Frage von Olicia55, 162

Was ist eine Forderungsausfallversicherung?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Helga88, 80

Ich habe bisher nur wenig davon gehört. Laut https://www.deutsche-gewerbeversicherung.de/forderungsausfallversicherung-haftpf... handelt es sich bei der Forderungsausfallversicherung um eine bestimmte Gewerbeversicherung. 

Wenn Selbstständige ihr Geld von den Auftraggebern nicht erhalten, würde hier die Police eingreifen um die Verdienstausfall auszugleichen.

Antwort
von RHWWW, 97

Hallo,

teilweise wird eine Forderungsausfallversicherung als ein Baustein bei Privat-Haftpflichtversicherungen angeboten.

Haftpflichtversicherungen decken normalerweise nur Schäden ab, die man selber verschuldet hat.

Wenn jemand anderes einen Schaden verursacht hat, haftet dieser (oder dessen Versicherung) dafür. Das Problem in der Praxis ist aber oft, dass der Verursacher kein Geld hat, um den Schaden zu ersetzen.

Beispiele:

- der Radfahrer ist unaufmerksam und zerkratzt das nagelneue Auto. Wenn der Radfahrer weder eine Privathaftpflichtversicherung noch das nötige Geld hat, hat der Autobesitzer ggf. keine Chance auf Ersatz des Schadens.

- die (nicht richtig befestigte) Markise des Nachbarn löst sich bei einer Windböe (kein Sturm) und zerstört den nagelneuen Wintergarten. 
Wenn der Nachbar (mit der Markise) weder eine Privathaftpflichtversicherung noch das nötige Geld hat, hat der Wintergartenbesitzer ggf. keine Chance auf Ersatz des Schadens.

In beiden Fällen ersetzt die Forderungsausfallversicherung den Schaden.

Wichtig: es gelten die Regelungen der Forderungsausfallversicherung, z.B. Höchstbetrag, Mindestforderung, erfolglose Klage gegen den Verursacher ... Bei diesen Feinheiten kann es große Unterschiede geben!

Gruß

RHW

Antwort
von Primus, 77

Meine Meinung zu dieser Versicherung ist, dass sie für Betriebe immer wichtiger wird, da immer mehr Betriebsinhaber und Geschäftsführer über die mangelnde Zahlungsmoral ihrer Geschäftskunden klagen.

So sollen mittlerweile nur noch  nur gut zwei Drittel aller Forderungen rechtzeitig eingehen. 

In etwa 3 bis 7 % – je nach Branche – gibt es erhebliche Störungen bei der Bezahlung von Rechnungen oder gar einen kompletten Ausfall.

Für so manche Betriebe ist also die Insolvenz ohne eine Forderungsausfallversicherung unabwendbar.



Antwort
von hildefeuer, 72

Eine Forderungsausfallversicherung tritt bei Zahlungunfähigkeit (Insolvenz) des Schuldners ein. Ich hatte mal die Gelegenheit bei einem Freund ein solches Angebot einzusehen. Für 100.000€ wurden 18% Prämie fällig. Die Versicherung hätte dann 75% bei Insolvenz bezahlt. Macht also nur Sinn, wenn man die Prämie einkalkulieren kann, bzw. der Gewinn so hoch ist, das er deutlich über der Prämie liegt.

Forderungsausfallversicherungen werden meist mit Factoring vom Factor abgeschlossen. Daraus ergeben sich dann 3 positive Dinge: Kein bezw. nur begrenztes Risiko eines Forderungsausfalls und massiv Steuern sparen für den Verkäufer der Forderung. Bei Factoring wird der Gewinn außerhalb der Bilanz erwirtschaftet. Es werden keine Gewerbesteuern und teilweise keine Umsatzsteuer fällig (bei Factor im Ausland z. B. Dubai, Monaco). Der Factor benötigt eine Banklizenz.

Hinzu kommen rechtliche Vorteile. Der Verkäufer der Forderung kann in Zivilprozessen des Factors als Zeuge aussagen. Damit sind solche Verfahren von vorn herein in trockenen Tüchern, da die Gerichte den Schuldnern nicht glauben.

Zahnärzte machen dies regelmäßig, um nicht Gewerbesteuerpflichtig zu werden, wegen ihrer medizinisch nicht notwendigen, medizinisch ästhetischen Behandlungen (Implantate).


Antwort
von wfwbinder, 65

Wie der Name sagt und @privatier treffend schrieb, die zahlen, wenn der Schuldner ausfällt.

Es gibt verschiedene Ausprägungen.

1. Debitorenausfall, also Kunde zahlt nicht. Dies ist oft mit Factoring verbunden, also ein Factoring kauft die Kundenforderungen und nimmt bei Forderungsausfall keinen Rückgriff.

2. Kreditausfallversicherung bei z. B. Ratenkrediten. Meist eine teure Sache in den Kreditverträgen.

Antwort
von Privatier59, 63

Der Begriff ist ja wohl selbsterklärend. Wenn ein Schuldner ausfällt springt die Versicherung ein. Allerdings frage ich mich, wer so etwas wirklich braucht. Die Kosten dürften nicht niedrig sein. Da gibt es in der Regel bessere Möglichkeiten sich abzusichern, wie z.B. Vorkasse, regelmäßige Abschlagzahlungen sowie vorherige Einholung von Bonitätsauskünften.

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