Frage von wiener10,

Was gilt es beim Verkauf einer Immobilie zu beachten?

Ein Bekannte moechte sein Haus verkaufen, was gilt es zu beachten um einen angemessenen Preis zu bekommen. Das ist eine ganz allgemeine Frage nach Hinweisen zum Hausverkauf ohne auf spezielle Besonderheiten einzugehen. Danke.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59,

Auf Häusern kleben keine Preisschilder. Bei einem beabsichtigten Verkauf muß man sich erst einmal Gedanken darüber machen, welcher Preis am Markt durchsetzbar ist und da fangen die Probleme ja schon an:

Wer gründlich vorgehen will, beauftragt einen Sachverständigen mit der Einwertung des Objekts. Das ist teuer und wird deshalb nur von wenigen gemacht.

Man kann sich auch selber aus der Literatur (z.B. anhand des Ploetz-Immobilienführers) und anhand des Kleinanzeigenteils versuchen, einen Eindruck zu machen. Nicht jedem liegt das und nicht jeder hat dafür Zeit.

Makler bieten Bewertungen kostenlos an, wollen dann aber auch gleich den Auftrag haben. Außerdem hat nicht jeder Makler die Sachkunde die er sich selber zutraut. Falsche Bewertungen sind nicht selten, wobei fast immer viel zu hohe Preise genannt werden. Das beeindruckt den verkaufswilligen Eigentümer dann meist so sehr, dass der Maklerauftrag vergeben wird. Oft stellt sich das aber dann als Fehler heraus. Sogenannte Mondpreise schrecken Kaufinteressenten nachhaltig ab und irgendwann ist das Objekt dann "verbrannt". Ich kann mich an solche Angebote in der Zeitung gut erinnern, an Häuser die über Jahre hinweg immer wieder angeboten werden, wobei es dann am Nervenkostüm des Verkäufers und an dessen finanziellem Durchhaltevermögen liegt, wann endlich der Preis in realistische Regionen sinkt.
Bei entsprechendem Starrsinn kann das sehr lange dauern. Hier am Ort jedenfalls kenne ich ein Haus, dass seit 20 Jahren immer wieder angeboten wird.

Antwort
von baktus5,

Wir haben vor Kurzem unser Haus verkauft und uns dazu entschlossen, es ohne Makler selber zu machen. Am wichtigsten sind (neben einer 'angemessenen' Preisvorstellung) sicher ein gepflegtes Objekt, und für das online-Inserat ansprechende Bilder und ein aussagekräftiger Text. Wir hatten uns Makler-Anzeigen angesehen und es ähnlich "blumig" nachgemacht. Soweit hatte es funktioniert, Bilder und Text hatte viele Interessenten gelockt und wir hatten tageweise im stündlichen Abstand Interessenten zur Besichtigung eingeladen. Leider war es aber so, dass viele der Leute wohl nur unsere Inneneinrichtung bestaunen wollten und sich nie mehr meldeten, ebenso sind uns nacheinander ZWEI Kaufwillige kurz vor der Beurkundung abgesprungen, nachdem schon Inserat etc. 'aus dem Netz genommen' waren. Das war höchst ärgerlich, weil wir danach jedes Mal wieder von vorne anfangen mussten zu suchen. Mittlerweile haben wir unser Haus zu einem guten Preis verkauft, aber die Zeit und Nerven waren arg in Anspruch genommen, denn nur zu leicht schlägt jemand ein und schwört das Blaue vom Himmel, dass er eben dieses Objekt auf jeden Fall haben will. Beim nächsten Mal (wird es hoffentlich nie geben!) werden wir einen Makler in Anspruch nehmen, das ist sicher. Vielleicht konnte Ihnen meine Erlebnis-Zusammenfassung etwas weiterhelfen. Viel Glück dem Bekannten!! :-)

Antwort
von imager761,

Angemessen ist der Preis, den ein Käufer zahlt.

Den bekommt man ohne teure Maklercourtage und Belastungen im Grundbuch natürlich eher.

Ein Herrichten der Immobilie für Besichtigungen wäre selbstredend, eine dampfstrahlergereinigte Fassade, mossfreie Gehwege, gepflegter (Vor-)Garten und aufgräumte Einrichtung nebst Kellerräume wirkt bei Besichtigungen Wunder :-)

Den Wert kann man einfach n. § 138 BewG überschlägig ermitteln: Jahresmietwert nach ortsüblicher Vergleichsmiete x 12,5 ggf. mit 10-20% Altersabschlag wäre der Preis, den man als VHB aufrufen sollte.

Interessenten findet man bei den Brachenriesen immowelt und immoscout24 online, in der Tagespress als Print aber immer noch am ehesten.

Je nach Bodenrichtwertkarte (Lage) und Renovierungsstau wäre der VH-Spielraum demenstsprechend zu bemessen.

Ein Exposé mit Fotos, Grundriss, Grundbuchauszug (Belastungen, Grundstücksgröße) und Energiepass wäre mindstens vorzulegen, über die Neben- und Betriebskosten sollte man Zusammenstellungen und Belege auf Nachfrage bereithalten.

Und einen Bonitätsnachweis oder Finanzierungszusage der Bank einsehen, bevor man ernsthafte Besichtigungen, spätenstens aber Verkaufs-Verhandlungen aufnimmt.

Zwingend wäre ein notarieller Vertrag. Und da sucht man sich als VK möglichst selbst den Notar aus, der einen Gefahrenübergang und Haftung im eigenen Interesse regelt oder berücksichtigt.

Viel Erfolg :-)

G imager761

Antwort
von hildefeuer,

Nicht vergessen die Versicherungen im betreffendem Jahr auf monatliche Zahlung umstellen zu lassen. Bei jährlicher Zahlung bekommt man nix zurück und das Objekt ist dann doppelt versichert. Ich würde den Verkauf einem Fachmann (Makler) überlassen. Besser nicht den Immobilienabteilungen der Banken, sondern einem freien Makler. Zur Kaufpreisfindung würde ich mich an vergleichbaren Objekten orientieren und etwas höher ansetzen, da ja der Käufer einen Verhandlungserfolg haben möchte. Auch das kleingedruckte des Maklers durchlesen. Viele Makler/Banken/Sparkassen haben dort eine Gesamtschuldnerische Haftung für die Maklerprovison stehen.....

Antwort
von schotte2,

Ich habe gerade einen Artikel gelesen, der ganz gut zum Thema passt wie ich finde:

https://www.focus.de/immobilien/kaufen/tid-26301/immobilienverkauf-ladenhueter-t...

Antwort
von robinek,

Habe schon mehrere Immobilien ge- und verkauft. Zunächst musst oder sollst Du wissen was das Objekt wert ist. Es gibt viele Möglichkeiten sich danach zu erkundigen, Lage ist ausschlaggebend, Ausstattung usw. Das nächste ist aber dann auch einen entsprechenden Käufer zu finden der bereit ist das Verlangte zu bezahlen. Ich habe bei Verkäufen das alles Fachleuten überlassen, Fachleute welche sich mit den örtlichen Begebenheiten auskennen. Wenn ich das Gefühl hatte, einen passenden Partner für mein Objekt gefunden zu haben, habe ich diesen mit dem Verkauf meines Objektes beauftragt, mit der Einschränkung, dass er von mir "keine" Provision erhält. Hatte immer Glück und bin gut gefahren

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