Frage von Heiermann5,

Was passiert jetzt mit der Royal Bank of Scotland? Wird sie verstaatlicht?

Ich hatte in Erinnerung, dass die RBS verstaatlicht wird, oder doch nur teilweise? Habe noch ein paar Aktien im Depot, die sich sehr langsam wieder erholen.

Hilfreichste Antwort von wfwbinder,
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Die Regierung hält 70 % an der RBS. Damit können die fast schalten udn walten wie sie wollen.

Es drohen aber weitere Verluste, siehe hier:

http://www.n-tv.de/wirtschaft/RBS-droht-grosser-Verlust-article495211.html

Man wird mit den Aktien einen langen Atem brauchen.

Antwort von obelix,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

ich kann mir nicht vorstellen, dass die RBS verstaatlicht wird.

der staat stützt die bank und hat sich beteiligt. das modell kennen wir auch in D bei unseren banken.

nur, wenn die krise nochmals deutlich aufflammt, sehe ich das risiko einer verstaatlichung.

Antwort von franzeno,

Hallo!

Wenn man so will ist die RBS bereits "verstaatlicht", denn wie mein Vorredner richtig schreibt, gehören der britischen Regierung fast 70% an der RBS (genauer: 68%). Allerdings dürfte dieser "Staatseinstieg" ähnlich wie jener der Bundesrepublik Deutschland bei der Commerzbank nur vorübergehender Natur sein und nach Ende der Finanzkrise bis auf 0% zurückgefahren werden. Solange der Staat hier jedoch Großaktionär ist, hat dies mehrere Vor- aber auch Nachteile. Nachteil ist sicherlich, dass sich die Politik in die Geschäfte der Bank einmischen und ggfs. Bonuszahlungen verbieten dürfte. Generell halte zwar auch ich die Boni mancher Banken für vollkommen überzogen, nichtsdestotrotz wird man aber mit Gehaltsoberschranken kaum die besten Leute halten können. Daher braucht es hier entweder eine generelle Regelung oder aber man muss auch den staatliche kontrollierten Banken alle Freiheiten geben. Denn wenn Goldman Sachs Boni zahlen können wie sie wollen, eine RBS aber nicht, werden natürlich die Topleute früher oder später von der RBS zu Goldman Sachs und Co. wechseln, was auch nicht im Sinne des Erfinders sein kann. Auf der anderen Seite hat eine so weitgehend staatlich kontrollierte Bank wie die RBS aber sicherlich auch Vorteile. Denn wenn in einer solchen Bank der Staat mit fast 70% Großaktionär ist, dürfte die Refinanzierung an den Kapitalmärkten deutlich günstiger sein als ohne den Staat. Schließlich wissen die Akteure auf den Kapitalmärkten ja, dass der Staat "seine" Bank notfalls retten wird. Hier haben dann "freie" Banken wie Goldman Sachs eben im Gegenzug Nachteile.

Ihre Frage war jedoch, was mit der RBS passieren wird und da der Bankensektor und damit auch die Bankenlobby in Großbritannien (London, City) sehr stark ist, wird die RBS wohl früher oder später wieder in die Unabhängigkeit entlassen werden. Dies dürfte mit Kurssteigerungen einhergehen, denn sobald der Staat hier gänzlich ausgestiegen ist, ist davon auszugehen das die Bank so weit stabilisiert ist, dass keine Bankenpleite mehr droht. Insofern brauchen Altaktionäre der RBS sicherlich einen langen Anlagehorizonz, haben dafür aber die berechtigte Hoffnung ihr investiertes Geld zumindest zum Teil dank Kurssteigerungen wiederzusehen. Investoren, die derzeit an einen Einstieg bei der RBS denken, kann man im Prinzip nur dazu raten, jedoch sollten sie sich der Risiken (falls z.B. die Regierung doch länger "mitmischen" möchte) bewusst sein. Wer aber einen langfristigen Anlagehorizont (sprich: 3 Jahre oder mehr) hat, der kann spekulativ durchaus zu den aktuellen Kursen einsteigen. Was hier nämlich jederzeit möglich ist, sieht man derzeit an der Kursentwicklung der ja ebenfalls staatlich gestützten Commerzbank...

LG Franz

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