Frage von ina612, 42

was ist bei mittelfristiger firmenübernahme zu beachten?

Ich bin Inhaber einer UG haftungsbeschränkt, die ein Ladengeschäft betreibt. Dieses soll nun zum 1.1.15 in neue Hände übergehen, damit verbunden die Firma. Ich möchte den Vertrag bereits in naher Zukunft abschließen und mich auf eine Anzahlung mit dem Käufer einigen. Der Verkaufswert beträgt 50.000 €. In welcher Höhe wäre die Anzahlung angemessen, um auch ein berechtigtes Kaufinteresse nachzuweisen? Ich denke an 20.000 €, der Käufer an 5000 €?

Welche Verbindlichkeiten kann ich vertaglich geltend machen, um sicher zu gehen, daß die Übernahme auch zum 1.1. erfolgt und der Käufer nicht noch (trotz Vertragsunterzeichnung) abspringt?

Wie kann ich sichergehen, daß die Verkaufssumme auch vorhanden ist? Bankauszüge einsehen? Bankbürgschaft fordern? Was ist da üblich?

Grüße, Ina

Antwort
von wfwbinder, 35

In dem Moment wo Du einen Vertrag unterzeichnest udn der Käufer auch, habt ihr ansprüche.

Er, dass ihm die Anteile zum 01. 01. 2015 übertragen werden,

Du, dass Du den Kaufpreis bekommst.

Nun geht bis dahin noch viel Zeit ins Land. Er könnte Angst haben, dass Du Dich nicht mehr um den Laden kümmerst und der Wert sinkt.

Du, dass er nciht zahlen kann.

Anteilsübertragungen mit soviel Vorlauf sind nicht einfach. Ich würde die folgenden, oder ähnliche Regeln in den vertrag bringen:

  1. Anzahlung ......,- Euro. Sollte der Käufer den Restkaufpreis nicht zahlen, verfällt die Anzahlung.

  2. Basis ist die BWA p 31.12.2013/der Jahresabschluss 2013. Sollten sich das Jahrerergebnis/der Gewinn/der Umsatz um mehr als ... % vermindern, oder erhöhen, ist der Kaufpreis nachzuverhandeln.

  3. Der käufer hat das Recht ab dem ...... Im Unternehmen für eine bessere Überleitung mitzuarbeiten/kann eine Person stellen, die ab dem genannten Zeitpunkt mitarbeitet.

Ich würde mir schon zeigen lassen, dass die Finanzierung des Kaufpreises insgesamt steht.

Antwort
von free555, 29

üblich ist das, was man verhandeln kann. Wenn man eine Anzahlung iHv. 50.000 Euro bekommen kann, dann wäre das doch schön :) Ich würde gar nichts zahlen, wäre ich ein Käufer. Ich würde bei Übernahme zahlen.

Man kann in einem Vertrag eine Klausel aufnehmen, dass bei Nichtzustandekommen des Deals eine Zahlung fällig ist. Damit bekommt man sicherlich einen Interessenten, der auch will.

Das Problem ist doch, dass auch der Käufer ein Risiko hat. Wie stellst du sicher, wie der Laden am 31.12. aussieht, was noch da ist, was mit verkauft wird etc. Ohne den Fall im Detail zu kennen, kann man wenig sagen.

Ich würde fachlichen Rat einholen, z.B. bei einem Steuerberater.

Kommentar von EnnoBecker ,

Und woher weiß der Steuerberater, wie der Laden am 31. Dezember 2014 aussieht?

Kommentar von wfwbinder ,

Hast Du noch nicht Kristallkugel "FiBuLex 2020" mit dem Softwareupdate 3.11 des BigBrothers aus Nürnberg?

Wenn man manche Meinung liest, denkt man, der Beruf des "Steuerhexers" müßte erfunden werden.

Kommentar von ina612 ,

"Man kann in einem Vertrag eine Klausel aufnehmen, dass bei Nichtzustandekommen des Deals eine Zahlung fällig ist. Damit bekommt man sicherlich einen Interessenten, der auch will." - Das nennt man wohl "Reugeld" und wäre sichrlich sinnvoll und auch angebracht.

Natürlich ist so ein Deal, der sich über eine längere Zeitspanne erstreckt mit einem Risiko sowohl für Käufer als auch für den Verkäufer verbunden. Und natürlich spielt gegenseitiges Vertrauen eine Rolle. Dennoch überlegt man natürlich wie man sich bestmöglich absichert, so daß alles wie vereinbart über die Bühne geht.

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