Frage von sachwertejagd,

Warum schaffen es Banken mit so wenig Eigenkapital wie keine andere Branche?

Wenn man die tatsächliche EK-Quote der Deutschen Bank nimmt, dann waren das Ende 2011 rund 2.5%. Wie kann so etwas sein, wenn eine Investmentbank wesentlich höhere Risiken eingeht als ich, der nur auf nettoschuldenfreie und hochsolide Unternehmen setze, und selbst ich Schwankungsbreiten unterliege, die 2.5% lächerlich erscheinen lasse. Banken zocken doch vielfach gehebelt, wie es ihnen doch gerade passt und ich würde noch nichtmal mit >90% EK auf Aktienkauf gehen, sondern komplett ohne einen einzigen Cent Effektenkredit!

Wie kann es daher sein, dass Investmentbanken so wenig Eigenkapital haben, obwohl sie doch sicher viel riskanter wirtschaften als Microsoft oder Cisco?

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Antwort
von valuetrader,

Die Frage ist recht einfach zu beantworten: Wenn sich eine Bank verzockt, dann haut der Steuerzahler sie raus. Das wird den Leuten dann als "systemrelevant" verkauft.

Hol Dir die DVD... Besser kann man sein Geld nicht investieren.

Das mit der systemrelevants ist natürlich Müll. Die Barings Bank liess man damals Bankrott gehen. Und die Welt drehte sich am nächsten Tag trotzdem weiter. LTCM war das erste Institut das rausgehauen wurde. Mit AIG 2007 wurde ein weiterer Präzendensfall geschaffen. Diesmal wurden Steuergelder zu Hilfe genommen. Seit dem kann sich die Finanzbranche praktisch am Bürger bedienen. Der Fall LTCM ist sehr erstaunlich, denn 2 Mitarbeiter des Unternehmens erhielten einen Nobelpreis für ihr Berechnungsmodell. LTCM verdiente am Spread zwischen russischen und amerikanischen Staatsanleihen. Leider interessiert sich der Markt herzlich wenig für Berechnungsmodelle und als Russland sich für zahlungsunfähig erklärte, löste sich ein nicht unerheblicher Teil von LTCMs Vermögenswerten in Luft auf. Sprichwörtlich. Denn ein Hedgefonds wird über Kredite und Junkbonds praktisch aus heisser Luft erschaffen.

Mit Einsetzen der Deregulierung konnten die GESCHÄFTSBANKEN die Einlagen ihrer Kunden verwenden um sie riskant einzusetzten und die Investmentsparten wuchsen. Der Interbankenhandel und die Verbriefung machte die Banken unabhängig vom Sparer. Das Problem ist nur... wenn etwas schief läuft, dann ist ALLES platt, auch die Guthaben der Sparer. Mit diesem Argument werden zur Zeit permantent Löcher in den Bilanzen der Banken gestoppt.

Und solange das so ist, brauchen Banken kein Eigenkapital vorhalten.

Basel 3 wurde übrigens von dem Amis auf Eis gelegt.

Begonnen hat das damals mit ENRON. Die Familie Bush und Frau Thatcher haben die Deregulierung und den Neoliberalismus voran getrieben. Aber nur die Ruhe. Gerade heute war im Handelsblatt wieder ein Beitrag. Im Zuge dessen werden sich auch wieder die Eigenkapitalquoten ändern und wenn das Experiment Euro beendet ist, gibt es auch wieder Zinsen oberhalb der Infalationsrate.

Antwort
von SBerater,

Banken haben ein ganz anderes Geschäfts- wie Finanzierungsmodell. Das ist nicht vergleichbar.

Das Kerngeschäft von Banken ist Geld. Und hier geht es um Finanzierungsdauer, um Bilanzstruktur, Finanzierungsmodelle etc.

Über die Bankenbranche machen sich sehr viele Gedanken. Dass 2,5 % zu wenig sind, ist allen klar. Und daher gibt es ja auch Basel III. Dort gibt es keine 2,5% mehr.

Investmentbanken sind eine Besonderheit in der Branche. Man sollte die nicht in einen Korb werfen mit Geschäftsbanken.

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