Frage von LuiseVarn,

Was passiert wenn man sich auf die Info auf einer Webseite verlässt und deswegen Schaden erleidet?

Im Internet steht ja auch viel Mist - muss man in dieser Deutlichkeit leider sagen. Was ist wenn man sich jetzt auf irgendwas verlässt, weil die Seite seriös aussieht und man es vielleicht auf noch einer anderen Seite gefunden hat. Allerdings stellt sich heraus, dass es nicht stimmt und man hat einen finanziellen Schaden. Nutz es was sich auch darauf zu berufen, dass es aber dort online so steht? Hat man irgendwelche Ansprüche gegen den Seitenbetreiber?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von qtbasket,
  • Hat man irgendwelche Ansprüche gegen den Seitenbetreiber?

Nein, hat man nicht !!!

Das ist genauso unverbindlich wie andere Dinge des täglichen Lebens auch.

Und ein Anspruch kann auch erst dann entstehen, wenn du zu einem Partner eine vertragliche Beziehung eingehst, und das beim Anklicken einer Internetseite zunächst nicht einmal der Fall.

Konkret - wegen diese Beitrages hier kannst du zivilrechtlich keinen Anspruch gegen mich herleiten, du bist mit mir keinen Vertrag eingegangen.

Also wenn du irgendwo im Internet, auch hier auf finanzfrage.net eine Information als wahr für dich übernimmst, ist das Risiko bei dir, wenn sich diese Information als falsch herausstellen würde und du dadurch einen Schaden erleiden würdest.

Antwort
von gandalf94305,

Es kommt darauf an.

Wenn es sich um öffentliche Informationen handelt, die Du von einem Website abrufst, handelt, dann gibt es hier sicher keine Haftung, da sich jemand darauf berufen kann, daß solche Informationen nicht verbindlich sind. Entsprechende Disclaimer finden sich typischerweise im Kleingedruckten bzw. Impressum. Beispiel: Finanzwebsites, die Börsenkurse anzeigen oder Daten zu Fonds liefern.

Wer allerdings alles auf solchen Seiten Gesagte glaubt und womöglich in Pennystocks oder irgendwelche riskanten vorbörslichen Aktienhandelsgeschichten investiert, der sollte den folgenden Schaden der eigenen Naivität/Dummheit zuschreiben.

Wenn Du allerdings einen Vertrag mit einem Sitebetreiber schließt, der Dir in einer bestimmten, zugesicherten Qualität Informationen liefert, dann handelt es sich in der Regel um ein Haftungsthema, da Du aufgrund der vertraglich zugesicherten Qualität der Daten Entscheidungen triffst. Beispiel: die geschlossenen Bereiche von Reuters, Bloomberg oder LexisNexis. Sofern die dort allerdings dargestellten Informationen wiederum Meinungen (z.B. von Analysten) sind, besteht auch keine Haftung gegen den Bereitsteller, sondern maximal Ansprüche gegen die jeweiligen Personen (z.B. wegen übler Nachrede, Betrug oder Verstößen gegen das WpHG).

Antwort
von Gaenseliesel,

Hallo, hier kannst Du dich ausführlich zum Thema informieren : http://www.e-recht24.de/artikel/haftunginhalte/41.html

Gruß K.

Kommentar von Mikkey ,

Das ist genial: Wenn man es denn nicht schafft, den Richter von der Anwendbarkeit des $823 zu überzeugen, wendet man sich wegen der Falschinformation an den Betreiber von e-recht24, der zahlt den Schaden dann freiwillig?

Antwort
von Mikkey,

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten

Diese Meinung darf sogar der größte Unsinn sein, den die Welt je gesehen hat.

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