Frage von Mattersteig, 418

was kann ich verdienen ohne etwas von meiner Grundsicherung und Rente abgezogen bekomme

mir ist bekannt das 100 € abzugsfrei sind, beim Sozialamt wurde mir gesagt, das ich pro Euro 20 % behalten kann, der Rest von meiner Grundsicherung abgezogen bekomme. Stimmt das?

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Antwort
von hubkon, 256

Hallo Mattersteig,

Sie schreiben:

was kann ich verdienen ohne etwas von meiner Grundsicherung und Rente abgezogen bekomme<

Antwort:

Jeder Einzelfall und jede Situation ist anders, somit kann es auf diese Frage an dieser Stelle keine eindeutige Antwort geben, denn da spielen zuviele, verschiedene Faktoren eine Rolle!

Unter folgendem Link der DRV können Sie die diversen Fallbeispiele und Varianten nachlesen:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232620/publica...

mir ist bekannt das 100 € abzugsfrei sind, beim Sozialamt wurde mir gesagt, das ich pro Euro 20 % behalten kann, der Rest von meiner Grundsicherung abgezogen bekomme. Stimmt das?<

Antwort:

Bitte verlassen Sie sich niemals auf mündliche Aussagen irgendeines Sachbearbeiters, sondern bestehen Sie immer auf einem schriftlichen Bescheid!

Fazit:

Grundsicherung ist eine Sozialleistung, welche vom zuständigen Sozialamt an Ihrem Wohnort, "Bereich Grundsicherungsleistungen", geleistet wird.

Manche Dinge und Leistungen liegen im jeweiligen Ermessen des jeweiligen Sozialamtes.

Die Sozialgerichte sind wegen Überflutung mit Hartz4-ALG II und Grundsicherungsverfahren bis unter die Decke ausgelastet!

Wenn Sie ganz sichergehen wollen, daß bei Ihnen alles mit rechten Dingen zugeht, dann sollten Sie einen kompetenten Rechtsbeistand hinzuziehen!

Zum Beispiel durch Mitgliedschaft im VDK oder in einem anderen Sozialverband mit Sozialrechtsschutz bereits außergerichtlich für die Mitglieder!

Link:

google>>vdk.de/deutschland/pages/mitgliedschaft/64026/rechtsberatung

Alternative:

Antrag beim zuständigen Amtsgericht an Ihrem Wohnort auf Beratungskostenhilfe!

Link:

googel>>justlaw.de/service/beratungshilfe-antrag.pdf

Auszug:

Wozu Beratungshilfe? Durch die Beratungshilfe soll es Bürgern mit geringem Einkommen ermöglicht werden, sich beraten und vertreten zu lassen. Die Beratungshilfe ist Hilfe für die Wahrnehmung von Rechten außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens und im obligatorischen Güteverfahren nach § 15a des Gesetzes betreffend die Einführung der Zivilprozessordnung. Sie wird für die meisten Rechtsgebiete gewährt. Genaueres teilen das Amtsgericht oder die Rechtsanwälte mit. Möchte sich der Bürger in einem gerichtlichen Verfahren vertreten lassen, so kommt die Prozesskostenhilfe in Betracht, über die bei den Gerichten und Rechtsanwälten weitere Informationen zu erhalten sind. Wird die Beratungshilfe durch die Rechtsanwältin/den Rechtsanwalt gewährt, so hat der Rechtsuchende dem Rechtsanwalt eine Gebühr von 10 Euro zu zahlen, die dieser allerdings auch erlassen kann. Im Übrigen trägt die Kosten der Beratungshilfe das Land. Eine Vereinbarung über eine Vergütung im Bereich der Beratungshilfe wäre nichtig.

Wer erhält Beratungshilfe?

Beratungshilfe erhält, wer nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die für eine Beratung oder Vertretung erforderlichen Mittel nicht aufbringen kann und keine anderen zumutbaren Möglichkeiten für eine Hilfe hat. Die beabsichtigte Wahrnehmung seiner Rechte darf nicht mutwillig sein.

