Frage von Naemi93, 78

Was ist der Unterschied zwischen der Ist- und Sollversteuerung?

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Finanzamt, 78

Wer Umsatzsteuer zahlt (Regelbesteuerer, kein Kleinunternehmer), der kann entweder Ist- oder Sollbesteuerer sein.

Der Istbesteuerer muss die Umsatzsteuer für Beträge abführen, die er tatsächlich vereinnahmt hat, also die in der Kasse, oder auf dem Bankkonto eingegangen sind.

Der Sollbesteuerer muss die Umsatzsteuer abführen, für die Beträge, für die er im Voranmeldungszeitraum Rechnungen geschrieben hat. Also auch für Beträge, die er noch nicht eingenommen hat.

Die Grenze ist 500.000,- Jahresumsatz, ab dann ist man zur Sollbesteuerung verpflichtet.

Das gilt nicht für Freiberufler.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Fast richtig.

Der Sollversteuerer führt Umsatzsteuer ab für die im Voranmeldungszeitraum ausgeführten Umsätze - ob er nun Rechnungen geschrieben hat oder nicht.

Diesen Unterschied hat der Gesetzgeber bewusst gemacht, denn gäbe es ihn nicht, so ließe sich durch verzögertes Rechnungschreiben die Sollbesteuerung leicht aushebeln.

Kommentar von wfwbinder ,

Vollkommen richtig, Du hast es für die Theorie perfekt beschrieben, aber in der Praxis fährt der Bauleiter eben nicht am 31. auf die Baustelle um festzustellen, dass alles fertig ist, sondern am 01. und dann kann ja erst die Rechnung geschrieben werden. ;-) :-))))))))))))))))

Kommentar von EnnoWarMal ,

Na doch, der Steuerberater - wenn es ein guter ist - macht das schon. Vielleicht nicht unterjährig, aber zum Jahreswechsel auf jeden Fall.

Da auf den Rechnungen der Leistungszeitpunkt draufstehen muss, ist also auch leicht zu erkennen, ob eine Rechnung noch ins alte oder schon ins neue Jahr gehört. Und dabei fährt der Unternehmer oftmals gar nicht schlecht. Beispiel:

Der Unternehmer U gibt dem Steuerberater S  eine Rechnung über 119, die er im April 2015 geschrieben hat für eine Leistung, die er im November 2014 erbracht hat.

S bucht die Rechnung folgerichtig ins alte Jahr ein, denn der Jahresabschluss wird erst im Juli gemacht. Die UStE wird im Juli abgegebn und die Steuer in Höhe von 19 demzufolge im August bezahlt.

Hätte der S die Rechnung in die laufende Buchhaltung des April genommen, hätte der U die Steuer bereits am 10. Juni bezahlen müssen.

Irre, was da so bei rauskommen kann, was?

Kommentar von wfwbinder ,

Du hast vollkommen Recht. Am Jahresende geht man alles durch auch wegen der Bewertung und kontrolliert, was in den ersten Monaten abgerechnet wurde und ob es mit den anderen Angaben übereinstimmt.

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