Frage von Rentenfrau, 100

Was würdet Ihr machen, wenn Euch die Rechnung des Steuerberaters zu hoch ist? Ombudsmann?

Was würdet Ihr tun, wenn Euch die Rechnung des Steuerberaters zu hoch erscheint? Bekam Rechnung über 600 Euro. Es war zu machen die Einkommensteuer und eine Einnahmen-Überschuß-Rechnung und die Feststellung, daß keine Umsatzsteuerpflicht vorliegt (wobei die Einnahmen hier ganz klar unter der 17.500-Euro-Grenze liegen). Kann man einen Ombudsmann einschalten? Oder gibt es Vergleichszahlen? Mir kommt die Rechnung einfach viel zu hoch vor. Am Ende bekam ich vom Finanzamt 100 Euro zurück, die verpuffen total, wenn ich 600 Euro für die Steuererklärung zahlen muß. Danke Euch.

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von wfwbinder, Community-Experte für einkommensteuer, 92

Ich komme mit diesem Rechner:

http://www.steuerschroeder.de/Steuerberatergebuehren.html#Steuerberaterkosten-Re...

und der Annahme von 30.000,- Bruttogehalt, im Übrigen Mindestwert, schon auf 374,61.

Da ist Umsatzsteuer noch nicht dabei, noch keine Zusammenstellung der Belege als Vorarbeit zur EÜRechnung.

Ich denke mal die 600,- liegen schon noch im grünen Bereich.

Kann man aber ohne die genauen Verhältnisse schwer sagen.

Wieviel ist an Werbungskosten angefallen? Sonderausgaben usw.

Lass Dir doch die Rechnung einfach vom Berater erklären, warum der Einzelposten so st, wie er ist.

Wenn Du es mit dem Rechner prüfst, gehe mal davon aus das die Mindestzehntel eigentlich nicht üblich sind.

Kommentar von EnnoBecker ,

Gehalt ist hier wohl nicht. Wir haben

  • Jahresbuchführung
  • Einkommensteuer
  • Umsatzsteuer
  • Gewerbesteuer, wenn gewerblich
  • Auslagen § 16

Ich hab bloß keine Lust, überall mal die Mindestwerte zu berechnen. Lieber hätte ich ja mal die Rechnung vom Fragesteller gesehen.

Kommentar von wfwbinder ,

Ich bin mir relativ sicher, dass es Tätigkeit als Angestellte ist, vermutlich ein bisschen freiberufliche Tätigkeit.

Kommentar von EnnoBecker ,

Würfeln kann ich selber.

Eine einfache AN-Veranlagung sollte so um die 200 Euro kosten. Der Fragesteller weist aber selber auf KU und EÜR hin. Da wäre der Punkt 2 ("Einkommensteuer") wie folgt zu gliedern:

  • Mantelbogen
  • Anlage S oder G
  • Anlage EÜR (hier wohl nicht notwendig)
  • Anlage N, sofern nötig
  • Anlage Vorsorgeaufwand oder wie das Ding heißt
  • Anlage ST (ja, 2013 ist es wieder mal dran und es nervt)
Antwort
von blackleather, 77
Am Ende bekam ich vom Finanzamt 100 Euro zurück, die verpuffen total, wenn ich 600 Euro für die Steuererklärung zahlen muß.

Die Steuererstattung ist doch auch nicht Sinn und Zweck der Steuererklärung, die du beim Steuerberater in Auftrag gegeben hast. Sie steht also mit der Honorarrechnung in keinem Zusammenhang. Vielmehr kommt es doch einzig und allein darauf an, dass du eine Steuererklärung abgibst, und zwar eine korrekte. Und insofern hast du doch genau das gekriegt, was du beanspruchen konntest.

Antwort
von Privatier59, 65

Wenn die Rechnung ordnungsgemäß erstellt ist werden die entsprechenden Bestimmungen der Vergütungsverordnung zitiert:

http://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/BJNR014420981.html

Da kann man eigentlich auch ohne besondere Rechtskenntnisse prüfen ob diese Arbeiten angefallen sein können. Zudem gibt es unzählige Gebührenerchner im Internet. Die Argumentation mit der Höhe der Erstattung kann ich insofern im übrigen nicht nachvollziehen.

Ombudsmann gibt es nicht. Die Steuerberaterkammer hilft sicher bei Unklarheiten. Allerdings sollte man vorher die sich aus dem Internet bietenden Aufklärungsmöglichkeiten genutzt haben.

Antwort
von Schiko, 57

Der Laie kann nicht beurteilen ob der Berater zu viel verlangt hat. Zumindest müsste man für einen Rat hier, die Aufgliederung der Gebühren wissen. Es kommt leider oft vor, dass die Kosten höher sind als der Erfolg, das darf ruhig mal gesagt werden.

Kommentar von vulkanismus ,

Sagen darf man das natürlich, auch wenn es ein Schmarrn ist.

Was Du wohl als "Erfolg" bezeichnest, ist die Höhe der Erstattung bei einem Arbeitnehmer.

Davon ist hier aber nicht die Rede.

Was der Steuerberater hier zu erbringen hatte, war aber deutlich mehr, als nur die Lohndaten und ein paar Werbungskosten einzutragen.

Antwort
von freelance, 50

Arbeitnehmer und selbständig? Dann sind die 600 Euro m.E. im Rahmen.

Nur selbständig? Auch hier ist der Betrag möglich.

wfwbinder verweist auf einen Link, mit dem man die Vergütung ermitteln kann. Selbst wenn man nur selbständig ist, dann wären die 600 Euro nicht die Obergrenze bei der möglichen Vergütung. Und sieht man das, dann stellt sich die Frage: was soll ein Ombudsmann bringen?

Auf der Rechnung sind die Posten sicherlich genannt, was wofür verlangt wird. Dort sind sicherlich auch Gegenstandswerte und Satz aufgeführt. Und daran kann man erkennen, wo welcher Aufwand steckt.

Ein Ombudsmann wird wohl wenig Sinn machen.

Antwort
von Finanzwirt, 47

Man sollte die einzelnen Posten anhand der Steuerberatergebührenordnung prüfen. Hatte damit schon Erfolg.

Antwort
von vulkanismus, 45

Wenn mir die Rechnung zu hoch e r s c he i n t , frage ich den StB wie sie zustande kam und werde dann feststellen, dass ich einfach keine Ahnung hatte. Auch heisst es, dass ich vor Beauftragung nicht nach dem Preis gefragt habe.

Was Du letztendlich vom Finanzamt zurückbekommst oder nicht, hat doch mit der erbrachten Arbeit des StBs nichts zu tun.

Antwort
von EnnoBecker, 43

Mal abseits von der Vergütungsverordnung:

Was schätzt du denn, wie lange der Steuerberater gebraucht hat, um deine Steuererklärungen anzufertigen?

Also ein Stundensatz von um die 100 Euro musst du schon rechnen. Immerhin verbringt der Steuerberater über die Hälfte seines Arbeitstages mit Arbeiten, die er nicht abrechnen kann.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich hab es jetzt mal kurz durchgerechnet.

  • Mantelbogen
  • EÜR
  • USt
  • GewSt
  • Auslagen

Alles Mindestgegenstandswerte und mittlere Gebühr, ich komme auf 615 Euro netto, also 730 brutto.

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