Sollten Sie anwaltliche Beratung bereits vor der Bewilligung von Beratungshilfe in Anspruch nehmen, so haben Sie - sofern Ihr Antrag später durch das Amtsgericht abgewiesen wird - selber die gesetzlichen Gebühren an die Rechtsanwältin/den Rechtsanwalt zu bezahlen.

Wer gewährt Beratungshilfe?

Die Beratungshilfe erteilen die Rechtsanwälte, die, wenn nicht besondere Ausnahmen eingreifen, zur Beratungshilfe verpflichtet sind. Das Amtsgericht kann die Beratungshilfe gewähren, soweit dem Anliegen durch eine sofortige Auskunft, einen Hinweis auf andere Möglichkeiten der Hilfe oder die Aufnahme eines Antrags oder einer Erklärung entsprochen werden kann.

Wie erhält man Beratungshilfe?

Erforderlich ist ein Antrag, der mündlich oder schriftlich gestellt werden kann. Sie können den Antrag bei dem Amtsgericht stellen oder Sie können unmittelbar eine Rechtsanwältin/einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl mit der Bitte um Beratungshilfe aufsuchen. Die Rechtsanwältin/der Rechtsanwalt wird Ihren Antrag auf Bewilligung der Beratungshilfe an das Amtsgericht weiterleiten. Für einen schriftlichen Antrag ist das anhängende Formular zu benutzen.

Liegen die Voraussetzungen für die Gewährung von Beratungshilfe vor, stellt das Amtsgericht, sofern es nicht selber die Beratung vornimmt, Ihnen einen Berechtigungsschein für Beratungshilfe durch eine Rechtsanwältin/einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl aus. Gegen einen Beschluss des Amtsgerichts, durch den Ihr Antrag zurückgewiesen wird, ist der nicht befristete Rechtsbehelf der Erinnerung statthaft.

Bitte unter o.a. Link weiterlesen!

Wer auf kompetenten Rechtsbeistand verzichtet, der riskiert, daß seine Rechte mit Füßen getreten werden!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von Berter, 203

Primus, bist du dir da sicher? Ich dachte, dass man bei einem Gehalt von 450 Euro alles behalten darf bzw. es nicht verrechnet wird...Aber ich kann auch komplett falsch liegen.

Kommentar von Steeler ,

Dafür ist die Kommentarfunktion da ("Antwort kommentieren"). So bekommt Primus von Deinem Kommentar womöglich nichts mit.

Kommentar von Primus ,

Danke Steeler, ich habe es gerade gesehen ;-))

@Berter: ich bin mir ziemlich sicher, denn bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wird nach § 82 Absatz 3 SGB XII ein Betrag in Höhe von 30 Prozent des Einkommens aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit des Leistungsberechtigten nicht angerechnet.

30% von 450 € = 135 €

Kommentar von Julia23 ,

Primus hat wohl recht, siehe: http://dejure.org/gesetze/SGB_XII/82.html (Absatz 3)

Antwort
von cyracus, 157

Es gibt verschiedene Arten von Grundsicherung:

  • ALG II / Hartz IV
  • Grundsicherung im Alter (auch genannt GruSi)
  • Grundsicherung bei Erwerbsunfähigkeit
  • Sozialhilfe

Gib bitte künftig genau an, um welche Art von Grundsicherung es sich handelt. Denn nur dann kann man Dir verlässliche Antworten geben. - (Wenn Du Grundsicherung im Alter beziehst, achte bei Antworten immer genau darauf, ob man Dir auch dazu geantwortet hat. Leider kennen allzu viele den Unterschied nicht und antworten - so wie hier - auf ALG II / Hartz IV.)

.

So wie ich es sehe, hast Du Antwort bekommen, als würdest Du ALG II / Hartz IV beziehen.

Deine Frage verstehe ich aber so, dass Du Rentner(in) bist und aufstockend Grundsicherung im Alter beziehst.

