Frage von estrela2804, 57

Was gebe ich als Einkommen - freiwillig vers. bei TK - an, wenn ich derzeit - ohne Beschäftig., nicht arbeitslos - von dem Erlös einer verkauften Immoblie lebe?

Ich hätte vermutlich etwas genauer schreiben sollen. Es soll natürlich "Mieter" heissen. War vor einem Jahr sehr krank, stationär, sollte dann auf ärztlichen Rat hin eine Auszeit nehmen, was nicht möglich war, weil ich zu dieser Zeit noch die Verantwortung für meine Eltern und private Probleme hatte. Jetzt ist das nicht mehr so, dafür gehts mir entschieden schlechter.Da ich lange Zeit nicht arbeiten konnte, keinen Anspruch auf ALG habe und auf gar keinen Fall von einem Amt leben möchte, war ich gezwungen, meine Wohnung zu verkaufen, um finanziell nicht unterzugehen. Das war vor 4 Wochen, der Verkaufserlös ist als Tagesgeld (mit 0 % Zinsen) auf der Bank angelegt (lediglich aus Sicherheitsgründen, damit niemand Zugriff auf das Geld hat, wurde mir von meiner Bank so vorgeschlagen), weil ich davon die nächsten Wochen Zahlungen leisten muss und von dem was übrig bleibt mir wieder eine kleine Wohnung suchen muss (ich lebe derzeit bei Freunden, habe alles aufgegeben, was zusätzliche Kosten verursacht), will heißen, es wird in Zukunft auch keine Kapitalerträge geben. Das Geld ist nicht dazu gedacht, um mir ein schönes Leben zu machen, sondern mir jetzt endlich ohne schlechtes Gewissen eine Auszeit von ein paar Monaten zu ermöglichen, nach der ich hoffentlich wieder ganz normal ins Berufsleben zurück kehren kann. Jedenfalls bin ich guter Dinge, dass dem so sein wird, wenn ich mal wieder Zeit zum Luftholen finde. Danke jedenfalls für die hilfreichen Kommentare.

Antwort
von LittleArrow, 41

Auszug meiner Vermieter verkaufte ich die Wohnung

Estrela2804, könnte es sich hierbei nicht eher um "Mieter" gehandelt haben?

Zinserträge gibt es keine

Das müßte nachgewiesen werden, indem Du mit dem Verkaufsvertrag und den Kontoauszügen (Zahlungseingangsauszug sowie aller nachfolgenden) zum TK-Büro gehst und den Vorgang untermauerst. Denn es ist ungewöhnlich, dass der Verkaufserlös nicht wenigstens in Teilbeträgen als Tages-/Festgeld angelegt wird. Aber vermutlich bleibst Du selbst dann noch unter dem Mindestbetrag von € 968,33 im Jahr. Selbst eine Tages- oder Festanlage mit einem geringen Zinsertrag würde aber Deine Aussage widerlegen und Deine Glaubwürdigkeit erschüttern.

Zur Beitragsberechnung: siehe die gelungene Antwort von HildeFeuer!



Antwort
von hildefeuer, 43

Das Zauberwort heist: Beitragsberechung auf Antrag. Die GKVs stellen dafür keine Formulare online, um von Ihren Mitglieder den Mindesbeitrag zu kassieren, ohne auf diese gesetzliche Möglichkeit hinzuweisen. Die Rahmenbedingungen sind, das man nicht über 20 Std. pro Monat tätig sein darf und ggf. ein Gewerbe abgemeldet sein muss. In der Praxis sieht das so aus: Mindesbeitrag ca. 400€/Monat. Beitragsberechnung auf Antrag ca. 170€  Kranken und Pflegeversicherung.

Kommentar von LittleArrow ,

Unter dem Zauberwort findet man auch bei der TK nichts. Trotzdem ein guter Hinweis!

Immerhin schreibt die TK auf https://www.tk.de/tk/versicherung-und-tarife/beitraege/beitragspflichtige-einnah...

"Der niedrigste Beitrag richtet sich nach der sogenannten
Mindesteinnahme, die vom Gesetzgeber festgelegt wird. Für Selbstständige liegt die monatliche Mindesteinnahme bei 2.178,75 Euro und für Existenzgründer, die den Existenzgründungszuschuss der Agentur für
Arbeit beziehen, bei 1.452,50 Euro. Für alle anderen freiwillig 
Versicherten beträgt sie monatlich grundsätzlich 968,33 Euro. Wer
geringere Einnahmen hat, zahlt so viel Beitrag, als würde er über die
monatliche Mindesteinnahme verfügen."

