Frage von maxbreak,

Warum schlagen die wenigsten Investmentfonds ihren Vergleichsindex?

Einen guten Aktienfonds zu finden, der auch in der Zukunft besser als der Vergleichsindex läuft ist in etwa wie Lotto spielen.
Von der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen ist oftmals auch nicht sehr hilfreich, weil oftmals die Fonds, die in den zurückliegenden Jahren überdurchschnittlich gut gelaufen sind, in der Zukunft umso mehr einbrechen.
Woran liegt es eigentlich, daß die meisten Fondsmanager mit ihren komplizierten Konstrukten eine so schlechte Performance an den Tag liegen?

Antwort
von Rat2010,

Warum tangiert das rgendwen?

Warum sollte ein Anleger (irgend-)einen Index schlagen wollen??? Will er nicht mehr Geld nach seinen Bedürfnissen anlegen? Dafür sind gemanagte Fonds bestens geeignet. Außer natürlich solche, die indexnah anlegen müssen.

Es gibt kaum jemanden, der mehr als 50 Fonds braucht und wer sich auf die besten Fonds konzentriert, der wird feststellen, dass die fast immer eher weit weg von einem breiten Index anlegen. Wenn ich wirklich mal (irgend-)einen Index schlagen soll, dann ist das mit einem Fonds, der weit entfernt von dem Index anlegt, auch nachhaltig möglich. Nicht jedes Jahr aber langfristig deutlich!

Das Thema bei indexnah anlegenden Fonds ist einfach: einen Kursindex wie den Eurostoxx schlägt fast jeder. Ein Performanceindex wie den DAX, bei dem die Dividenden reinvestiert werden ist dagegen schon mehr Herausforderung. Indexprodukte (also Zertifikate oder ETFs auf den Index) haben sicher keine Chance. Auch sie haben Kosten.

Gute Fonds passen nicht zu Indices. Sie werden tendenziell bei stark steigenden Börsen - weil nicht zu 100 % investiert und von Kosten gebremst - eher etwas schlechter und bei fallenden Börsen deutlich besser als der Index liegen, zu dem sie eh nicht passen.

Weil es so ist, schlägt ein Fonds eher selten jedes Jahr wieder einen von einem Laien diesem Fonds zugerufenen Index. Oft genug passt die Benchmark in keiner Weise. Wenn dann ein Fondsmanager, der fast nur in Europa anlegt einen weltweiten Index zugeschrieben bekommt, sorgt z. B. ein Euroverfall oder ein Boom in den USA, Japan oder China dafür, dass er schlecht aussieht.

Wer die Fonds kennt, weiss, welches Umfeld der Fonds braucht, um eine gute Outperformance zu erzielen. Profis haben nicht die Indices sondern nur Performance und Schwankung im Vergleich zu ihrer Erwartung im Blick.

Antwort
von GAFIB,

Die Kosten aktiv gemanagter Fonds sind der entscheidende Grund. Nur die wenigsten wissen, welche tatsächlichen Gesamtkosten beim Fonds-Management anfallen, vgl. Link. Effektive Gesamtkosten von 3-3,5% zusätzlich und längerfristig gegenüber dem Markt einzuspielen, ist eine sehr schwierige Aufgabe. Nur ca. 20% der aktiv gemanagten Fonds schaffen eine solche Outperformance in einem gegebenem Jahr, in der Folge mehrerer Jahre werden es immer weniger.

Fazit: Eine breite Basis kann man mit global gestreuten ETFs abbilden und teilweise auch mit Einzelaktien, in bestimmten Bereichen (z.B. bei Small Caps in Emerging Markets oder bei globalen Rentenfonds) machen aktiv gemanagte Fonds zur weiteren Diversifizierung durchaus Sinn. ETF-Rentenfonds sind teilweise ungünstig konstruiert (je mehr Schulden ein Land hat, desto stärker ist es im Index vertreten), EM weisen tendenziell noch Markt-Ineffizienzen auf.

http://www.smarter-investieren.de/informations/ter_intro.php

Antwort
von SBerater,

Ich sehe einen Grund in den Gebühren und Kosten, die bei einem Fonds anfallen, wenn umgeschichtet wird, wenn man die Verwaltung sieht, das Management etc. Das knabbert an der Rendite.

Auch wenn sich viele Fondsmanager oft an einem Index orientieren, teils eine ähnliche Struktur wählen, so liegt es doch auf der Hand, dass die Gesamtkosten für die Verwaltung und das Management eine Auswirkung haben auf die Gesamtsicht.

Antwort
von Privatier59,

Das wird schon alleine an den oft hohen Verwaltungskosten des Fonds liegen die ja erst einmal wieder reinkommen müssen.

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