In dem Fall gestaltet sich der Freibetrag beim Zuverdienst vollkommen anders. Du kannst dann nicht die ersten 100 € vollständig behalten plus darüber hinaus 20% vom Verdienst.

Stattdessen darfst Du ab dem ersten Euro 30% behalten, 70% werden verrechnet. Verdienst Du also 100 €, bleiben Dir 30 €. - Zusätzlich ist auch noch die Höhe gedeckelt. Denn Von Deinem Zuverdienst darfst Du höchstens 50% des Regelsatzes behalten. Zur Zeit die Hälfte von 382 € = 191 €.

Ich weiß, das fühlt sich ungerecht an - und so ist es auch. - Hier

http://www.finanzfrage.net/frage/im-rentenalter-arbeiten-wenn-man-grundsicherung...

habe ich eine Vergleichsrechnung aufgestellt, wieviel diejenigen mit ALG II / Hartz IV behalten dürfen udn wieviel diejenigen mit Grundsicherung im Alter. (Du weißt ja, inzwischen ist der Regelsatz ein winzig bißchen höher.)

Kommentar von cyracus ,

Damit Du keine unnötigen Schwierigkeiten mit dem Amt bekommst, lies meinen Tipp:

Umgang mit Sozialbehörden

http://www.gutefrage.net/tipp/umgang-mit-sozialbehoerden-

Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

.

Weil Du ganz neu hier bist, vorsichtshalber auch dieser Hinweis:

Wenn Du zu einer Antwort oder Kommentar etwas hinzufügen willst, dann klick jeweils direkt darunter auf "Antwort kommentieren" oder "Kommentar hinzufügen" (eins von beiden steht dann da). - Wenn dort steht "Mail-Benachrichtigung erhalten, klick darauf, damit Du bei weiterem Kommentar benachrichtigt wirst. Willst Du eines Tages keine Benachrichtigungen mehr erhalten, klick dann auf "... beenden).

Antwort
von Rentenfrau, 132

Hallo Mattersteig, der grundsätzliche Freibetrag von 100 Euro gilt im Sozialgesetzbuch II, also beim Bezug von Arbeitslosengeld II. Doch beim Bezug von Sozialhilfe oder Grundsicherung nach dem SGB XII gibt es diesen Freibetrag nicht so. Es werden vom Nettolohn (das nach SGB XII berechnet wird) ein Freibetrag von 30 % abgezogen. Habe Dir hier nachstehend die Regelung reinkopiert: Freibetrag: Danach wird der sozialhilferechtliche Freibetrag vom bereinigtem Nettoeinkommen festgestellt. Es ist ein Betrag von 30 % des Einkommens aus nichtselbständiger oder selbständiger Tätigkeit des Leistungsberechtigten abzusetzen. Hier noch der Link: http://www.sozialhilfe24.de/grundsicherung-sozialhilfe/einkommen.html

Mein Tipp noch: wenn Du die Möglichkeit hast, mehr zu verdienen, dann mach das doch, es ist doch auch gut, unabhängig von der Grundsicherung zu leben.

Antwort
von Primus, 103

Bezieher von Grundsicherung dürfen etwas hinzuverdienen – bei einem 450-Euro-Job dürfen sie 135 Euro von den Einkünften behalten, der Rest wird verrechnet.

Kommentar von Julia23 ,

Du hast recht, § 82 Abs.3 SGB XII besagt:

(3) Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist ferner ein Betrag in Höhe von 30 vom Hundert des Einkommens aus selbständiger und nichtselbständiger Tätigkeit der Leistungsberechtigten abzusetzen, höchstens jedoch 50 vom Hundert der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28

Wenn ich das richtig verstehe darf höchstens der halbe Regelsatz, also derzeit ca. 191€ (Singelhaushalt) bzw 172€ (Partnerhaushalt) anrechnungsfrei sein. Verdient man also mehr als 191€ : 30% = 637€, wird nichts mehr "anrechnungsfrei" sein.

Kommentar von Primus ,

ich danke Dir :-))

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