieren, also Fonds. Das ganze dann noch in einen steuerlichen und flexiblen Versicherungsmantel mit gutem Konzept und wenig Kosten - viola !

Riester ist nach wie vor eine rentable Option, wenn man sich mal damit beschäftigt und leider nicht nur Medien glaubt. Ich hab die ganzen negative Dinge zu Riester mal zusammengetragen und mit Fakten und Berechnungen ad absurdum geführt. Sowohl Herrn Pispers Äußerungen als auch diverse Presseartikel.

Aber SINNVOLL ist nach wie vor eine Altersvorsorge auf Deine Wünsche hin NACH einem persönlichen Gespräch mit Dir.

Antwort
von billy, 274

Neben der gesetzlichen Rentenversicherung und der schon mehrfach erwähnten BU-Police die Betriebliche Altervorsorge, Wohneigentum, Private Rentenversicherung, Aktienfonds, Rentenfonds, Bargeldeinlagen auf Tages- und Festgeldkonten.

Kommentar von gammoncrack ,
Bargeldeinlagen auf Tages- und Festgeldkonten.

Jawoll!! Der Hit der Altersversorgung.

Am besten 100.000.- Euro. Dann ist er nach 40 Jahren, unter Berücksichtigung der Inflationsrate, vollkommen abgesichert!

Antwort
von Schmidtke, 239

Im Grunde ist es traurig, was den Arbeitnehmern im Rahmen der privaten Altersvorsorge alles aufgeschwatzt wird.

Die großen Parteien haben ihre Wähler förmlich an die Versicherungsbranche verkauft. Merken werden die meisten das praktischerweise erst, wenn die aktuelle Politiker Generation bereits der Vergangenheit angehört.

Sie stehen Versicherungs "Experten" gegenüber, die ihnen alles Mögliche als gut verkaufen können. Denn die wenigsten kennen alle Tücken und Fallstricke und lassen sich schnell von Zahlen blenden.

Es ist dann natürlich doppelt schlecht, wenn die Medien das Thema aufgreifen und bruckstückhaft bzw. einseitig gem. Interessenlage abhandeln.

Allerdings gibt es halt wirklich Menschen, für die sich sogar eine betriebliche Altersvorsorge lohnt. Nur schaffen das eben nur die Menschen, die wirklich gut verdienen und privat Krankenversichert sind.

Gerade die Menschen, denen Altersarmut droht, hilft das freilich wenig. Sie werden von der Politik und auch von den Medien im Stich gelassen. Denn eine echte "Aufklärung" findet nicht statt. Allerdings versäumen gerade Menschen, denen Altersarmut droht, ihre Interessen ausreichend politisch geltend zu machen (zum Beispiel bei Wahlen).

Das Kapitalanlagen die über Jahrzehnte(!) laufen, keinen Bestandsschutz haben und bei denen Staat und Versicherungen Hand in Hand arbeiten, für den Arbeitnehmer logischerweise nicht sicherer sein können, wird dabei außer Acht gelassen.

Zur Zeit macht lediglich der Kauf einer guten Immobilie aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen auf den Geld- und Kapitalmärkten als private Altersvorsorge einen Sinn. Aber hier hat auch der Staat schon seine gierigen Finger am Werk, in dem er die Grunderwerbssteuer in verschiedenen Bundesländern schon erhöht hat.

Antwort
von mig112, 234

Allein deine Fragestellung -mit dem Ausschluß der BETRIEBLICHEN- Altersvorsorge deutet darauf hin, dass du dich umfassend und unabhängig beraten lassen musst.

Aus meiner Sicht kommen diesbezüglich nur freie Finanzberater m/w infrage! Diese findest du niemals bei Banken, Bausparkassen, Versicherungsagenturen, DVAG. Bonnfinanz, OVB, (AWD) u.ä.

Kommentar von Candlejack ,

AWD = Swiss Life Select (und das schon eine ganze Weile...)

Kommentar von mig112 ,

@candle, Richtig, deswegen ja die Klammer. Nicht alle Finanzfrage-User haben den background, kennen aber AWD.

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