Frage von trenrek, 80

was kostet ein Anwalt Erbrecht

Stieftochter wurde als Alleinerbin eingesetzt. Musste Anwalt nehmen. Erbe Höhe sechsstellig. Wir sind drei leibliche Kinder. Anwalt hat für mich die Höhe meines Anteil mitgeteilt . DieGegenseite hat auch einen Anwalt genommen. Nun hat er die Kosten von 1033.90 € mir mitgeteilt und gefragt ob meine Geschwister ihn auch ejn Mandat erteilen. Auf Anfrage ob sich die Kosten verdreifachen hat er nicht geantwortet. Er hat mit mitgeteilt das er sich geirrt hat undvon einem falschen Wert ausgegangen ist und seine Kosten jetzt 2990.00 € betragen. Ist das korrekt ?

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Antwort
von Rat2010, 53

Der Anwalt stellt eine Rechnung, die aus verschiedenen Komponenten besteht. Aus welchen und ob die Höhe der Rechnung in Ordnung geht, lässt sich aus der Rechtsanwaltsvergütungsgesetz erkennen

http://www.gesetze-im-internet.de/rvg/

Allerdings nicht unbedingt vom Laien. Lass dir eine ordentliche Rechnung ausstellen und frage, wie er sich um Faktor 3 irren konnte. "Gefühlt" sind 3.000 € realistischer als 1.000 € aber in Wirklichkeit habe ich da sehr, sehr wenig Erfahrung.

Ihren Pflichtteil, also bei drei leiblichen Kindern und keinen anderen pflichtteilsberechtigten/Erben der ersten Kategorie jeweils 1/6 des Erbes (wenn das bei dir 27.000 € sind, dürfte das Gesamterbe mit 162.000 € nicht strittig sein) müssen die Erben einfordern. Wenn deine Geschwister das wissend mit der Erbin in Kontakt treten, brauchen Sie keinen Anwalt. Sie soll halt jeweis die 27.000 € auszahlen.

Dein Anwalt würde (sehr) sicher auch deinen Geschwistern Rechungen stellen. Er tut ja auch was dafür! Die Geschwister können und sollten sich höchstens angesichts der (jetzt enormen) Einfachheit von deren Fällen auf z. B. 500 € pauschal oder weniger für den zwei mal fast identischen Brief einigen. Das aber wenn sie es nicht auf eingene Faust probieren wollen (es entstehen auch der anderen Seite Kosten) oder wenn das aus irgendeinem Grund (die Stieftochter gibt das dem Anwalt, der die Forderung der Geschwister unberechtigt findet) nicht geht.

Wichtig ist, dass Fristen einzuhalten sind (Verjährung). Deine Geschwister sollten also das eine oder andere machen aber die Sache nicht auf die lange Bank schieben.

Antwort
von AndWehle, 40

Hier ergibt sich ein Problem für den Kollegen, weil er nicht sich widerstreitdende Prozessparteien auch nicht außergerichtlich vertreten darf. Zum anderen hinsichtlich der Höhe der Rechnung ist anzumerken, dass dies schon sehr merkwürdig erscheint. Soweit es sich selbst um eine Vorschussrechnung handelt, ist der Anwalt an die Höhe der von ihm selbst festgelegten Gebühr innerhalb des gesetzlichen Gebührenrahmens gebunden. Diese sollte den üblichen Wert einer 1,3 Geschäftsgebühr grundsätzlich nicht überschreiten, wenn die Sache nicht über Gebühr schwierig oder besonders aufwendig war. Soweit die Grundlage der Gebühr, der sog. Gegenstandswert zu Beginn noch nicht feststand und dieser nun bei der Endabrechnung wesentlich höher ausfällt als zuvor gedacht, wäre die Gebührenerhöhung hierdurch gerechtfertigt. die grundlegenden Rechtsanwaltgebühren sind mittels sog. im Netz verfügbarer RVG Rechner leicht zu ermitteln. Soweit die Gebührenrechnung nicht nachvollziehbar vom Anwalt selbst erklärt wird, hilft in der Regel auch die zuständige Rechtsanwaltskammer. Diese muss auf der Internetseite, soweit vorhanden, ausdrücklich bezeichnet werden.

Kommentar von AndWehle ,

ok ich hatte bisher nur die Frage gelesen, der Kollege darf hier auch die anderen Pflichtteilsberechtigten vertreten. Dies mach aber nicht unbedingt Sinn. bei einem Streitwert von nur 27.000 Euro ist die Rechnung soweit nur ein außergerichtliches Tätigwerden des RA abgerechnet wird wesentlich überhöht.

Es ergibt sich insoweit die Frage was der RA hier alles tatsächlich für Sie getan hat.

