Frage von robzo, 42

Warum Versteuerung geldwerter Vorteil bei Dienstrad-Finanzierung aus Gehaltsumwandlung?

Mein Arbeitgeber ermöglicht die Anschaffung eines Dienstrades. Allerdings übernimmt er nicht die Kosten, sondern die Arbeitnehmer bezahlen die Leasingraten in Form einer Gehaltsumwandlung aus dem Bruttolohn selber. Der einzige finanzielle Vorteil, der sich für den Arbeitnehmer (außer den gesparten Sozialabgaben) daher ergibt, ist, dass das Fahrrad einen geringeren Anschaffungspreis haben könnte (muss aber nicht sein), da der Arbeitgeber entsprechende Prozente bei den Händlern bekommt. Das ist aber sicherlich ein geringerer geldwerter Vorteil, als der Gesamtpreis des Rades. Warum muss bei einer solchen Dienstrad-Finanzierungsregelung dennoch 1 Prozent des Anschaffungspreises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Dieser Vorteil liegt ja nicht vor, da der AN das Rad selbst bezahlt. (Bei "normalen Dienstwagen/Dienstrad-Finanzierungen bezahlt der AG ja das Fahrzeug und stellt es zur Verfügung. Da macht das Sinn und ist logisch).

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo robzo,

Schau mal bitte hier:
Steuern Geldwerter Vorteil

Antwort
von Chris113, 14

hallo robzo,

zu deiner frage warum du das als geldwerter vorteil mit 1% des bruttolistenpreises versteuern musst:

beim dienstradleasing schliesst dein arbeitgeber mit der leasingfirma den leasingvertrag ab. im gegenzug wandelt er einen teil deines barlohnes (meist der gegenwert der leasingrate, manche AG geben auch einen zuschuss) in einen sachlohn um und behält es von deinem brutto ein, die sogenannte barlohnumwandlung. 

im gegenzug, damit du das fahrrad auch privat nutzen darfst, macht der AG einen überlassungsvertrag mit dir und du versteuerst 1% des bruttolistenpreises. hier sind wir genau im gleichen modell wie beim PKW. als die fahrradüberlassung 2012 mit der1% regel steuerlich von der finanzverwaltung  anerkannt wurde, haben sie nichts anderes gemacht als das fahrrad dem PKW gleichgestellt. auch beim pkw musst du 1% des bruttolistenpreises versteuern, und nicht vom EK preis.

in summe ergibt sich dein vorteil daraus, dass die barlohnumwandlung grösser ist als die 1% versteuerung (die ja wieder drauf gerechnet wird), und du dadurch steuern und abgaben sparst. natürlich sinken auch deine rentenansprüche, aber ich glaube die sind bei den kleinen beträgen die du umwandelst relativ gering.

die barlohnumwandlung und die 1% versteuerung für die private nutztung sind völlig separat voneinander zu sehen. es ist auch denkbar, dass dein AG gar keine barlohnumwandlung macht, und dennoch musst du dann die 1% versteuern.

ich hoffe ich konnte dir helfen!

Kommentar von Chris113 ,

schau doch mal in den vorteilsrechner unter www.jobrad.org, ich finde da ist es ganz gut erläutert

Antwort
von LittleArrow, 28

Entschuldige, wenn ich das aus meiner voreingenommenen Sicht so drastisch formuliere: "Durch die Besteuerung soll die Dummheit des Arbeitnehmers auch noch bestraft werden".

Du hast ja alles völlig richtig dargestellt! Der Arbeitnehmer wird in diesem Fall einseitig belastet (und verliert bei fehlenden Rentenbeiträgen auch noch Rentenansprüche!), während der Arbeitgeber überall spart, z. B Sozialabgaben, Leasingraten (bzw. Anschaffungskosten) und möglicherweise auch noch Entfernungsentgelte bei Dienstfahrten.

Nun versuche nicht, dieses Verhalten des Arbeitgebers für Diskussionszwecke mit Deinem Finanzamt zu gebrauchen, das an allgemein gültige Regelungen gebunden ist. Dieses abstruse Arbeitgeberverhalten sollte nämlich nicht noch gefördert werden.  


Kommentar von Juergen010 ,

Sehr richtig!

Beim Lesen der Überschrift, dachte ich auch sofort, dass das nur ein Scherz sein kann.

Dem Fragesteller ist zu raten, das "generöse" Angebot des AG mit einem kalten Lächeln in die Tonne zu befördern.

Mal so ganz nebenbei gefragt: Wäre der Leasingvertrag auch über drei Jahre gelaufen? Und wieviel km wären inkludiert gewesen?

Wenn Du tatsächlich ein Fahrrad brauchst, dann suche ein bisschen im Internet. Gerade jetzt zum Herbstanfang purzeln die Preise wie Fallobst. Und beim Weg zur Arbeit kannst Du sogar die Entfernungspauschale geltend machen ..;-)

Kommentar von LittleArrow ,

"Wenn Du tatsächlich ein Fahrrad brauchst,"

Juegen10, klare Antwort: "Ich nicht:-))"

Kommentar von Juergen010 ,

Jetzt wo Du´s schreibst, fällt mir mein Formulierungsfehler auch auf.

Meinte natürlich den Fragesteller ..;-)

Kommentar von robzo ,

Nun ja, das mit der "Ratenzahlung" kann natürlich auch Vorteile haben, wenn man gerade keine 3000 oder 4000 Euro rumliegen hat, um ein bestimmtes Rad (oder E-Bike) zu kaufen. Bei einer Musterrechnung für ein 3000 Euro-Rad komme ich auf 130 Euro monatl. Leasingrate, was letztlich im Netto ca. 100 Euro weniger ausmacht. Im Vertrag ist auch noch eine Versicherung enthalten, die Diebstahl, Unfallschäden am Rad, Materialschäden und den jährlichen Verschleiß (Kette, Reifen, Bremsbeläge, Zahnkranz usw.) mit abdeckt. Wenn man diese Kosten mit einrechnet (ca. 200 Euro/Jahr), ist das für den einen oder anderen finanziell schon interessant.

Mich interessiert eben nur, warum das als geldwerter Vorteil läuft, wenn der AN es selbst bezahlt und nicht bezahlt bekommt.

Und ja, es kann schon vorkommen, dass man ein Fahrrad unbedingt braucht (selbst wenn man noch dazu ein Auto hat).

Antwort
von buecherwurm2, 6

Also kommen die 1% durch den Überlassungsvertrag zustande?! Aber die Gleichstellung mit einem PKW ergibt einfach keinen Sinn.

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