Frage von betroffen, 86

Was haltet Ihr von der Spartradition der deutschen Sparer, ist die veraltet, oder gibt es gute Gründe für solch ein Sparverhalten?

Ich habe gestern folgenden Artikel gelesen, der erst einige Tage alt ist:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/spartradition-warum-deutschland-trotz-nied...

Das hat sehr gemischte Gefühle bei mir hervorgerufen. Ich würde gerne Eure Meinungen dazu hören. Haben die Schreiber recht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Finanzschlumpf, 22

Zum Teil ist der Artikel etwas irreführend.

Nicht trotz Nullzinsen sparen die Deutschen weiter, sondern wegen der hohen Ersparnis sind die Zinsen Null ( Angebot und Nachfrage ).

Die Fokussierung auf Privatsparer halte ich auch für falsch. Die Löwenanteil der Ersparnis kommt aus dem Unternehmensbereich. Und das erklärt eben zum Teil auch, warum die Ersparnis so wenig preissensitiv ist - Unternehmen müssen Gewinn erwirtschaften ( = Sparen ), das ist quasi Selbstzweck, und das wird gemacht auch bei negativen Zinsen.

Ebenso etwas unglücklich finde ich die angedeutete These, dass z.B. Aktienkäufe nicht sparen wären. Sparen ist nicht konsumieren. Und ob ich nun auf dem Sparkonto anlege oder jemand seine Aktien ( teuer ) abkaufe ändert nichts am Fakt des Sparens und der Zinssenkung dadurch.

Antwort
von Glueckli, 43

Also in der heutigen Zeit würde ich gar keinem mehr trauen, keiner Bank, keinem Anleger. Ich würde mein Geld zu Hause sparen, hab ich dann auch mehr von, denn dann bleibt es bei mir.

Kommentar von Luscinia ,

Zu Hause? Unter der Matratze? In der Speisekammer? Und wenn es dir die Mäuse oder die Motten wegfressen, was hast Du dann?

Antwort
von qtbasket, 50

Von Traditionen , etwa das war schon immer so, halte ich gar nichts.

Sparen macht Sinn, um kurzfristigen Finanzbedarf ohne teure Verschuldung zu  befriedigen. Hierfür sind Tagesgeldkonten, die geeignete Sparform und nicht das Sparkonto mit seinen Regularien, wie eine dreimonatige Kündungsfrist beispielsweise.

Mittel- und langfristig Geld anlegen ohne das konservative Sparen in Tages- und Festgeldern bringt mehr Zinsen in anderen Anlageformen, allerdings auch bei mehr Risiko. Und hier liegt das Problem: Jeder Anleger muss für sich entscheiden ob er das will, oder Null Zinsen und Null Risiko. Und das wird noch ein Weilchen so bleiben - so wie die Zinspolitik der EZB es vorgibt. 

Ich bin ein Freund von breit aufgestellten ETFs, die man für schon kleines Geld und mit minimalen Kosten kaufen kann - allerdings eher nicht bei Filialbanken. Folglich muss man mit Online Banken oder Online Brokern arbeiten, und das traut sich eben nicht jeder zu. Geht aber ganz gut, wenn man sich wirksam vor den Gefahren aus dem Netz schützen kann.

Also blos nicht vom Handy, sicheres PIN/TAN Verfahren und professionellen Virenschutz: dann kann man mit ING DIBA, DKB, BLUE MAX und anderen seriösen Anbietern gut zurecht kommen.

Kommentar von betroffen ,

Genau qtbasket!

"das Problem: Jeder Anleger muss für sich entscheiden ob er das will..."

Nun gibt es seit einigen Jahren schon solche Zeitungsartikel, in denen, verschleiert, für risikoreiche Geldanlagen geworben wird.

Dieser Artikel jedoch, ist dermaßen ekelig und jämmerlich, dass mir wirklich schlecht geworden ist. Erst schleimen sie sich beim Leser mit schönen, guten, alten Traditionen ein. Dann erklären sie dem Leser mehrfach wie unwissend und hinterwäldlerisch er ist. Letztendlich zeigen sie ihm gönnerhaft Chancen auf...

Mit solchen Methoden rekrutieren Sekten ihre Anhänger. Ich fasse es nicht!  

Kommentar von qtbasket ,

Dieser Kommentar ist ziemlich unverschämt - mich in die Nähe von Sekten zu rücken, ist respektlos und  beleidigend.

Kommentar von betroffen ,

Für mich ist Deine Antwort völlig okay, qtbasket.

Mit dem "Artikel" und dementsprechent den Sektenmethoden meinte ich selbstverständlich den Artikel der Süddeutschen, der Grundlage meiner Frage war.

Kommentar von HGiefing1210 ,

Dieser Artikel beschreibt die Meinung von qtbasket zum Thema sparen. Diese kann man teilen oder auch nicht.

Ihn jedoch in die Sektenecke zu stellen, halte ich für einen ziemlichen Quatsch.

Dass ETF auch für den Privatanleger eine echte Investitionschance sind, ist m.M. nach unbestritten. Aber natürlich muss man sich damit auch auskennen (wie und wo soll man die Order setzen, wie kann man absichern, etc.). Diese Dinge kann man lernen oder an jemanden delegieren.

Für mich ist die Antwort von qtbasket moralisch und inhaltlich einwandfrei.

Kommentar von betroffen ,

Für mich ist die Antwort von qtbasket völlig okay.

Mit dem "Artikel" und dementsprechent den Sektenmethoden meinte ich selbstverständlich den Artikel der Süddeutschen, der Grundlage meiner Frage war.

Antwort
von barmer, 17

Ich verstehe die Frage nicht. Natürlich ist es so und es ist auch alternativlos.

Außer man richtet sich auf ein Alter in Hartz IV ein und versucht vorher alles über Bord zu werfen.

Viel Glück

Barmer

Antwort
von althaus, 62

Ist doch nichts verwerfliches zu Sparen. Ich spare auch und meine Kinder ebenso. Das wird sich auch nicht bei einer Nullzinspolitik ändern. 

Antwort
von Rat2010, 46

Natürlich hat er recht. Nicht erst, seit es keine Zinsen mehr gibt.

Deutschland spart sich arm.

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