Frage von dampfdampf, 9

Warum darf die EZB Staatsanleihen kaufen ?

Schließlich ist es laut EU-Verträge verboten !

Wenn schon Staaten und Einrichtungen sich nicht an Verträge und Gesetze halten, brauchen das Bürger ja auch nicht mehr machen.

Die Glaubwürdigkeit geht doch 100% verlogen, wenn die EZB am 22.1 Staatsanleihen kauft.

Auch am Sekundärmarkt, das ist doch nur eine "umgehung" - staatsanleihen bleiben Staatsanleihen !

Antwort
von Finanzschlumpf, 5

Nun, das ist wie mit dem Inflationsziel. Nur weil es existiert, heißt es noch lange nicht , dass es richtig ist.

Genauso ist es mit dem "verbot" der Staatshaushaltsfinanzierung. Nur weil da manche irgendwelche Gespenster an die Wand malen, heißt es ja nicht, dass es diese Gespenster gibt.

Es wäre gut, wenn der Ankauf von Staatsanleihen zu geldpolitischen Zwecken erlauft würde. Schaden kann dadurch kein großer entstehen. ( Aber auch kein Nutzen ).

Antwort
von wfwbinder, 4

Wenn es für etwas eine Vorschrift, ein Gesetz, eine Regel gibt, kann dies auf der einen Seite übergangen, oder gebrochen werden udn auf der anderen Seite kann man dann dagegen klagen.

Ich bin mir jetzt schon sicher, das sowohl der europäische Gerichtshof, wie auch das BVG mit der Sache befasst werden, wenn die EZB die Anleihenkäufe beschließt.

Auf der anderen Seite gibt es das kluge Wort:

quidquid agis, prudenter agas et respice finem

Was auch immer du tust, tue es klug und bedenke das Ende.

  1. Die Bundesrepublik ist in der Eurozone das einzige Land, mit ordentlichen Wirtschaftsdaten und ohne größere Probleme.

  2. Die Wirtschaft in Griechenland, aber auch in Italien und Frankreich benötigt Impulse

  3. Die Banken haben Staatsanleihen solcher Länder im Bestand und brauchen Liquidität.

  4. die Entscheidung ist, kauft man diese Anleihen auf und gibt den Banken damit Liquidität ohne große Risiken, oder

  5. Nimmt man die Anleihen gegen eine 0 % Zins als Sicherheiten für Kredite herein.

Natürlich würde ich zuerst auch für 5. sein. Aber es gibt einfach das Problem, das bei Kursschwankungen dieser Papiere bei den Bank wieder Bilanzprobleme entstehen. Das führt dann dazu, dass wieder über Rettungsaktionen von Banken diskutiert werden würde. Allein so eine Diskussion bringt wieder soviel Unruhe in die Märkte, das die Schäden ein Vielfaches von dem sein könnten, was eventuell passiert, wenn in 10 Jahren die Anleihen verlängert werden müssen.

Antwort
von Rat2010, 4

Wenn die Gans das Zeug nicht fressen will, muss man sie halt stopfen, um die Leber zu bekommen, die man will.

Deine "Schlussfolgerungen" sind Schwachsinn. Quod licet Iovi, non licet bovi

... sehe ich in dem Fall nicht als Grund an. Es ist einfach so, dass auch Staatsbankrotts und Austritt nicht in den Verträgen zum Euro geregelt sind. Da man in Japan die ganzen halbherzigen Schritte schon scheitern sehen hat und da die Fed vorgemacht hat, wie es geht, werden die Alternativen (Staatsbankrotts oder Anleihenkauf) verglichen und das naheliegende gemacht.

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