Frage von Jacaranda, 304

Wechsel von aufstockender Hartz IV-Leistung auf Wohngeld

Ich befinde mich in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis mit 20 Arbeitsstunden pro Woche und verdiene 766 € monatlich, das Jobcenter stockt mit 300 € auf. Das Jobcenter möchte nun, dass ich komplett aus den Bezügen falle und in einen Vollzeitjob übergehe. Mein Arbeitgeber möchte mich behalten, kann es sich aber nicht wirklich leisten, mir mehr zu bezahlen. Ich muss letztendlich das gleiche Gehalt auf dem Konto haben; wir überlegen, ob ich noch Wohngeld beantragen könnte. Wieviel darf ich verdienen, um noch Wohngeld zu erhalten?

Mietspiegel ist hier 4, ich lebe als Single, meine Miete beträgt monatlich 335 €, Nebenkosten sind jährlich ca. 50 €. Wäre ich noch Wohngeld berechtigt, wenn ich z.B. ein Nettogehalt von 1000 € hätte?

Antwort
von Primus, 231

Ich muss letztendlich das gleiche Gehalt auf dem Konto haben

Das erreichst Du vor allem, wenn Du alle Hebel in Bewegung setzt um von der staatlichen Unterstützung weg zu kommen.

Tina hat Dir ja schon den Vorschlag gemacht, Dir einen Minijob zu suchen. In diesem Bereich steht Dir Tür und Tor offen - auch ohne große körperliche Belastung. Und sei es nur Prospekte verteilen. Das können schon Jugendliche und dabei macht man sich nicht kaputt.

Bei nur 20 Arbeitsstunden pro Woche bleibt Dir wohl genug Zeit dafür zu sorgen, Deinen Lebensunterhalt selber zu bestreiten

Antwort
von cyracus, 224

Dir ist doch zur Zeit in erster Linie daran gelegen, Deinen jetzigen Job zu behalten. Wenn Du mit dem jetzigen Job + Wohngeld genauso viel hast wie mit Hartz IV, ist das Auf-eigenen-Füßen-Stehen doch allemal vorzuziehen.

Dadurch hast Du den Vorteil,

  • dass niemand von Dir verlangt, dass Du Deinen jetzigen Job aufgibst,
  • Dir keine Sinnlos-Maßnahme aufgezwungen wird, obwohl Du die nur machen kannst, indem Du Deinen jetzigen Job aufgibst (hat es echt schon häufiger gegeben)
  • Du musst nicht regelmäßig im Jobcenter auftauchen (kann ja auch psychisch sehr entlastend sein).
  • Falls Dir mal Geld oder andere Vermögenswerte geschenkt werden, kannst Du das auf jeden Fall behalten (anstatt dass Dir das angerechnet und dann Hartz IV gekürzt wird).
  • Du musst das Jobcenter nicht um erlaubnis bitten, Deinen Wohnort verlassen zu dürfen.

Auch wenn Du eine Erbschaft machst, oder wenn Du mal einen Lottoschein abgibst mit 1 oder 2 Kästchen, und Du gewinnst tatsächlich was (unwahrscheinlich das mit dem Lotto, aber sowas hat's ja schon gegeben) - darfst Du alles behalten und Dich daran erfreuen (auch sofern die Sache mit der Erbschaft mit Freude verbunden ist). Selbstverständlich brauchst Du bei höherem Vermögenszuwachs dann kein Wohngeld mehr, worauf Du in solch einem Falle sicherlich liebend gern verzichtest.

Was die GEZ (ich weiß, heißt heute anders) angeht, lies dies:

http://www.juraforum.de/recht-gesetz/gez-gebuehrenbefreiung-fuer-aermere-bevoelk...

Du siehst, davon kannst Du Dich befreien lassen, weil Du zur Gruppe der ärmeren Bevölkerung zählst.

Und wer weiß, vielleicht ergibt es sich, dass Du doch noch einen kleinen Nebenjob findest, der zeitlich passt, für Dich körperlich gut machbar ist und vor allem, der Dir Freude macht ...

.

Wieso stört es Dich eigentlich, dass Du kein Wohngeld mehr bekommst, wenn Du 1000 € netto hast. Die 1000 € netto sind doch mehr als Dein jetziges Netto-Gehalt plus Wohngeld. (Dazu schreibst Du ja was in einem Kommentar unter einer Antwort.)

Mit den 1000 € wärest Du doch frei von allem Sozialtransfer, sowas ist doch befreiend. - Oder liebst Du Besuche bei Sozialtransfer-Behörden so sehr, dass Du darauf nicht verzichten willst?

Und ob Du in dem Fall doch zumindest teilweise von der GEZ befreit wirst, könntest Du dann ausprobieren. Mit den 1000 Euro wärest Du ja gar nicht so weit weg vom Pfändungsfreibetrag.

.

Ähm, irgendwas stimmt mit Deinen angaben nicht - unten in Deinem Kommentar die Summen und in Deiner Frage die Summen. Will jetzt nicht näher darauf eingehen, musst Du selbst sehen. - Korrigiere grad mit diesen Sätzen meine Antwort, muss die jetzt schnell abschicken.

