Frage von blaettchen,

Warum klappt der CO2 Emissionshandel nicht?

Der Preis fuer CO2 Emissionen ist so ziemlich am Boden, was wohl kaum daran liegen kann, dass CO2 Emissionen drastisch zurueck gegangen sind. Ergo frage ich mich woran es liegt, denn die heutige Situation war nicht das Ziel des Emissionshandels.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von schwan77,

Ich habe eine - zugegeben etwas ungewöhnliche - Antwort anzubieten:

Der Gedanke war - einfach ausgedrückt, dass sich Firmen oder Personen das Recht kaufen können die Umwelt zu verschmutzen.

Das ist ein aus systemischer Sicht problematisches Konstrukt - einzelne bezahlen dafür die Lebensgrundlage von Allen ein Stück weit zerstören zu dürfen - und das macht ein schlechtes Gefühl. Und auch wenn es vielen von uns schwerfällt es zu glauben - auch im Business entscheidet in vielen Fällen das Gefühl.

Antwort
von MaximusGrandia,

Was ist aus deiner Sicht das Ziel des Emissionshandels?

Meiner Meinung nach ist das eigentliche Ziel des Handel von Emissionen die Regulierung und letztendlich die Einhaltung der CO2 Eindämmung, ein Beitrag zum Klimaschutz bis zu einem festgesetzten Jahr bspw. 2020. Der Handel damit dient einen wirtschaftlichen Grund, aber soll auch "erzieherisch" wirken. "Subjekte" die nicht solche Papiere brauchen verkaufen diese in einem Markt an andere "Subjekte" und die weiter an die Industrie und ähnliches.

Zum Handel gibt es einen Markt und da wir in einer freien Marktwirtschaft leben, sind die einfachen Gesetzte des Marktes Angebot und Nachfrage. Entweder ist die Nachfrage an den Papieren gesunken, aber nicht das Angebot oder das Angebot ist gestiegen, aber nicht die Nachfrage.

Wie du schon vermutest sind die CO2 Emissionen nicht gesunken, außerdem gab es keine weitreichende Veränderung, die CO2 Emissionen verhindern in Form von CO2-losen Prozessen. Die eigentliche Nachfrage ist demnach noch da, also scheint sie konstant zu sein. Das Angebot muss also größer geworden sein. Aber wie kann das Angebot größer werden?

Hierzu schaut man sich an wie und wer solche Papiere ausstellt, also woher das Angebot kommt und hier kommt der Staat ins Spiel. Die damalige Regierung von vor fast einem Jahrzehnt hat für mehrere Jahre in die Zukunft errechnet, wie viele Papiere ausgegeben werden sollten um wenigstens die Vorgaben der CO2 Emissionen einzudämmen. Wenn in einem Jahr nicht alle Papiere (Zertifikate) verkauft werden, können die im nächsten Jahr verkauft werden, es gibt ja kein Verfallsdatum auf ein Jahr beschränkt. In den letzten Jahren wurden nicht so viele Papiere benötigt, die Nachfrage war auf Grund der Wirtschaftskrisen in Formen wie Kurzarbeiten, Schließungen, Produktionsstopp, usw. runter gegangen. Somit gibt es heute mehr Papiere, mehr Angebot als wirklich benötigt. Und der Preis wird durch Überschuss der vergangenen Jahre heute gedrückt.

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