Frage von Smsqueen, 202

Weiß jemand, ob die ARGE evtl. auch Maklerkosten bezahlt-die Kaution übernehmen sie ja auch..?

Mich würde interessieren, ob man auch Maklerkosten beantragen kann beim Jobcenter oder nicht- wer weiß das bitte?

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von Juergen010, 202

Doch, das geht sehr wohl, sofern der Umzug von der ARGE gefordert wurde, z.B. wegen zu hoher Miete.

Siehe dbzgl. die relativ neue Diskussion aus 01/12 in diesem Thread: http://www.hartz4-neindanke.de/hartz4-1-hartz-iv-leistungsbezug/hartz4-4-urteile...

Antwort
von Rentenfrau, 188

Hallo Smsqueen, das Jobcenter übernimmt (aber das auch nur darlehensweise) die Mietkaution für die neue Wohnung, aber Maklerkosten werden KEINE übernommen. Daher müßte der Arbeitslosengeld-II-Empfänger die Maklerkosten selber zahlen (evtl. in Raten) oder diesen Dienst nicht in Anspruch nehmen, sondern über Wohnbaugenossenschaften, Zeitungen, Wochenblättern nach Wohnungen suchen.

Antwort
von VirtualSelf, 173

In Ausnahmefällen werden auch Maklerkosten getragen; so zum Beispiel bei nachgewiesener längerer erfolgloser Wohnungssuche oder bei aktut drohender oder bestehender Obdachlosigkeit.

Sowohl das "länger", als auch die Anzahl vergeblicher Bemühungen werden kommunal unterschiedlich gehandhabt..

Kommentar von Privatier59 ,

Ich kenne das aus meiner Sicht als Vermieter. Da kommt man zuweilen mit ALG2-Empfängern ins Gespräch und erfährt, wie hart die Betroffenen um jeden Cent kämpfen müssen, auch und gerade was Wohnraumanmietung betrifft. So habe ich gehört, dass Wohnungen nicht bewilligt wurden, weil sie 2qm zu groß waren und ähnliche Dinge. Da muß man sich nach meiner Einschätzung als Anspruchsteller extrem bemühen, um Maklerkosten erstattet zu bekommen. Und ganz nebenbei: Wenn Wohnungsmietverträge erst nach 2 bis 3 Wochen genehmigt werden, sind Mietinteressenten mit ALG2 in den Ballungsräumen idR chancenlos, denn da wird sofortige Entscheidung verlangt.

Kommentar von VirtualSelf ,

Ich kann nur für unsere Kommune sprechen.

Und da werden "Wohnungsgenehmigungen" oft - nicht immer; da es sich nicht immer personaltechnisch regeln lässt - innerhalb von 10 Minuten bearbeitet, sofern der Antragsteller sich persönlich zum Jobcenter bemüht und Wartezeit mitbringt.

Ansonsten stimme ich dir zu: die Ablehnungsgründe sind vielerorts oft haarsträubend; wobei das bei uns wiederum auch ganz pragmatisch und kundenfreundlich gehandelt wird, zumindest von den nicht-xenophoben Kollegen ;).

Maklerkosten allerdings werden m.W. in keiner Kommune "gerne" getragen, sondern immer nur unter obigen Voraussetzungen.

Kommentar von Juergen010 ,

Die ARGE ist verpflichtet, einem Hartz 4 Umzug zustimmen, wenn er erforderlich ist und die Kosten der neuen Unterkunft angemessen sind.

Sobald die ARGE den Umzug für erforderlich eingestuft und zugestimmt hat, darf ein Mietvertrag für eine angemessene Wohnung nicht abgelehnt werden ( lt. SGB II § 22 Abs. 2 Satz 2).

Hat also eine ARGE einen ALGII-Empfänger aufgefordert sich um neuen Wohnraum zu bemühen, hat sie damit auch schon ihre Zustimmung signalisiert, sofern der neue Wohnraum den örtlichen Kriterien der Angemessenheit entspricht.

Dies nur als Hinweis an die neuen Vertragsparteien. Etwas Sicherheit gibt`s also doch ..;-)

Welche Kosten für neuen Wohnraum als angemessen gelten, legt jede ARGE selbst fest.

Dies geschieht aber nicht willkürlich, sondern unterliegt festen Kriterien. Denn ein ALGII-Umzug muss auf die Anforderungen der Bedarfsgemeinschaft auch in Bezug auf ausreichend Wohnraum zugeschnitten sein.

Dies gilt auch, wenn der Leistungsempfänger von der ARGE zur Senkung der Unterkunftskosten aufgefordert wurde. Bevor nicht ausreichend Wohnraum entsprechend dieser Kriterien zur Verfügung steht, kann die ARGE den ALGII-Empfänger auch nicht zum Umzug zwecks Kostensenkung auffordern.

Wenn der ALGII-Empfänger von der ARGE zum Umzug aufgefordert wird, dann muss die ARGE auch automatisch die Mietkaution und die Umzugskosten bewilligen. Etwaige Renovierungskosten bei Auszug sind ebenfalls von der ARGE zu tragen. Denn dann ist die ARGE der Verursacher dieses Umzugs, den der ALGII-Empfänger sonst nicht durchführen müsste, und muss somit für die entstehenden Kosten aufkommen.

Grundsätzlich empfieht sich aber nach einer solchen Aufforderung durch die ARGE nochmals das ruhige, sachliche Gespräch mit dem Sachbearbeiter zu suchen und diese "Vollkostenrechnung" mit ihm en detail nochmals durchzugehen.

Nicht selten stellt sich nämlich heraus, dass die durch die ARGE angestrebte Kostenersparnis fern jeglicher Realitäten liegt und erst in einigen Jahren des unveränderten ALGII-Bezuges tatsächlich eine Kostenreduktion eintreten würde.

Ich habe schon erlebt, dass dann die Umzugsaufforderung seitens der ARGE wieder zurückgezogen wurde.

Antwort
von Grazer, 126

Wenn das Amt den Umzug für erforderlich hält, sprich zum Umzug auffordert, dann hat die ARGE auch die Umzugskosten zu zahlen.

Kautionskosten werden in jedem Fall im Rahmen eines Darlehens übernommen.

Maklerkosten: Eher nein. Leider. Müsstest du schone inklagen & du müsstest nachweisen, dass du schon dutzende Wohnungen besichtigt hast.

Antwort
von Privatier59, 111

Beantragen kannst Du die sicher und dafür brauchst Du nicht zu fragen. Die Frage ist doch, ob die das auch übernehmen und da sehe ich eher schwarz.

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