Frage von microgeo, 118

Was ist zu tun, wenn ein Miteigentümer einer Wohneigentümergemeinschaft (WEG) z.B. kein Hausgeld mehr bezahlt oder sich bei dringlichen Sanierungen querstellt?

Gibt es dann taugliche Maßnahmen welche eine WEG einleiten kann? Ist auch in Extremfällen eine Entziehung des Eigentums möglich?

Antwort
von Primus, 118

Eine besonnene Hausverwaltung wird zunächst versuchen mit dem betroffenen Eigentümer ins Gespräch zu kommen. Vielleicht liegen kurzfristige Zahlungsschwierigkeiten vor, die in 1 bis 3 Monaten wieder vom Tisch sind.

 Denkbar wäre unter Umständen auch eine Ratenzahlung mit der Vereinbarung einer Vorfälligkeitsklausel für den Fall der Nichtzahlung. 

Sollte ein persönliches Gespräch zwischen Hausverwaltung und Miteigentümer oder auch zwischen Beirat und Miteigentümer erfolglos sein, muss die Angelegenheit im Interesse aller Wohnungseigentümer rechtsgängig gemacht werden.

Wohnungseigentümer müssen zwingend notwendige Sanierungsmaßnahmen im Haus durchführen lassen und anteilig für die Kosten aufkommen. Eine finanzielle „Opfergrenze“ gibt es nicht, entschied der Bundesgerichtshof (BGH)  in letzter Instanz. Notfalls müssen Eigentümer ihre Wohnung verkaufen, um die Sanierungskosten am Gemeinschaftseigentum zu bezahlen. Eigentümer müssen sogar Schadenersatz zahlen, wenn sie unausweichliche Reparaturen verweigern.

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/urteil-des-bundesgerichtshofs-wohnungseige...

Antwort
von Rat2010, 68

Kommt immer wieder vor. Was zu tun ist, ist in § 18 WEG geregelt.

http://dejure.org/gesetze/WEG/18.html

Man hat also Druckmittel und die Hausverwaltung sollte diese auch einsetzen. Vor allem sollte sie zeitnah, also mit den ersten Zahlungsschwierigkeiten klarstellen, dass die Zahlung des Hausgeldes kein Luxus ist.

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