Frage von solicitation1, 19

Warum baut Amazon wenig automatisierte Läger?

Amazon beschäftigt sehr viele Lagerarbeiter, die auch gern mal streiken. Andere Firmen, insbesondere deutsche Firmen, bauen sehr gerne automatisierte Läger mit relativ wenig menschlichen Arbeitern.

Werbung durch Support gelöscht

Warum macht das Amazon nicht auch so?

Kann Amazon so überhaupt profitabel arbeiten? Sollte man unter diesem Hintergrund Amazon-Aktien kaufen? Die Firma kann ja so kaum in eine stabile Gewinnzone kommen.

Support

Liebe/r solicitation1,

Wir möchten dich bitten in Zukunft auf Werbung zu verzichten.

Gerne kannst du dies auch nochmals in unseren Richtlinien nachlesen: http://www.finanzfrage.net/policy

Freundliche Grüße,

Jürgen vom finanzfrage.net Supportteam.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Rat2010, 19

Es gibt verschiedene Welten. Die Deutschen mit Ihrem Maschinenbau fanden und finden das eine oder andere schlecht, das anderswo seit Jahrzehnten so gemacht wird.

Ich erinnere mich an einen Besuch in einer Chemiefabrik im Süden Englands vor ungefähr 25 Jahren. Es war schon damals für mich ausgesprochen befremdlich, dass da Menschen die Kanister in die Abfüllanlage stellten, diese dann vollliefen, von Menschen weggenommen und zu gemacht wurden. Auf meine Frage, ob das denn aufgrund der ätzenden Wirkung der Chemikalien nicht automatisiert werden sollte kam eine Gegenfrage "Why changing? It works very well!" Für mich war das nebenbei prägend und hat mir sicher sehr viel Geld gespart. In England gibt es viel Arbeit für geistig Minderbemittlete. Der Mörder ist immer der Gärtner, weil es dafür, einen Garten zu pflegen keinen IQ von 130 braucht. Das System ist ein komplett anderes. Wir sperren sie (in Sozialwohnungen) weg und ich denke, dass wir vom Umgang mit Unterschieden, was die geistige Leistungsfähigkeit anbelangt auch heute noch viel von anderen Ländern zu lernen haben.

Wenn Amazon aus Deutschland käme, hätte es vermutlich vollautomatische Lager und die Abhängigkeit von Arbeitern würde durch eine Abhängigkeit von Automaten und von Dienstleistern ersetzt, welche die Automaten warten. Ganz sicher hätte Amazon dann nicht die Weltmarktstellung denn Menschen funktionieren überall. In Deutschland weniger als anderswo aber das muss Amazon lernen und wird neue Auslieferungslager für Deutschland vermutlich entlang der Grenzen bauen.

Deine Profatibilitätsüberlegungen gehen davon aus, dass man mit Automatisierung Geld spart. Schon mal überlegt, dass der Automat, der für die Nachfrage im Dezember angeschafft wird, entweder das ganze Jahr auf Halblast läuft oder im Dezember der Nachfrage nicht hinterherkommt? Wahrscheinlich beides! Menschen bekommen Urlaubssperre und können saisonal eingestellt werden. Automatisierung macht ein Unternehmen nicht zwangsläufig profitabler. Optimierung von Arbeitsabläufen bringt oft mehr als Automatisierung. Denke an den Laubbläser, der sich eine Minute lang mit einem Blatt beschäftigt, das nicht so will wie er.

Kommentar von solicitation1 ,

Danke, das ist eine sehr gute Antwort!

Antwort
von gandalf94305, 17

Das ist kompletter Unsinn.

Amazon hat 2012 Kiva Systems gekauft.

Amazon-Lagerhaltung ist eine überaus hochtechnisierte und hochautomatisierte. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum Du eine archaisch anmutende Lagerverwaltung von Witron als das positive Beispiel siehst. Befasse Dich mal mit den Kiva Robots genauer und Du wirst sehen, was ich meine.

Kommentar von solicitation1 ,

Leider auch nur eine oberflächliche Antwort.

In wievielen Amazon-Lägern sind die Kiva-Roboter schon im Einsatz? Wenn sie schon im Einsatz wären, dann gäbe es keine Streikprobleme bei Amazon.

Was verstehst Du unter "archaich anmutend"? Das könnte sowohl "überholt/veraltet" bedeuten aber auch "beherrschend/gebietend". Wobei beides meiner Meinung nicht richtig auf heutige hochtechnisierte Logistik-Lösungen zutrifft. Hauptsache ein Fremdwort benutzt.

Kommentar von solicitation1 ,

Die Amazon-Lösung ist eben nicht hochtechnisiert und hochautomatisiert, sondern lediglich halbautomatisch. Die Leute kramen die Artikel immer noch manuell aus den riesigen Lägern, bei wirklich hochtechnisierten Lägern geht das vollautomatisch.

Antwort
von kathigerke, 11

Amazon hat praktisch die Lagerarbeiter zu Roboter umfunktioniert, die werden sozusagen ferngesteuert und angetrieben, stehen unter enormen Stress, weil sie extrem überwacht und angetrieben werden.

Amazon plant auch einen Drohnen Lieferservice in den nächsten Jahren.

Amazon zahlt kaum steuern und Mindestmindestlöhne.

Amazon hat sicher modernste Technik im Einsatz.

Amazon ist alles andere als Arbeiter freundlich, Amazon ist absolut auf Technik ausgerichtet, manche Arbeiten können halt Maschinen "noch" nicht verrichten, wenn sie es können, werden die Menschen aus Kostengründen mit Sicherheit ersetzt.

