Frage von Reseal,

Was ist der Vorteil eines Fonds?

Warum macht nicht jeder sein eigenes Süppchen und investiert direkt in die Anlagen die man haben will? Warum sollte man sich mit anderen zusammen tun und in einen Fond investieren? Hat das irgendwelche Vorteile?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds,

Es gibt zwei Vorteile:

  • Durch ein professionelles Fondsmanagement mit entsprechender Erfahrung ist die Auswahl der Einzeltitel bzw. die Reaktion auf Marktereignisse qualifizierter und kompetenter als bei harmlosen Privatanlegern, die eher nach Bauch entscheiden.

  • Die Transaktionskosten sind deutlich geringer, wenn man größeren Volumen handelt, als wenn man nur eine kleine Anzahl von Aktien kauft/verkauft.

Ich kenne auch Vermögensverwalter, die Portfolios von 500 kEUR und mehr mit einem signifikanten Anteil von Einzelaktien bestücken, um Verwaltungskosten von Fonds zu meiden.

Abgesehen davon ist natürlich ein Fonds eher ein Rundum-Sorglos-Paket, d.h. ein Anleger muß nur passiv beobachten, nicht jedoch täglich handeln.

Kommentar von GAFIB ,

"Professionelles Fonds-Management...." - > In der Theorie ja, in der Praxis eher nein, da 80% der aktiv gemanagten Fonds ihren jeweiligen Vergleichsindex nicht schlagen. Zwar nimmt sich jeder vor, auf die "richtigen" 20% zu setzen, aber dies ist wiederum eine Wette, die oft schiefgeht.

Nach meiner Erfahrung lohnen aktiv gemanagte Fonds nur in wenigen speziellen Ausnahmefällen, eine gut gestaltete globale Streuung aus Indexfonds / ETFs und Einzelaktien ist kaum zu schlagen.

http://www.finanzfrage.net/tipp/wie-hilfreich-sind-fonds-rankings

Kommentar von gandalf94305 ,

Weit gefehlt. Die Tatsache, daß Laien typischerweise die stark promoteten oder bisher schon gut gelaufenen Fonds kaufen bzw. einfach nach Bauchgefühl zuschlagen, soll ebensowenig als Argument gegen Fonds gehalten werden wie die Tatsache, daß Fondsmanager typischerweise ihre Vergleichsindices nicht dauerhaft schlagen.

Das spricht nämlich nur dafür, daß man die Auswahl von Fonds besser gestalten muß und damit nicht das (im vorhinein ja gar nicht bekannte) Optimum erreicht, wohl aber das Anlegerziel.

Ich warte übrigens immer noch von Dir auf ein Beispiel eines Marktsegments üblicher Privatanlegerportfolios, für das es keine Fonds gibt, die über 5+ Jahre besser als der wesentliche Index dieses Markts (und damit ein entsprechender ETF) laufen.

ETFs haben ihre Berechtigung, aber sie als Allheilmittel zu verkaufen, halte ich für fahrlässig.

Kommentar von GAFIB ,

Ich bin so ziemlich der Letzte, der je von "Allheilmitteln" sprechen würde... ;-)

Meine Erfahrung ist schlicht, dass mein "Vergleichs"-Portfolio aus den vermeintlich jeweils führenden "akiven" Fonds immer ein wenig schlechter abschneidet als mein "Basis-Portfolio" aus ETFs und Einzelaktien. Ich unterstelle mal, dass ich in beiden Fällen "aufgeklärt" auswähle bzw. gestalte. Das Ergebnis pro ETFs und Einzelaktien passt gut zu meiner "mathematischen" Überzeugung, dass die erheblichen Zusatzkosten der "aktiven" Welt längerfristig kaum einzuspielen sind.

Kommentar von gandalf94305 ,

Ich warte übrigens immer noch von Dir auf ein Beispiel eines Marktsegments üblicher Privatanlegerportfolios, für das es keine Fonds gibt, die über 5+ Jahre besser als der wesentliche Index dieses Markts (und damit ein entsprechender ETF) laufen.

Die Kosten sind nur ein Aspekt. Das Stockpicking bzw. die Reaktion auf Marktereignisse in einem aktiv verwalteten Fonds haben einen höheren Stellenwert als ein Prozent mehr an Kosten.

Ich warte immer noch auf konkrete Aussagen mit konkreten ISINs anstelle pauschaler Formulierungen, die nicht nachprüfbar sind.

Antwort
von MsMouse,

Mir fallen spontan zwei (theoretische) Vorteile ein:

  • Du musst für jedes Aktienpaket von z. B. 100 Stück der Aktie der Firma A und Firma B, die Du in Dein Depot legst, nicht extra 2 x Ordergebühren zahlen
  • der Verwalter ist ein Profi und nimmt nur - hoffentlich - rentable Aktien in den Fonds, die Gewinn bringen

Allerdings hat es auch (praktische) Nachteile wie z. B.

  • Du hast keine Kontrolle darüber, welche Aktien in den Fonds kommen
  • Offene Fonds könn(t)en geschlossen werden und Du kommst schwer bis gar nicht an Dein Geld

Empfehlenswert? Da bin ich selber unsicher :/

Antwort
von freelance,

Suppe kochen ist gut, wenn man es kann. Und wenn man auch das nötige Kleingeld für die Zutaten der Suppe hat.

Vorteil eines Fonds? Warum kaufen?

  • Weil man sich selbst nicht auskennt.
  • Weil man sich nicht mit dem Thema beschäftigen will.
  • Weil man schon oft die falschen Suppen gekauft hat und auf die Nase gefallen ist.
  • Weil man zu wenig Geld hat, um eine Diversifikation hinzubekommen.
  • Weil man hohe Orderkosten hat, weil das Volumen sehr gering ist.

Es gibt noch viele andere Gründe, warum ein Fonds sinnvoll sein kann für viele Investoren.

Oder meinst du das, wenn du schon von Suppe und Fond sprichst?

http://de.wikipedia.org/wiki/Fond_(Lebensmittel)

Antwort
von Fragfreund,

Nein, du schiebst nur den Fondsgesellschaften und deren Mitarbeiter das Geld in den Rachen. Die Argumentation, dass man in einem Fond risikoreiche und sichere Aktien usw. mischen kann, um die Risiken zu vermindern, ist nur vorgeschoben. Du liegst genau richtig, dass jeder in die Anlagen entsprechend seiner Risikobereitschaft investieren sollte. Ausserdem ist die Reaktionszeit beim Verkauf von Fonds zäh wie Brei.

Es geht nur um das Geld der Anleger und sonst um nichts, wobei natürlich die meisten Angestellten der Fondsgesellschaften in dem guten Glauben handeln, ihren "Klienten" etwas Gutes zu tun. Woher sollen sie es auch besser wissen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten