Frage von eko1977,

Was wenn man beim Bausparen sein Sparziel verfehlt?

Ich habe vor ca. 7 Jahren ein Haus gekauft. Die Finanzierung lief über eine Bausparkasse und deren Partnerbank. (10jahres Vertrag) Das Problem ist nun, dass wir offensichtlich eine zu hohe Bausparsumme (voller Kaufpreis des Hauses) abgeschlossen haben. Da abzusehen ist, dass wir das Sparziel nicht erreichen werden frage ich mich nun welche Konsequenzen das nun bezüglich der Anschlussfinanzierung und der Anwendung des angesparten Geldes mit sich führt. Ursprünglicher Plan war, mit dem eingesparten Geld und dem Kredit der Bausparkasse den Kredit der Partnerbank zu tilgen und diese Restschuld innerhalb 8 Jahren und 8 Monaten abzubezahlen. Der Vertreter der Kasse meint dazu, dass es kein Problem sei. Irgendwie habe ich aber ein schlechtes Gefühl. Um das Sparziel zu erreichen (ca. 60000,-) müssten wir jeden Monat 400,- Euro mehr einzahlen. Für uns z. Zt. nicht möglich.

Antwort
von barmer,

Hallo,

dann fragen Sie doch am besten den Vertreter der Kasse, wie das laufen soll. Zu befürchten ist natürlich, dass ihm etwas einfällt, was wiederum Ihr Geld kostet.

Wenn nur die Bausparsumme zu hoch ist, kann man reduzieren auf das, was man benötigt. Die höhere Bausparsumme war gut für den Vertreter.

Kommentar von Fragfreund ,

Zu befürchten ist natürlich, dass ihm etwas einfällt, was wiederum Ihr Geld kostet.

Das vermute ich auch.

Unbedingt einen unabhängigen Finanzmakler /Allfinanzmakler um Rat fragen. Auch wenn es etwas kostet, immer noch besser, als irgend einem angeheuerten/ bei bestimmten Bausparkassen oft nebenberuflichem Bausparkassendrücker auf den Leim zu gehen.

Antwort
von hypothekenteam,

Ich frage mich, warum der Bankberater, bzw. Bausparberater Ihnen das damals nicht klar gemacht hat? Man müsste Ihnen doch ausgerechnet haben, welchen Betrag Sie monatlich einzahlen müssen, damit der Bausparvertrag zum Ende der Zinsbindung des Bankdarlehens zuteilungsreif wird. Entweder man hat Sie falsch beraten oder Sie haben bewußt zu wenig eingezahlt.

Die Konsequenz ist für Sie glücklicherweise nicht schlimm, da wir derzeit sehr niedrige Zinsen haben. Vor 7 Jahren waren diese deutlich höher und ich vermute, daß auch der Zinssatz für das Bauspardarlehen, das Sie nach Zuteilung erhalten werden deutlich über dem heutigen Zinsniveau liegt. Wie es natürlich in 3 Jahren aussieht, wenn die Zinsbindung Ihres Darlehens endet wissen wir nicht. Sie könnten aber jetzt abwarten (in den nächsten Monaten ist keine nennenswerte Zinserhöhung in Sicht) und wenn die Zinsen langsam steigen, machen Sie ein Forwarddarlehen für den Ablösezeitraum in 3 Jahren. Den Bausparvertrag lösen Sie in 3 Jahren auf und entnehmen das angesparte Guthaben als Sondertilgung.

Wie hoch ist denn der Zinssatz für das Bauspardarlehen?

Kommentar von eko1977 ,

Ich denke der "Verkäufer" wollte die maximale Provision abstauben und ich hatte nicht wirklich eine Ahnung. Aus diesem Grund bin ich bezüglich seiner Aussagen skeptisch. Der Zinssatz der Bausparkasse ist 3,85 %.

Mir ist bewusst, dass man aktuell günstiger finanzieren kann.

Wenn ich den Bausparvertrag auflöse, hat das nicht besondere Nachteile bez. Zinsen, Zuschüsse usw.? Wie lange dauert es bis das Geld ausgezahlt wird?

Wenn ich das richtig verstehe, kann ich mir die auktuell günstigen Konditionen für die Zukunft sichern und mit dem Angesparten verlustfrei Sondertilgen?