Ist er auch in einem Gerichtsverfahren tätig geworden? gab es einen Gerichtstermin? wurde ein Vergleich geschlossen?

all diese Punkte erhöhe die Endsumme der Gebührenrechnung entscheidend. Egal wie ich das hier rechne, ich komme bei 27.000 Euro nicht auf 2.999 Euro Gebühren außer man hat sich außergerichtlich auf einen Vergleich eingelassen. Aber dann bestand seitens des RA kein Irrtum...

Antwort
von imager761, 35

Für eine Erstberatung zahlt man gesetzl. geregelt max. 190 EUR plus MWSt.

Tatsächlich stehen dir als leiblichem Kind Pflichtteilsrechte zu, die man innerhalb von drei Jahren fordern darf.

Wenn man gieirig, ahnungslos oder dumm genug ist, seine Forderungen gleich über einen rechtsanwalt zu stellen, bezahlt man ihn auch selbst. Ebenso jeder, der sich auch noch von ihm in dieser sacje vertreten liesse. Nur bei vergeblicher Aufforderung zu verpflichtender Nachlassaufstellung und Auszahklung kann man aus Rechtsgrund Verzugsschaden auf Kosten der Erbin Stufenklage erheben lassen.

Seine Kosten lassen sich nach Streitwert über einschlägige Gebührenrechner ermitteln oder in den entsprechenden Bestimmungen der KostO nachlesen.

G imager761

Antwort
von Privatier59, 30
Ist das korrekt ?

Wie soll Dir ein Mensch diese Frage denn beantworten können? Allein aus dem Umstand dass sich das Honorar jetzt verdreifacht hat irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen ist unmöglich. Um die Gebührenrechnung prüfen zu können, müßte man sie im vollen Wortlaut sehen können. Nur dann könnte man erkennen, nach welchem Gegenstandwert welche Anwaltsleistungen ausgeführt wurden.

Kommentar von trenrek ,

Ich habe noch keine Rechnung erhalten, nur die Mitteilung das sich die Kosten derzeitig auf 1033.40 belaufen bzw . auf 2990. 00 € Korrigiert wurden. Meine Geschwister haben aber noch kein Mandat erteilt. Die Erbsumme ist sechsstellig. Mein Erbe beträgt 27.000.00 €

Kommentar von Privatier59 ,

Ich hab da nachgeschaut wo auch ratlose Anwaltshiwis nachschauen:

http://www.foreno.de/viewtopic.php?f=4&t=40797

Wenn Du mal nach gaaaaanz unten schaust, dann werden da Urteile zitiert, wonach es auf den Wert des Erbanteils ankommen soll, hier also auf 27.000 Euro. Die Entscheidungen sind allerdings schon etwas älter.

Ich sag Dir zur Warnung aber klar: Es gibt für Fragen des Gerichts- und Anwaltskostenrechts Nachschlagewerke in doppeltem Telefonbuchformat und sogar eigene Zeitschriften nur zu dem Thema. Da ich gerade nichts davon hier liegen habe, kann ich Dir nicht sagen, wie die Rechtslage insofern aktuell ist.

Antwort
von mig112, 28

Ich sehe gar keinen Sinn darin, jetzt schon die weiteren Erben anwaltlich vertreten zu lassen! Wird erst dein Fall erfolgreich durchgeboxt, könnten sich die anderen ja anhängen... ggf. sogar ohne Anwalt, weil der Sachverhalt dann geklärt ist.

Die genannten Anwaltskosten erscheinen mir realistisch - es wäre aber zu prüfen, ober eine Terminsgebühr (vor Gericht) schon eingerechnet ist, oder ob es stattdessen nur um außergerichtliche Vertretung geht.

Die letztendliche Kostentragung ist ein weiterer klärungswürdiger Punkt - die "Stieftochter" ist nämlich mutmasslich im Unrecht...

Antwort
von SquadStein, 27

Zur Kostenberechnung nutze ich immer das Skript auf dieser Webseite: Werbung durch Support gelöscht Gib den Gegenstandswert ein und Du siehst, wo du mit den Kosten landest.

Kommentar von Primus ,

In Deinen Antworten erscheint nun zum 10. Mal der gleiche Link und aus diesem Grund gehe ich mal von Werbung aus.

Mal sehen, was Jürgen dazu meint!

Kommentar von ffsupport ,

Lieber Squadstein,

Wir möchten dich bitten in Zukunft auf Werbung zu verzichten.

Gerne kannst du dies auch nochmals in unseren Richtlinien nachlesen: http://www.finanzfrage.net/policy

Freundliche Grüße,

Jürgen vom finanzfrage.net Supportteam.

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