Frage von MsMouse,

Was passiert mit Aktien, wenn...

Unternehmen von der Börse gehen (auch wenn sie solvent sind um z. B. einer Übernahme zu entgehen)?

Antwort
von gandalf94305,

Wenn ein Unternehmen an die Börse geht, werden Aktien als Unternehmensbeteiligung gegen einen gewissen Preis verkauft. Damit verbunden ist i.d.R. auch ein Stimmrecht.

Die stimmberechtigten Aktionäre (und das muß nicht nur Free-Float sein, sondern können auch strategische Investoren oder das Management sein - wer auch immer eben die Anteile hält) können jederzeit mit ausreichender Mehrheit beschließen, das Unternehmen wieder von der Börse zu nehmen, d.h. zu delisten. Verbleibende Aktionäre wären dann geeignet abzufinden.

Durch diese Maßnahme verlieren die Aktien ihren Wert als Unternehmensbeteiligung und als Stimmberechtigung.

Der Schutz vor einer Übernahme besteht i.a. darin, daß man hinreichend Anteile bei Aktionären hat, die nicht verkaufen wollen, d.h. z.B. strategische Partner, Management etc. Free Float ist immer ein Risiko, da diese Leute bei einem guten Angebot zügig verkaufen können.

Antwort
von Rat2010,

Eine AG kann nichts dagegen haben, dass die Aktien wechseln. Wohl aber einzelne Aktionäre, die (seltener Fehler) mehr Anteile an die Börse geben, als sie dann später wollen und "vergessen", diese Anteile rechtzeitig zurück zu kaufen.

Für ein "delisting" braucht es die einfache Mehrheit in der Hauptversammlung. Außerdem aber auch ein öffentliches Kaufangebot (eines oder (selten) mehrerer Aktionäre oder der Gesellschaft selbst). Das nimmt man an und die Sache ist erledigt.

Üblicherweise werden aber wenige Aktionäre aus der Gesellschaft herausgepresst. Es sind also fast immer schon 90 oder 95 % in einer oder wenigen Händen, bevor es mit dem Squeeze-out los geht.

Wenn du dich im Internet zu "Sqeeze-out" und "delisting" schlau machst, findest du alle Fragen zu dem Thema beantwortet.

Kommentar von MsMouse ,

Ich habe schon im Internet geschaut, doch keine Antwort gefunden. Es geht dabei nicht um den "Squeez out", sondern was mit den Aktien passieren würde, wenn ein Unternehmen - aus welchen Gründen auch immer beschliesst - nicht mehr an der Börse bleiben zu wollen oder nicht mehr bleiben können (Bsp. Pennystocks)

Kommentar von Rat2010 ,

Das kann ein Unternehmen nicht beschließen! Nur die Hauptversammlung. Der Vorstand hat da nichts zu melden und kann höchstens eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.

Wenn dann schon ein ungeliebter Aktionär die Mehrheit hat, bleibt das Unternehmen an der Börse.

Kommentar von gammoncrack ,

Verbrennen kann man die nicht, da sie nur virtuell vorhanden sind. Entweder hält das Unternehmen 100% seiner Aktien selbst, die dann aber immer noch virtuell vorhanden sind,oder die Unternehmensform wird geändert, und dann gibt es eben keine Aktien mehr.

Suche hierzu einfach mal bei Google unter Leica, IPC Archtec.

Antwort
von gammoncrack,

Die Aktien sind dann immer noch da, wurden dann aber über eine meist sehr hohe Abfindung (Kurs + x%) von den Aktionären durch das Unternehmen selbst gekauft (Aktienrückkauf).

Expertenantwort
von freelance, Community-Experte für Aktien,

egal, wer dieses Vorhaben treibt und was der Grund für ein Delisting ist, den Aktionären wird ein Angebot unterbreitet, um zu verkaufen. Sie dir Dell an. Das ist ein aktueller Fall.

Für den Rückkauf der Aktien erfolgt ein Gebot. Und die Aktionäre können annehmen oder auch nicht. Dann beginnt das Spiel von neuem und das Angebot wird nachgebessert. Bei den letzten 5%, die an der Börse sind, kommt es zu einem Squeeze-out. Dann muss verkauft werden.

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