Frage von Mira7119,

Was muss ich als Hausfrau bei einem Nebenerwerb beachten?

Ich bin derzeit Hausfrau und beziehe keine staatlichen Leistungen. Ich bin mit meinem Mann krankenversichert. Nun habe ich ein Angebot, für maximal 450 Euro einem Job auf Honorarbasis nachzugehen. Muss ich dafür eine Selbstständigkeit anmelden? Und wenn ja, wo? Muss ich mich selbst krankenversichern? Welche Behörden - außer Finanzamt und Krankenkasse - muss ich über diesen Nebenverdienst in Kenntnis setzen? Ich gehe derzeit davon aus, dass ich angesichts der niedrigen Summe weiterhin bei meinem Mann versichert bleiben kann und den Nebenverdienst bei der gemeinsamen Einkommenssteuererklärung angebe. Wo kann man sich - sollte es doch noch Dinge zu beachten geben - umfassend beraten lassen über solch ein Nebenverdienstkonstrukt?

Antwort
von Rentenfrau,

Vorsicht Mira, da Du bei Deinem Mann in der kostenlosen Familienmitversicherung der Krankenkasse bist, solltest Du die Grenze von 385 Euro (bei Selbständigkeit) einhalten, sonst fliegst Du aus der Mitversicherung raus und muß einen eigenen Krankenversicherungsbeitrag und auch Pflegeversicherung zahlen. Trotzdem ist das Einkommen von der Höhe her geringfügig, denke, daß Du hier noch keine Meldung bei Finanzamt oder Gewerbeamt machen mußt. Aber bleib erst mal bei 385 Euro, wenn es gut läuft, dann kannst Du ja erhöhen, mußt aber der Krankenkasse Bescheid geben.

Antwort
von TopJob,

Also grundsätzlich ist in dieser Konstellation natürlich eine Geringfügige Beschäftigung anzuraten. Die Frage ist jedoch natürlich, ob sich deine potentielle beschäftigende Stelle darauf einlässt (weil hier mehr aufwand für sie und ggf. Kosten entstehen. Für dich wäre der Verdienst somit aber steuer- und sozialversicherungsfrei.

Soll die Beschäftigung auf Honorarbasis erfolgen, ist ersteinmal zu prüfen, ob es sich tatsächlich um einen freien Beruf oder um eine gewerbliche Tätigkeit handelt. In zweiteren Fall müsstest du dir einen Gewerbeschein besorgen. Sozialversicherungsfrei wäre der Verdienst bei der Höhe, nicht jedoch steuerfrei (was schon einiges ausmachen kann, da es auf den Verdienst deines Mannes aufgeschlagen wird und somit der hohe Grenzsteuersatz gilt). Eine Meldung an das Finanzamt muss bei den Beträgen nicht unbedingt erfolgen, es muss jedoch in der Steuererklärung angegeben werden. Somit sollten direkt schon Rücklagen für eine Steuernachzahlung zurückgelegt werden.

Antwort
von Julia23,

Zu beachten wäre vorllem die Kranlenversicherung:

  • in einem MINI-Job darf man bis zu 450€/monatlich (brutto=netto) verdienen und trotzdem noch kostenlos in der GKV Familienversichert sein

  • bei anderen Einkünften (z.B. als Selbständige) ist die Grenze niedriger: 385€/monatlich

  • quelle+Details: http://www.aok-bv.de/lexikon/f/index_00335.html

Daher würde im Falle der Selbständiglkeit / Honorabasis bei mehr als 385€ im Monat eine eigene Kranlenversicherung fällig die mindestens 150€, eher 300€ monatlich kostet.

Zudem wäre der Minijob mit Pauschalversteuerung (ohne Lohnsteuerkarte) auch steuerfrei. Bei Selbständigkeit wird je nach Einkommen des Ehepartners bis zu 45% Einkommensteuer fällig (eher weniger, 45% sind erst über 500.000€ Jahreseinkommen bei gemeinsam veranlagten fällig).

Also wenn Selbständig / auf Honorarbasis dann (zumindest anfangs) unter 385€ monatlich bleiben! Der Bereich 386€ bis ca.800€ ist wegen der KV uninteressant für Dich. KV informieren ist richtig. Je nach Art und Einstufung Deiner Tätigkeit ist auch ein Gewerbe anzumelden (und gewerbesteuer zu zahlen).

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