Kommentar von solicitation1 ,

http://www.welt.de/gesundheit/article13340680/Die-Rangliste-der-50-gefaehrlichst...

Weis nicht ob alle Amazon-Lagerarbeiter lieber solche Jobs machen würden.

Ich verstehe auch Deine Probleme nicht ganz:
Lagerarbeiter sind keinen Umweltbelastungen, keinen Giften, keinen extremen Temperaturen ausgesetzt. Sie arbeiten in einem beheizten geschlossenen Gebäude. Stimmt als Picker muß man viele Kilometer am Tag zurücklegen und man muß konzentriert arbeiten.. Manche Bürohengste machen das am Ende eines Arbeitstages sogar noch freiwillig und rennen 20 Kilometer durch die Gegend.

Meines Wissens zahlt Amazon sogar mehr als was tariflich vorgeschrieben wäre. Ich finde auch die Jobs in der Kommissionierung sind eher Jobs gemäß der Logistikbranche und keine Einzelhandelsjobs.

Andere Firmen und insbesondere auch deutsche Firmen haben Ihre Lager schon viel weiter automatisiert als Amazon. Wenn es Amazon auch so machen würde, dann müssten diese Menschen erstmal neue Jobs finden. Viele wären erstmal arbeitslos und würden evtl. sogar in Hartz IV rutschen.

Antwort
von Candlejack, 13

WIE Amazon arbeitet, darfst Du gern ihnen überlassen, sofern sie gewisse Grundregeln einhalten (wobei das ja gerade bezweifelt wird). Aber wie die ihr Lager führen und ob sie in Automation investieren, wenn sich keine haben sollten, darfst Du ruhig Ihnen überlassen. Genauso wie es nicht DEIN Problem ist, ob und wie die in die Gewinnzone kommen ;-)

Und wenn Du der Meinung bist, dass sie nicht wettbewerbsfähig sind und somit die Aktie uninteressant, hast Du in diesem freien Land auch die Möglichkeit, die Aktie NICHT zu kaufen.

Kommentar von solicitation1 ,

Danke, Link siehe unten.
Vielleicht sollte man trotzdem investieren. Irgendwann werden sie ihre Roboter schon hinbekommen, daß sie funktionieren.

Kommentar von solicitation1 ,

Jetzt hat der Support Deinen Link-Kommentar gelöscht, weil es sich lediglich um eine zeitliche Überschneidung bzw. korrupten Link gehandelt hat.
Der Support hier ist wirklich auf Zack.

Antwort
von SBerater, 9

dein Link -> Page not found!

Ich halte es für ein wenig vermessen, Amazon zu unterstellen, sie würden hinterwäldlerisch arbeiten.

Was bringt dich dazu zu vermuten, dass Amazon keine automatisierten Lager hat?

Wie konnte denn Amazon so gross werden, einen Mrd-Umsatz aus dem Boden stampfen, wenn sie nicht auch in der Logistik vorne dabei wären?

Ich denke, deine Frage schiesst an der Realität vorbei.

Kommentar von solicitation1 ,

Habe ich geschrieben, "daß Amazon hinterwäldlerisch arbeitet"? Ich will den Grund wissen, warum sie so arbeiten. Amazon hat im Verhältnis sehr viel mehr Lagerarbeiter als andere vergleichbare Firmen, das ist Fakt.

Warum beantwortest Du Fragen, wenn Du keine fundierten Antworten geben kannst?

Das ist eine Antwort, so ungefähr "ich habe zwar nur vage Vermutungen, aber ich will halt trotzdem mal meinen Senf dazugeben". Solche schwamigen Antworten erwartet man von einem Bankberater aber nicht auf finanzfrage.net.

Kommentar von solicitation1 ,

Vergleiche einfach mal mit diesem Video (Amazon):

http://www.youtube.com/watch?v=1Be7EEU6v7Q

z. B. mit dem Witron-System OPM (Order Picking Machinery) (s. Link unten)

Vielleicht wird Dir dann klar was ich meine?

Kommentar von SBerater ,

s. Link unten

da ist kein Link!


Übrigens sehe ich nicht zwingend einen Zusammenhang mit Witron. Ich kann nicht erkennen, dass Witron die Aufgaben von Amazon bearbeiten kann.

Amazon versendet nicht palettenweise Produkte an Kunden, sondern viele kleine Einzelpakete.

Damit funktioniert auch die Konfektionierung nicht.

Kommentar von solicitation1 ,

Sorry, der Support hat den Link gelöscht, vermutlich weil er meint ich will Werbung machen, will ich aber nicht. Die Links sollten lediglich als Beispiel dienen, was heutzutage alles möglich ist.
Gehe einfach mal auf die Seiten von Logistikdienstleistern (denen die die großen wirklich automatisierten Logistik-Kisten bauen) und schau Dir dort an was für Lösungen heutzutage möglich sind. (Firmen/Beispiele: Witron, TGW, Klug integrierte Systeme, Dambach).
Dann erzähl man den Chefs dieser Firmen, das sie keine Lösung bauen könnten, die für Amazon funktioniert, die würden Dir was erzählen!

Aber ich denke Rat2010 hat recht. Jeff Bezos will ganz einfach flexibel bleiben. Sprich nicht in teuere Logistik-Hardware investieren, die zu Stoßzeiten ausgelastet ist und wenn weniger los ist, teilweise rumsteht, ohne was zu arbeiten.

Deswegen hofft er seine Läger irgendwann mit diesen vermeintlich flexibleren Kiva-Robotern betreiben zu können.

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