Antwort
von HartzEngel, 190

Wenn Du keine kleinen Kinder (ohne Kita-Betreuung) oder einen Pflegefall zu betreuen hast, geht das Jobcenter davon aus, daß Du Vollzeit arbeiten kannst und dies auch anstreben mußt, da Du momentan nur 20 h die Woche arbeitest, wären hier noch 20 h für Arbeit zur Verfügung. Wenn Dir das Jobcenter also einen Vollzeitjob anbietet (per Vermittlungsvorschlag) mußt Du Dich natürlich darauf bewerben und Du solltest auch selber neben dem TZ-Job noch Bewerbungen für Vollzeit schreiben. Schade, daß Dein Arbeitgeber die Stunden nicht aufstocken kann. Wohngeldberechnung kenn ich nicht 100%ig (das hängt vom Baujahr, Wohnungsgröße, Miethöhe, Einkommen) ab, aber das Wohngeld wird mit Sicherheit keine 300 Euro betragen. Aber wie wäre es denn mit einem 2. Job in Teilzeit? Oder einem Nebenjob auf 450-Euro-Basis, das machen viele Leute und da Du nur 20 h bisher arbeitest, wäre das zeitlich gut möglich, schau Dich doch in der Zeitung und im Internet nach Nebenjobs um, grade, wenn Du im TZ-Job eine feste Arbeitszeit hast, kann man abends oder am Wochenende gut hinzuverdienen und Du bist das Jobcenter los und die Dich.

Antwort
von Tina34, 161

wie wäre es wenn du dir auch noch einen 450 € Job suchst!

Die Arge wird dir neue Stellen zuweisen, die werden alles tun um dich aus dem Harz4 Bezug raus zu bekommen.

Kommentar von Jacaranda ,

Meine Arbeitszeit ist sehr ungünstig aufgeteilt, sodass ich einerseits unregelmässige Arbeitszeiten habe und andererseits an 4 Tagen pro Woche arbeite. Da wird es schwer mit einem Nebenjob.

Es muss auch ein Nebenjob sein, der nicht zu sehr stresst, da mir bereits mein Hauptjob schon sehr viel abverlangt. Ich hatte es gerade mit einem Putzjob probiert, musste den aber aufgeben, weil er mich körperlich zu sehr erschöpft hat. Meine Belastbarkeit im Hauptjob hat darunter gelitten.

Kommentar von Tina34 ,

dann kannst du schon mal davon ausgehen das die von der Harz 4 Stelle die mit neuen Stellenangeboten zuschmeißen. Es geht darum dich aus Harz4 raus zu bekommen. Die zwingen dich sogar deinen jetzigen Job aufzugeben, es ist egal was dein Chef möchte oder nicht, entweder der kann einen Vollzeitjob schaffen oder aber du mußt dir was anderes suchen. Und ganz ehrlich der Allgemeinheit gegenüber ist es nur fair das du in der momentan günstigen wirtschaftlichen Lage evtl. einen Vollzeitjob findest. Harz4 ist ok aber eben nicht fürs Leben gedacht.

Kommentar von Jacaranda ,

Es geht mir ja darum, meine jetzige Stelle in eine Vollzeitstelle umzuwandeln. Ich wollte eigentlich nur wissen, wieviel ich im Vollzeitjob verdienen darf, um noch Anspruch auf Wohngeld zu erhalten und wieviel Wohngeld das dann wäre.

Nicht aber geht es mir darum, möglichst wenig zu arbeiten und auf der faulen Haut zu liegen. Ich habe auch nur gesagt, dass ich einen Minijob im Putzen aufgeben musste, weil mein Hauptjob darunter gelitten hat, eben weil es zu anstrengend war. Alternative ist für mich momentan a) meinen Hauptjob aufzustocken und evtl. mit Wohngeld zu kombinieren oder b) mit einen Minijob zu suchen, der nicht so anstrengend ist, dass mein Hauptjob darunter leidet.

Meine Frage bezog sich allein darauf, wie eine Kombination mit Wohngeld aussehen könnte und ob ich mit Wohngeld noch mein jetziges Einkommen erreichen könnte oder ob es dann darunter liegt. An der hiesigen Wohngeldstelle nimmt man sich für solche Berechnungen im Voraus keine Zeit. Es heisst: stellen sie einen Antrag, dann werden sie ja sehen, ob sie was bekommen. In dieser Überbrückungszeit würde mir aber Geld fehlen, das ich dringend benötige.

Kommentar von Tina34 ,

auch Wohngeld ist eine Transferleistung der Allgemeinheit und aus diesem Grund geht es nicht darum aus welchem Topf gezahlt wird sondern einfach darum das du deinen Lebensunterhalt für dich alleine bestreiten kannst ohne Transferleistung.

Wenn du nicht krank, behindert, kleine Kinder etc. hast spricht doch nichts dagegen das du Vollzeit arbeiten gehst!

Antwort
von qtbasket, 38
Kommentar von Jacaranda ,

Nach diesem Rechner würde mir ab 1000 € netto kein Wohngeld mehr zustehen.

Selbst mit meinem jetzigen Netto-Gehalt von 766 € hätte ich einen Wohngeldzuschuss von nur 106 €, sodass ich gerade mal meinen früheren Hartz IV-Satz erreichen würde. Aber mit Hartz IV bezahlte ich keine Rundfunkgebühren, etc.

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