Frage von WilliRu, 6

Was passiert mit Prokon, wenn es keine Kaufinteressenten gibt?

Wie wahrscheinlich kann Prokon noch verkauft werden? Sind Windkraftanlagen überhaupt gefragt?

Antwort
von gandalf94305, 5

Bisher ist ja auch noch unklar, warum Prokon eigentlich in die Schieflage kam. Es wurde meines Wissens noch nicht begründet, warum plötzlich Geld fehlt und woher dieses hätte kommen sollen, wenn es sich um ein seriöses Geschäftsmodell handeln würde.

Sollte sich der Vorwurf eines Schneeballsystems bestätigen, wonach das Kapital der neuen Anleger zur Auszahlung der Altanleger genutzt wurde, d.h. ab einer Zuwachsrate von ca. 25% Anleger pro Jahr die ersten beiden Jahre an Kupons problemlos zu bedienen sind, dann sollten sich Anleger keine Hoffnung auf wesentliche Rückerstattungen machen, denn das Geld wurde dann außerhalb des Geschäftsmodells verbrannt.

Sollte sich allerdings wider Erwarten Prokon tatsächlich als Windparkbetreiber herausstellen, so wären ja auch einige Assets vorhanden. Bei diesem Wachstum an MItteln ist allerdings ein deutlicher Teil der Anlagen noch nicht vollständig umgesetzt. Man sollte daher (die Geschäftsberichte sagen nicht genau, welcher Anteil von Anlagen noch in Bau ist. Rechnet man mit einem Investmentvolumen von ca. 0,6-1,0 Mio EUR je 1 MW Leistung, dann müßten die auf der Prokon Homepage angegebenen 526,2 MW mit ca. 316-526 Mio EUR herzustellen sein. Das sind ca. 22-37% des per Genußscheine eingesammelten Kapitals. Wo also steckt das Kapital derzeit wirklich?

Prokon zelebriert sich als Opfer auf der eigenen Homepage, übt sich jedoch nicht sehr in Transparenz. Das ist zumindest mal verdächtig und für die Anleger besorgniserregend, denn je weniger Zahlen bekannt sind, desto mehr liegt die Vermutung nahe, daß es große Finanzlöcher gibt.

Der Verkauf der bestehenden Anlagen sollte kein Problem darstellen, da die großen Stromanbieter damit ihre regenerative Energieproduktion verbessern können. Allerdings werden bei solchen Preisen deutliche Risikoabschläge zu erwarten sein, so daß man selbst bei größeren, sehr neuen Anlagen mit bestimmt einem Viertel an Verlust beim Verkauf rechnen muß.

Kommentar von wfwbinder ,

Da ich immer an das Gute im Menschen glaube, denke ich mal die haben sich einfach nur verkalkuliert. zu hohe Renditeversprechen, Vertriebskosten für die Genussscheine usw.

Je nachdem wieviel die schon verbraucht haben, könnte ich mir vorstellen, dass dieses Unternehmen mit einem Schuldnachlass von 50-75 % weiter laufen könnte.

Antwort
von wfwbinder, 6

Bei so einem Brocken ist zu erwarten, dass sich einer der größeren Betreiber die Sache kauft.

Typischer Weise werden in Insolvenz Fällen allerdings die Vermögenswerte "verklitscht." Also billig verkauft, um so schnell wie möglich die Sache abzuwickeln.

Aber der Insolvenzverwalter hat inzwischen viele Möglichkeiten.

ER könnte, weil ja hier das eingesetzte Geld zum sehr großen Teil aus Genussscheinen kommt, prüfen, unter welchen Umständen die Anlagen erfolgreich betrieben werden können.

Nehmen wir mal an (nur als Besipiel), er käme zum Schluss es wäre möglich, dass das Unternehmen 420 Mio. bedienen könnte, wenn es forgeführt wird.

Dann könnte er in der Gläubigerversammlung den Genusscheininhabern vorschlagen auf 70 % zu verzichten udn er wäre dann in der Lage das Unternehmen laufen zu lassen und es könnte wieder ein normaler Geschäftsbetrieb aufgenommen werden.

Es muss nur erstmal eine genaue Bestandsaufnahme gemacht werden.

Antwort
von qtbasket, 4

Der Insolvenzverwalter hat die Möglicht die Firma als Gesamtes, oder auch Teile davon zu verkaufen - vorausgesetzt er findet ein Käufer. Wenn der Kauferlös nicht die Verbindlichkeiten befriedigen sollte, werden in einer festgelegten Rangfolge die Gläubiger bedient. Die Anleger stehen das ganz unten auf der Liste - es ist davon auszugehen, dass für sie nichts übrig bleibt.

Natürlich sind fertig errichtete Windkraftanlagen verkäuflich, es ist eine Frage des Preises und der Lage. Natürlich sind die Absichten der Bundesregierung dazu nicht gerade förderlich. Auf dem markt gibt es die drei großen Stromerzeuger, aber auch ausländische Energieunternehmen, die so auf dem deutschen Energiemarkt Zugang hätten. Nur dafür ist eben das zu erzugende Volumen zu klein.

Antwort
von freelance, 4

das kann noch keiner sagen. Das kann sicherlich auch der Insolvenzverwalter nicht sagen. Prokon muss nicht als Ganzes verkauft werden, es können auch Einzelteile sein. Es gibt viele Modelle, die zu einer Weiterführung des Betriebes führen kann. Aber es ist noch viel zu früh, um bei Prokon Prognosen abzugeben.

Antwort
von Privatier59, 4

Derzeit ist doch noch alles unklar: Der Verkauf des gesamten Geschäftsbetriebs von Prokon wäre sicherlich die Option, die die schnellste Lösung bringen würde. Ob sie auch den größten Profit abwirft, muß der Insolvenzverwalter jetzt erst mal ermitteln. Möglicherweise wird auch zerschlagen und stückweise verkauft.

Wie in solchen Fällen üblich, werden die Nerven der Anleger auf eine harte Probe gestellt werden.

Antwort
von HilfeHilfe, 2

Hallo

die ersten Interessenten stehen schon schlange ! Da unsere 4 Großen Energieversorger mit sich selbst kämpfen sind es eher Mittelständler und Fonds die die Windparks kaufen wollen.

Allerdings sollten sich die Anleger nicht zu viel versprechen. In so einer Situation haben die Interessenten den besseren Verhandlungsspielraum !

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