Frage von DjBobu, 4

Warum wird die Staatsverschuldung immer höher?

Hallo,

ich habe mich informiert und herausgefunden, dass unser Staat allein letztes Jahr über 500 Milliarden Euro an Steuern eingenommen hat. Die Staatsverschuldung beläuft sich auf bereits über 2000 Milliarden Euro und nimmt nicht ab, sondern eher noch zu. Wie kann das sein? Warum wird offensichtlich nichts von den Steuergeldern eingesetzt? Die Politiker geben doch immer vor, dass die Bundesrepublik den Schuldenberg abbauen könne. Aber wie soll das gehen, wenn er nicht einmal im erfolgreichsten Steuerjahr seit Beginn der BRD (2012) abnimmt?

Danke für etwaige Antworten. Ich hab da glaub echt was noch nicht kapiert...

Antwort
von Rat2010, 1

Dein Problem ist die Idee, dass es Sinn macht, die Schulden abzubauen. Das ist Unsinn. Wer sollte ernsthaft dafür Steuergeld ausgeben wollen??? Das passiert wenn, dann alleine durch Inflation, was aber natürlich nur die realen, nicht aber die nominellen Schulden senkt.

Sinnvoll ist höchstens, nicht maßlos beim aufnehmen neuer Schulden zu sein. Die Zinsen werden mit Steuergeld bezahlt und die sind um so höher, je schlechter ein Staat dasteht.

Es ist nicht Aufgabe des Staates und sollte auch nicht sein Ziel sein, mehr einzunehmen als er ausgibt. Wenn es ein Jahr wirklich gut läuft, ändert das auch nichts daran.

Natürlich werden die Schulden in einem demokratischen Land nie zurück gezahlt. Wie auch??? So bald eine Regierung anfängt zu sparen oder die Einnahmen merklich zu erhöhen, wird diese Regierung abgewählt.

Kommentar von DjBobu ,

Aber irgendwann sind die Schulden doch so hoch, dass es keine Gläubiger mehr gibt, die dem Staat Kredit geben würden (welchen er doch so nötig braucht, um die Schuldzinsen abzubezahlen), da niemand dem Staat mehr zutraut, dass er diese Summe jemals zurückzahlen wird. An sich ja eine Art Schneeballsystem und irgendwann würde einer leer ausgehen. Müssten im Fall einer Zahlungsunfähigkeit nicht die Bürger herhalten, da sie für die aufgenommenen Kredite bürgen?

Kommentar von Rat2010 ,

Historisch gibt es Fälle, in denen die Bürger im Wege der Zwangsanleihen zur Finanzierung z. B. eines Krieges herangezogen wurden, nur war das vor Zeiten des Fiat-Geldes. Geld ist heute allein Tauschmittel ohne echten Wert.

Wer einem Staat Geld leiht sollte das wissen. Wer Geld anlegt sollte auch wissen, dass der Staat manchmal (z. B. bei Versicherungen) bestimmen kann, dass mehr oder wengier in Staatsanleihen gehen muss.

Aber das ist eigentlich ein anderes Thema. Ja! Staaten gehen pleite. Ständig und vermutlich auch viele in der Zeit, in der du lebst. Üblicherweise sind es Staaten, deren Geschäftsmodell ein Problem hat oder die sich irgendwie übernommen haben (die also die Ausgabenseite nicht im Griff haben) aber jeder Staat kann pleite gehen.

Üblicherweise fängt er dann mit weniger Schulden oder bei vernachlässigbaren Zinsen - worauf er sich mit seinene Gläubigern geeingt hat - von vorne an. Das System des Fiat-Geldes läuft gegen Menschen, die Geld als Aufbewahrungsmittel für Werte verwenden (es ist nur Tauschmittel) oder auch gegen Rentner. Das ändert aber nichts daran, dass Staaten wie Deutschland ihre Schulden nicht abbauen. Die Wähler wollen das in letzter Konsequenz nicht. Sie wollen nicht das, was frühere Generationen an Schulden aufgebaut haben durch eigene Entbehrungen zurück zahlen. In letzter Konsequenz wird daher früher oder später jedes demokratische Land irgendwann pleite gehen. Nur lässt sich dagegen (siehe oben) absolut nichts machen!!!

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