Frage von negMedia, 13

Wegzug geplant - was ist mit Buchgewinn auf Depot?

ich habe ein Jobangebot aus dem Ausland (EU) und überlege, aus D wegzuziehen und hier auch keinen Wohnsitz mehr zu haben.

Ich habe ein Depot, in dem nur Werte sind, die nach 2009 gekauft wurden. Der Wertzuwachs liegt buchmässig bei über 70 tEuro.

Wie ist das denn mit so einem Depot? Wenn ich wegziehe, dann ist die Besteuerung in meinen Augen so einfach nicht - aber egal.

Wie sieht das Finanzamt so ein Depot bei Wegzug. Man könnte ja sagen: 'wenn du wegziehst, dann nehmen wir den Buchgewinn und besteuern den gemäss der sog. Abgeltungsteuer'.

Muss ich hier was beachten, wenn ich wegziehe? Will der dt. Fiskus an dem Buchgewinn teilhaben? Muss ich ggf. in der Zukunft nachbesteuern?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von EnnoBecker, 10

Deine Frage zielt auf den § 6 AStG, den man hier nachlesen kann: http://www.buzer.de/s1.htm?a=6&g=astg

Schau erst mal, ob dein Fall da reinpasst, "Depot" ist ein wenig dünn für eine Antwort, ebenso wie "Ausland (EU)"

Kommentar von negMedia ,

ok, dann konkreter:

ich hatte bisher nur einen Wohnsitz in D. Wenn ich wegziehe, dann geht es nach Spanien. In D würde ich alle Zelte abreissen.

Depot: das ist bei einer dt. Bank. Hier liegen Aktien, Anleihen und Fonds. Es sind nur Werte, die an der Börse gehandelt werden können (oder über eine Fondsgesellschaft).

Kommentar von EnnoBecker ,

Allewetter!

So schnell kann nicht mal ich den § 6 AStG durcharbeiten.

Bestimmt gehörst du auch zu diesen Schnelllesern, die das Internetzeitalter hervorgebracht hat: Zwischen "Bestätigen Sie, dass Sie die AGB gelesen haben" und Häkchensetzen genügen 5 Sekunden :-)

Kommentar von negMedia ,

so ist es. Den §6 AStG habe ich überflogen. Tiefer einsteigen dauert auch bei mir. Häkchen reicht da nicht.

Kommentar von negMedia ,

Liest man sich das so durch, den 9er, dann frage ich mich manchmal, ob die Verfasser dieser Texte auf Droge sind. Diese Verweise und dann die Ausdrucksweise.

Ich denke, das dauert, bis ich den 9er verstanden habe.

Antwort
von gandalf94305, 9

Wenn Du in Deutschland keinen Wohnsitz mehr hast, dann gehe ich mal davon aus, daß Du auch Dein Depot bei einer deutschen Bank auf eine spanische Bank übertragen möchtest. Die Frage wäre also: wie sieht das mit der Besteuerung aus. Der Einfachheit halber nehme ich mal an, daß der Wohnsitz zum 31.12. eines Jahres besteht und zum 01.01. des Folgejahres dann in Spanien ist.

Buchgewinne werden in Deutschland nicht besteuert, solange es sich nicht um steuerlich intransparente Anlagen (die nicht gemäß InvStG ihre Daten offenlegen) handelt. Es werden in Deutschland nur Veräußerungen besteuert. Ausnahme: bei bestimmten Fällen der Übertragung von Wertpapieren mit Gläubigerwechsel. Dies zählt als Veräußerung und Wiederbeschaffung.

Überträgst Du also nun Dein Depot aus Deutschland nach Spanien, so muß nur sichergestellt sein, daß alle thesaurierten Erträge von Fonds aus den Vorjahren korrekt versteuert wurden. Alle anderen Erträge und Veräußerungsgewinne sollten durch die deutsche Depotbank bereits versteuert worden sein.

Dein Buchgewinn wird also nicht besteuert. Die USA machen solche Spielchen, wenn man Vermögen ins Ausland verlagert. In der EU gibt es das meines Wissens nach noch in keinem Land.

Ebenso ist mit der Verlagerung des Wohnsitzes dann ausschließlich der spanische Fiskus an Deinen Einkünften interessiert, solange keine Depots mehr in Deutschland gehalten werden.

Wie das in spanischem Recht mit der Anerkennung der Einstandspreise für Deine Wertpapiere im Depot und der entsprechenden Besteuerung der Positionen im Fall eines Verkaufs ist, kann ich Dir nicht sagen. Ebenso wird die Nutzung von Verlusttöpfen aus Deutschland in Spanien wohl nicht anerkannt, d.h. Du solltest auf ausgeglichene Verluste achten, um diese in Deutschland noch zu nutzen. Das alles wäre mal an einen spanischen Steuerberater zu richten.

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