Frage von wasgeht, 8

Wann wird man vom Versicherer vermutlich eher gekündigt-1 großer Schaden oder viele Kleine Schäden?

Wann muß man wohl befürchten, vom Versicherer gekündigt zu werden, bei einem großen Schaden oder eher bei mehreren Kleinen Schäden? Gibts hier eine erkennbare Strategie der Versicherer? Oder verrät es mir hier ein Insider vom Versicherungsgeschäft?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Niklaus, 7

Jede Versicherung hat ein internes Controlling der Verträge. Es wird immer die Rentabilität eines Vertrage in Betracht gezogen. Das macht jede Versicherung etwas anders. Eine Pauschalaussage ist auch hier nicht möglich.

Antwort
von gammoncrack, 7

Jeder Versicherer hat in den einzelnen Versicherungsparten maschinell hinterlegt, ab wann ein Vertrag aufgrund der Schadenanzahl zur Prüfung ansteht.

Die Schadenhöhe spielt hierbei überhaupt keine Rolle, nur die Schadenanzahl. Das begründet sich damit, dass ein 1 Mio. Schaden von der Höhe her gesehen genau so zufällig eintritt, wie ein 500.- Euro Schaden. Da aber drei 500.- Euroschäden in 2 Jahren nur zufällig klein sind, könnte es dann zur Kündigung des Vertrages kommen (siehe Kommentar von mig112). Und das selbst dann, wenn mehr als 1.500.- Euro an Beiträgen gezahlt wurden. Der Versicherer sagt nämlich dann: Wir haben nur Glück gehabt!

Je nach Versicherer gibt es ebenfall Regeln, welche Hierachiestufe über welchen Großschaden informiert wird. Wäre jetzt ein Großschaden von 500.000.- Euro von einem sehr alten Fahrer oder einer Fahrerin verursacht worden, dann kann es sehr wohl auch hier schon zur Kündigung kommen, wenn man aufgrund des Schadenablaufes davon ausgehen kann, dass hier eine Wiederholungsgefahr besteht.

Antwort
von wannseekapital, 7

Die Kündigung durch den Versicherer ist eine Ausnahme, die wirtschaftliche Grundlagen hat. Es gibt da keine Regeln, sondern der Schadenverlauf der Versichertengemeinschaft ist entscheidend. Schäden werden nicht von der Versicherungsgesellschaft bezahlt, sondern aus dem Topf aller Versicherten.So kann es sein, dass bereits ein Schaden so belastet, dass der Vertrag gekündigt wird, andererseits haben selbst mehrere Schäden bei einem Versicherungsnehmer keinen Einfluss (Umstände werden aber berücksichtigt). Einige Versicherungen leisten sich sogar den Einschluss "Fahrlässigkeit". Alles in Allem: Es sind interne Entscheidungen. Beispiel Hochwasser: Natürlich kann eine Versicherungsgesellschaft nicht 1000 Häuser allein absichern. Da wird dann der Agent/VersichVertreter sagen, kein "Elementar" möglich. Ein Makler kann/muss auswählen. Nur 1,5 % aller Gebäude sind nicht versicherbar, von den 98,5 % sind aber in Bayern nur 17% versichert (nur zu bedenken). Deshalb einen Makler einschalten, der nicht "versichert", sondern Probleme löst und dafür sogar haftet.

Antwort
von qtbasket, 3

Du betrittst hier ein Gebiet mit Tabus - darüber gibt es nur wenig Informationen - einzig die Verbraucherzentralen haben Marktbeobachtung, die aber auch meist vertraulich ist.

Klar - da hat man auch schnelle eine Unterlassungsklage am Bein.

Dieser Ratgeber ist käuflich zu erwerben:

http://www.ratgeber-verbraucherzentrale.de/DE-NW/versicherungsschaden-1

Kommentar von Candlejack ,

einzig die Verbraucherzentralen ? Klar... ;-)

Antwort
von Privatier59, 7

Früher hieß es, dass ein großer Schaden weniger schlimm sei als eine Serie kleinerer Schäden. Das gilt aber nur dann, wenn sich der Markt nicht umorientiert. Ich habe mich erst kürzlich mit einem Versicherungsmakler über die Situation bei der Gebäudeversicherung unterhalten. Nach dessen Beobachtung bereinigen derzeit etliche Unternehmen in diesem Bereich ihre Bestände und da kann jerde Schadensmeldung riskant sein.

Antwort
von mig112, 3

Drei Schäden in zwei Jahren sind ein KO-Kriterium. Dann werden Sanierungsmaßnahmen notwendig.

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