Finanzint am 08.02.2010 um 22:25 Uhr
Habe gelesen, daß man den Euro eigentlich abwerten müßte, aber die Euroländer das nicht tun könnten, warum eigentlich nicht, wenn es doch die Lösung der momentanen Probleme wäre? Kann mir das jemand erklären?

hier mal ein kleiner ausschnitt von der geldpolitik in unserem und anderen ländern. alles ist so kompliziert und miteinander verknüpft das man es sich leider nicht so einfach machen kann wie du schreibst: Eine Geldmengensteuerung, wie sie z. B. die Deutsche Bundesbank ab 1975 bis zur Übergabe der geldpolitischen Kompetenz an die EZB betrieb, basiert auf der Annahme des Monetarismus, dass die Geldnachfrage in einer Volkswirtschaft langfristig stabil ist. Unter dieser Annahme lässt sich aus der Quantitätsgleichung eine einfache Regel für ein Geldmengenwachstum ableiten, das einerseits genügenden Spielraum für das Wirtschaftswachstum bietet, andererseits keine Inflation aufkommen lässt: Wächst die Wirtschaft z. B. mit einer durchschnittlichen Rate von 3 % und hält die Notenbank eine Inflationsrate von 2 % für akzeptabel (oder unvermeidbar), muss die Geldmenge langfristig mit einer Rate von 5 % ausgeweitet werden. Das hindert einerseits die Wirtschaft nicht am Wachsen, lässt andererseits keine unakzeptabel hohe Inflation entstehen.

ich denke, es hiess, dass für die länder griechenland, spanien, portugal etc. eine abwertung die lösung wäre, in dem verbund der EU wäre das jedoch nicht möglich.
der euro hat eh schon abgewertet. er ist deutlich gefallen gegen die anderen währungen. dennoch ist die verwerfung innerhalb der EU weiterhin aktiv.
ansonsten siehe @wfwbinder.

Man kann eine Währung, deren Preis sich durch Angebot und Nachfrage ergibt, nicht einfach abwerten. Das war Zeit der festen Wechselkurse möglich.
Ausserdem haben alle Veränderungen der Wechselkurse, auch immer weitere Wirkungen.
So führt eine Abwertung (also Kursverschelchterung gegen über z. B. dem Dollar dazu, das die Importe, insbesondere Öl, teurer werden.
Dafür werden die Exportgüter in den Ländern wohin exportiert wird billiger.
Ist die Währung stärker, werden die Einkäufe biliger, und die Exporte teurer.
Wennman seine Währung gegenüber anderen abwerten will, helfen z. B. geringe Zinsen, aber die sind schon unten (überall).
Nur mangelndes Vertrauen führt dann noch zu Abwertungen, aber das Vertrauen in den Euro ist gegenüber den anderen Währungen zumindest gleich, wenn nicht besser.