Frage von Katerini, 109

Warum unterliegt die Rente einer Doppelbesteuerung?

Wir gaben die Abgaben bereits doch mit dem Arbeitsentgelt (Brutto-Einkommen) versteuert? So viel mir bekannt ist, liegt beim Bundessolzioalgericht bereits eine Eingabe/Klage vor. Sollten nicht mehr Rentner eine deratige klage einrichen!

Antwort
von Rat2010, 99

Die Klage wird nichts bringen.

http://www.saarbruecker-zeitung.de/themenwelten/wirtschaft/steuertipps/Steuern-U...

Wie das mit der Rentenbesteuerung war, ist im Vergleich zu Zinseinkünften, Aktien, Fonds und vermieteten Immobilien inkonsequent und führte ja auch dazu, dass viele Rentner im selben Unternehmen mehr zur Verfügung haben als ein vergleichbar ausgebildeter noch tätiger Mensch. Wollen wir das??? Das wird nun mit einer Übergangsfrist behoben. Zusammen mit der Abschaffung der Abgeltungssteuer 2018 wird das Steuersystem gerechter.

Wenn nun wie anderswo noch der Wohnwert von selbst bewohnten Häusern und Wohungen besteuert wird (Eigenmietwert) oder die Grundsteuer entsprechend angepasst wird, man also nichts hätte, das eine Ausnahme bildet, wäre die Sache logisch. Vermutlich wird das Bundesverfassungsgericht das irgendwann anmahnen, dann wird es so kommen und dann hätten wir die vollständige Besteuerung aller Alterseinkünfte.

Ach so: Doppelbesteuerung! Nicht anders wie bei allen anderen Einkünften, oder? Jedenfalls nichts, das irgendwie ungerecht wäre.

Kommentar von Mikkey ,

Wohnwert von selbst bewohnten Häusern und Wohungen

Man kann dann auch noch die Minderausgaben versteuern, die Leute einsparen, wenn sie beim Discounter einkaufen...

Kommentar von Rat2010 ,

Bei deinem Wissen und weil du auch Münchner bist, fällt mir dazu nur ein: denk darüber nach!

Antwort
von billy, 79

Die Besteuerung basiert auf dem Alterseinkünftegesetz (AltEinkG). 

„ Das so genannte Alterseinkünftegesetz regelt seit dem 1.1.2005 die einkommensteuerrechtliche Behandlung von Altersvorsorge-Aufwendungen und Altersbezügen vollkommen neu (Rentenbesteuerung). Journalisten haben leider das sozialpolitische Schlagwort "Rentensteuer" als Schlagzeilen verwendet. 

Es gibt keine eigene Rentensteuer, sondern es ist eine Erhebungsform innerhalb der Einkommensteuer, die sich auf Renteneinkünfte bezieht. 

Außerdem ist die Besteuerung von Rentenzahlungen unterschiedlich, und zwar abhängig davon, ob es sich um eine Rentenzahlung aus einer Betriebsrente (volle Besteuerung), aus einer gesetzlichen Rentenversicherung (siehe nachstehend) oder einer privaten Rentenversicherung als Leibrente (nur in Höhe des Ertragsteils) oder als Zeitrente handelt.

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/alterseinkuenftegesetz/#ixzz4FDaz1qnq    

Kommentar von EnnoWarMal ,

Das so genannte Alterseinkünftegesetz 

"Sogenannt" - wie das Wort richtig heißt trotz der Schlechtschreibreform - ist ein Wort, was nicht geben sollte. Denn etwas wird so genannt, wie es genannt wird, weil es so heißt.

Aber zur Frage:

Die Idee dahinter ist die, dass man ja in den Jahren, in denen man in die Rentenkasse einzahlt, diese Beiträge abziehen kann von der Besteuerungsgrundlage. Folglich muss der Rentenbezug auch besteuert werden.

Die Idee ist auch ganz okay, aber sie krankt an den Verhältnissen. Denn wenn ich heute 88%-x abziehen kann und später 100% versteuere, ist das denklogisch ein schlechter Deal.

Aber selbst dafür liefert der Gesetzgeber - der übrigens nicht auf diese Art der Besteuerung angewiesen ist - eine Begründung: Im Alter verdient man ja auch nicht mehr soviel und da ist dann die Steuer niedriger.

Man kann es begründen und drehen, wie  man will - es wird nicht schöner.

Kommentar von Snooopy155 ,

"nur in Höhe des Ertragsteils" ist natürlich auch irreführend, denn damit meint die Steuerbehörde nicht den real erzielten Ertrag einer Altersvorsorge sondern einen pauschalen Prozentsatz - der sich am Eintrittsalter der Auszahlung orientiert - mit dem die Rente dann besteuert wird.

Antwort
von wfwbinder, 43

Du bezahlst die Rentenbeiträge nicht aus versteuertem Einkommen.

1. Sind die Rentenbeiträge, die Du selbst zahlst, steuerlich abzugsfähig (nicht zuletzt wegen dieses Umstands zahlen ja Beamte, die keine Aufwendungen für die Alterversorgung tragen, ja mehr Lohnsteuer bei gleichem Brutto).

2. Zahlst Du die zweite Hälfte der Rentenbeiträge gar nicht, weil das die Arbeitgeberbeiträge sind.

Ich wäre zwar auch für eine andere Lösung, aber Deine Begründung sticht nicht.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Ins Schwarze, Herr Kollege!

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