Nimmt man nun (14 +1) % KV-Prämie und 2,6 % PV-Prämie von € 968,33, dann kommt man auf die erwähnten € 170,43:-) Dabei wird unterstellt, dass es kein Krankentagegeld gibt und die Versicherte über 23 Jahre alt ist.

Als sonstige freiwillig Versicherte muss estrela2804 also formlos an die TK schreiben oder den Sachverhalt (Vorlage des Verkaufsvertrages und Geldeingang) im TK-Büro erklären.

Kommentar von hildefeuer ,

Ich habe doch geschrieben das diese Möglichkeit nicht publiziert wird. Formell wird im Betragsbescheid darauf hingewiesen.

Antwort
von wfwbinder, 42

Du gibst genau das an, nämlich, dass Du vom Verbrauch Deines Vermögens lebst. Da müsste dann der Mindestbeitrag für Personen ohne Einkünfte angesetzt werden.

Kommentar von hildefeuer ,

"Da müsste dann der Mindestbeitrag für Personen ohne Einkünfte angesetzt werden." Dieser Schluss ist falsch! Beitragsberechnung auf Antrag ist möglich.

Kommentar von barmer ,

Was soll der Hinweis ? Geringer als der Mindestbeitrag wird er dann auch nicht.

Antwort
von barmer, 18

Hallo,

Sie haben sicherlich noch Kapitaleinkünfte. 

Wenn nein, ist das Einkommen 0 und der freiwillige Mindestbeitrag ist zu zahlen.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von estrela2804 ,

Ich hätte vermutlich etwas genauer schreiben sollen. Es soll natürlich "Mieter" heissen. War vor einem Jahr sehr krank, stationär, sollte dann auf ärztlichen Rat hin eine Auszeit nehmen, was nicht möglich war, weil ich zu dieser Zeit noch die Verantwortung für meine Eltern und private Probleme hatte. Jetzt ist das nicht mehr so, dafür gehts mir entschieden schlechter.

Da ich lange Zeit nicht arbeiten konnte, keinen Anspruch auf ALG habe und auf gar keinen Fall von einem Amt leben möchte, war ich gezwungen, meine Wohnung zu verkaufen, um finanziell nicht unterzugehen. Das war vor 4 Wochen, der Verkaufserlös ist als Tagesgeld (mit 0 % Zinsen) auf der Bank angelegt (lediglich aus Sicherheitsgründen, damit niemand Zugriff auf das Geld hat, wurde mir von meiner Bank so vorgeschlagen), weil ich davon die nächsten Wochen Zahlungen leisten muss und von dem was übrig bleibt mir wieder eine kleine Wohnung suchen muss (ich lebe derzeit bei Freunden, habe alles aufgegeben, was zusätzliche Kosten verursacht), will heißen, es wird in Zukunft auch keine Kapitalerträge geben. Das Geld ist nicht dazu gedacht, um mir ein schönes Leben zu machen, sondern mir jetzt endlich ohne schlechtes Gewissen eine Auszeit von ein paar Monaten zu ermöglichen, nach der ich hoffentlich wieder ganz normal ins Berufsleben zurück kehren kann. Jedenfalls bin ich guter Dinge, dass dem so sein wird, wenn ich mal wieder Zeit zum Luftholen finde. Danke jedenfalls für den/die hilfreichen Kommentare.

Kommentar von LittleArrow ,

Tagesgeld (mit 0 % Zinsen) auf der Bank angelegt (lediglich aus
Sicherheitsgründen, damit niemand Zugriff auf das Geld hat, wurde mir von meiner Bank so vorgeschlagen)

Ob das alles wirklich sinnvoll ist, was die Bank so alles erzählt? Null Zinsen sind ein Grund nachzudenken. Du solltest Dir ein (oder zwei) verzinsliches Tagesgeldkonto (Freistellungsauftrag nicht vergessen!) anschaffen. Bei ordentlicher Planung - die machst Du ja offensichtlich - überweist Du rechtzeitig vom Tagesgeldkonto zurück auf das Verrechnungskonto bei "Deiner" Bank.

Und die voraussichtlich verdienten Zinsen (0,5 - 0,7 % p.a. sollten möglich sein) gibst Du bei der TK brav an, denn Du wirst  mit den Zinseinnahmen sicherlich unter € 968,33/Monat bleiben.

und von dem was übrig bleibt mir wieder eine kleine Wohnung suchen

Aber dann bitte erstmal mieten und nicht gleich kaufen!

Gute Besserung und gutes Gelingen, estela2804!

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