Frage von althaus,

Welche Bedingungen muss der Mieter erfüllen bevor er wegen Schimmel die Miete mindert?

Welche rechtliche Regelung / Bedingungen muss der Mieter einhalten bevor er die Miete mindert? Muss er es nachweisen, daß der Schimmel baulich bedingt ist, oder kann er es einfach nur behauten? In dem Fall scheint er der Verursacher zu sein, was er aber nicht einsehen möchte und es auf die bauliche Substanz schiebt. Wie geht man in so ein Fall vor?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Mietrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von imager761,

Welche rechtliche Regelung / Bedingungen muss der Mieter einhalten bevor er die Miete mindert?

Der Mieter muss dir einen Mangel zur Kenntnis gegeben haben.

Ab diesem Zeitpunkt kann der die Bruttomiete taggenau prozentual bis zur Schadensbehebung und damit vertraglich zugesicherter mängelfreier Gebrauchsüberlassung der Mietsache mindern - es sein denn, der Mangel wäre von ihm verschuldet.

Für deine Zahlungsklage wg. Mietrückstand durch Kürzung müsstest du das aber gutachterlich beweisen können :-)

G imager761

Antwort
von Zitterbacke,

Mietvertrag !! Wieso sollte dein Mieter nachweisen , ob es seine Schuld ist ? Du , als Vermieter solltest schon an der Mängelbeseitigung des Schimmels interessiert sein . Also kannst du einen Sachverständigen zur Ursachenforschung heranziehen !!! Nach erfolgter Feststellung des Verursachers sind die Kosten dem Verursacher zur Last zu legen . Ob du sie dann auch erhälst steht auf einem anderen Blatt .

Gruß Z... .

Kommentar von althaus ,

Endlich mal eine Antwort mit der ich was anfangen kann. Du hast Recht. Werde einen Bausachverständigen beauftragen und mir vom Mieter schriftlich geben lassen, daß wenn kein Baumangel vorliegt er die Kosten für den Sachverständigen trägt. Das will ich schriftlich von ihm, sonst werde ich keinen beauftragen. Sollte nämlich wirklich ein Baumangel vorliegen, trägt die Hausverwaltung die Kosten für den Sachverständigen. Denn die Hausverwaltung beauftragt den Sachverständigen.

Antwort
von Privatier59,

althaus: Du stellst als Vermieter die Leistung zur Verfügung, nämlich die Mietsache, und die muß frei von Mängeln sein. Ist Schimmel vorhanden ist die Sache mangelhaft. Nur das darzulegen und nachzuweisen obliegt dem Mieter. Und wenn Du meinst, der Mieter habe diesen Mangel verursacht und zu vertreten, bist Du wieder am Zuge.

Wie man vorgeht? Ist das eine ernsthaft gestellte Frage? Wenn man Mietaußenstände hat, dann klagt man die ein. Allerdings darf man sich einer Sache gewiß sein: Der Richter spricht dann der Klage nicht ohne Beweisaufnahme zu und ich versichere Dir, wenn da Bausachverständige sich des Themas annehmen wird das langwierig und teuer. Wie teuer ist davon abhängig, wer finanziell den längeren Atem hat.

Vor langer langer Zeit habe ich mal einen wegen einer Schimmelproblematik geführten Prozeß erlebt, wo nacheinander 3 (DREI) Gutachter tätig geworden waren und Kosten von tausenden DM verursacht hatten. Dem Mieter war es egal, er war rechtsschutzversichert. Die ersten beiden Gutachten waren ganz klar für den Vermieter ausgegangen. Der dritte Gutachter aber stemmte Wände auf, stellte seine Meßgeräte über Wochen in die Wohnung und befand, der Schimmel sei durch Baumängel verursacht. Dem folgte das Gericht.

Kommentar von althaus ,

Mir ist immernoch nicht klar: Wer beauftragt nun ein Gutachten? Mieter meint es liegt ein Baumangel vor, obwohl es in den letzten 20 Jahren dort nie geschimmelt hat und ich behaupte er lüftet nicht ordnungsgemäß, so daß es zur Schimmelbildung kommt. Es muss zwangsläufig stark gelüftet werden, denn das Bad hat kein Fenster und die Küche hat Umluft (kein Abzug). Zudem trocknet er die Wäsche in der Wohnung. Immer wenn ich am Haus vorbeifahre sind die Fenster zu und die Rolläden nahezu unten.

Kommentar von Zitterbacke ,

Du(als Vermieter)! In deinem Interesse .

Kommentar von Privatier59 ,

Wer beauftragt nun ein Gutachten?

Wovon reden wir denn jetzt? Außergerichtlich kann jeder ein Gutachten beauftragen der es bezahlen will. In einem Gerichtsverfahren beauftragt das Gericht den Gutachter, bezahlen muß, wer den Prozeß verliert.

Privatgutachten sind im Gerichtsverfahren nur als Parteiäußerung brauchbar. Das als deutliche Warnung an Dich: Wenn man ein Gutachten gerichtssicher haben will ohne gleich Zahlungsklage zu erheben, leitet man ein Beweissicherungsverfahren ein. Das sind aber Sachen an die man sich ohne Anwalt nicht herantrauen sollte.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community