Frage von pelikhan1, 235

Was macht der Staat mit einem ausgeschlagenen Erbe?

Im konkreten Fall hinterlässt ein verstorbener Mensch Schulden in Deutschland und Werte in einem fernen Land. Die Erben können kaum überblicken wie hoch die Werte im Ausland sind und ob sie Chancen haben Ihr Recht auf diese Werte geltend zu machen, da es sich um anteile an Gemeinschaftseigentum handelt.

Wird der Staat einen Titel auf diese Auslandswerte versteigern wenn das Erbe ausgeschlagen wird?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, 235

Der Staat wird in diesem Fall vermutlich überhaupt nichts machen, ausser dem Vermieter mitzuteilen, dass er den Inhalt der Wohnung (nachdem Jemand vom Amtsgericht sich das angesehen hat) zu verwerten um die rückständige Miete und die Räumungskosten zu bezahlen. Überschüsse aus der Verwertung und der Kaution würde man einkassieren um das eventuell nach Abzug der Kosten an die Gläubiger zu verteilen. Wird aber nichts rauskommen.

Dann wird man ggf. noch mit dem Land, den dortigen Behörden Kontakt aufnehmen um zu klären, was für Werte dort sind. Aber vermutlich auch nur wenn er Schulden beim Staat hatte. Sonst wird man das den Gläubigern überlassen.

Kommentar von pelikhan1 ,

Das heißt der Anspruch landet dann automatisch bei den Gläubigern (z.B. 3 Teile bei der Bank bei der das Konto überzogen war 2 Teile beim Vermieter bei dem es Mietrückstand gab und 4 Teile bei Tante Trudchen die dem Verstorbenen ein Privatdarlehen gegeben hatte) ? Und was wenn sich herausstellt das die Werte doch zu Geld zu machen sind und der Wert viel höher ist als die Schulden? Dann bekommen die Gläubiger Ihre Schuldensumme und der Staat den Rest?

Kommentar von wfwbinder ,

Das wird anders laufen.

NAch den Ausschlagungen, wird sich eine vom Amtsgericht bestimmte Person in der Wohnung umsehen. Ob es etwas zu verwertendes gibt. Dann kommt der Vermieter und macht wegen der Rückstände das Vermieterpfandrecht geltend. 

Dann wird man sich an das Land wenden, wo das Vermögen ist. Je nach dem, wo das ist und welche Kontrollen es dort gibt, wird man den Auftrag geben, das ggf. zu verwerten. Da es sich um Anteile an Gemeinschaftseigentum handelt (was für Gemeinschaft, was für Eigentum), wird sich das vermutlich dann einer der Mitgesellschafter billig unter den Nagel reissen und so werden dann einfach die Kosten gedeckt und das ist erledigt.

Warum kümmert sich nicht Tante Trudchen, darum sich das Vermögen durch ihre Forderung zu sichern. Die weiss doch wohl um die Sachen.

Antwort
von Primus, 182

Es handelt sich bei einem Erbfall mit Auslandsberührung um eine der schwierigsten Materien des gesamten Erbrechts, da unter Umständen ausländische Rechtsordnungen anzuwenden sind.

Lies selbst:

https://www.raklinger.de/erbfall_mit_auslandsbezug.html

Antwort
von Privatier59, 126

Was für einen "Titel" denn? Und wieso versteigern. Der gesamte Hintergrund dieser Frage ist unklar.

Kommentar von pelikhan1 ,

Die Idee ist einfach das Erbe auszuschlagen und dem Staat für weniger Geld als die erwähnten Schulden in Deutschland das Besitzrecht an den Werten im Ausland wieder abzukaufen.

Die Frage ist: Was macht der Staat mit dem Besitzanrecht auf Werte im Ausland die er erbt weil das Erbe ausgeschlagen wurde.

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