Danke für die Hilfe.

Kommentar von hypothekenteam ,

Bei 3,85% Zins für das Bauspardarlehen ist die Sache ziemlich klar:

Sie erhalten heute Zinssätze von etwas über 2% für eine 10-jährige Festschreibung. Meine Empfehlung ist, daß Sie nach Ende der Zinsbindung nach 10 Jahren (also von heute in 3 Jahren) das Bausparguthaben als Sondertilgung verwenden und den Rest bei einer Bank weiter finanzieren. Um die derzeit günstigen Zinsen zu sichern, sollten Sie beizeiten ein Forwarddarlehen abschließen. Damit vereinbaren Sie zu den Zinssätzen bei Vertragsabschluß die Ablöse des Darlehens in 3 Jahren. Weil die Banken aber je Monat in die Zukunft einen kleinen Zinsaufschlag berechnen, lohnt es sich den Abschluß möglichst lange hinauszuzögern. Beobachten Sie daher den Zinsmarkt und wenn Sie merken, es geht nach oben, dann machen Sie den Vertrag.

Am besten, Sie lassen sich von einem unabhängigen Finanzierungsberater beraten. Der kann Sie informieren, wenn er der Meinung ist, die Zinsen steigen. Außerdem kann er aus vielen Banken die richtige finden, welche für Ihren Fall die beste Kondition hat. Das kostet Sie auch nichts, denn der Berater erhält seine Vergütung von der gefundenen Bank. Diese gibt gerne einen Teil des ohnehin kalkulierten Verdienstes ab, da sie Personalkosten spart, die Haftung beim Berater liegt und dieser auch den ganzen Papierkrieg erledigt.

Alexander Solya

Kommentar von LittleArrow ,

und ich hatte nicht wirklich eine Ahnung.

.... und das hat sich bis heute ja nicht wirklich geändert, leider.

Leider wird es so nun für Dich besonders schwierig, einen unabhängigen und vertrauenswürdigen Berater zu finden, denn dessen Wirken und Pläne kannst Du nicht wirklich beurteilen. Es könnte sein, dass die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale die richtige (kostenpflichtige) Anlaufstelle ist.

Versuche es grundsätzlich mal mit zwei Fixpunkten:

  1. Bestimmung des Restkreditsaldos in ca. 3 Jahren nach Auslauf der derzeitigen Zinsbindungsdauer und des dann bestehenden Bausparguthabens bzw. weiterer Ersparnisse (Spielzahl: € 100.000).

  2. Festlegung des gewünschten Zeitpunktes des kompletten Schuldenabbaus, z..B. in ca. 13 Jahren.

Du kennst Euer monatlich für den Schuldendienst verfügbares Einkommen (Spielzahl € 1.000) und kannst dies mit einem Zinsrechner in Beziehung setzen, um in ca. 10 Jahren die Schuld auf Null zu bringen: http://www.zinsen-berechnen.de/hypothekenrechner.php

Bei einem Zinssatz von 4 % p.a. und einer anfänglichen Tilgungsquote von 8 % p.a. brauchst Du 122 Monate, um auf Null zu kommen. Nun kannst Du Deine Werte anpassen und einige Varianten durchprobieren. Vielleicht bekommst Du einen Zins von nur 3,5 % p.a. und es dauert bei € 1000/Monat dann nur 118,4 Monate.

Antwort
von qtbasket,

Klartext: Du bist einem Finanzierungsmodell aufgesessen, die dem Berater eine schöne Provision hat zukommen lassen - für dich allerdings jetzt in einer wirtschaftlichen Katastrophe enden könnte.

Folglich brauchst du jetzt eine unabhängige Beratung, bei einer Verbraucherzentrale, welche Alternativen noch möglich sind - alle Informationen, auch zum regelmäßigen Einkommen und anderen Verbindlichkeiten wie Konsumentenkredit gehören neben der Immobilienfinanzierung hier auf den Tisch.

Und dann muss man verschiedene Möglichkeiten durchrechnen..

..sollte die wirtschaftliche Leistungskraft auf Dauer das Aufbringen von Zinsen und Tilgung unmöglich machen, gibt es nur einen Weg: rechtzeitig den verkauf der Immobilie !!!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community