Frage von BoaSorte,

Wann und wie müssen Beratungsprotokolle bei der Bank ausgefüllt werden?

Wann und wie müssen Beratungsprotokolle bei der Bank ausgefüllt werden? Ist das immer nur dann wichtig, wenn ich auch etwas "kaufe" oder in welchen Fällen wird ein Protokoll geführt (Wer führt das überhaupt?)?

Hilfreichste Antwort von detlef32,
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Das Beratungsprotokoll füllt der Berater aus. Und es muss immer erstellt werden wenn es über Allgemeinheiten hinaus geht. Z.B. wenn konkrete Produkte, Renditeerwartungen usw. genannt werden also eine Empfehlung im Raum steht.

Das Gespräch muss nicht zu einem Abschluss (Kauf) führen. Das Gespräch alleine reicht. Es ist durchaus Sinn der Sache, dass ein Interessent (der nicht mal Kunde der Bank sein muss) zu verschiedenen Banken geht und sich beraten lässt. Und dann zuhause die Beratungsprotokolle durchliest und die verschiedenen Ratschläge und Empfehlungen vergleicht.

Geht natürlich nur wenn bei allen Banken die gleichen Angaben zur Risikoaffinität, Liquität usw. angegeben werden.

Der Kunde ist nicht verpflichtet das Protokoll zu unterschreiben. Nur kann die Bank, wenn der Kunde nicht unterschreibt, das Geschäft ablehnen.

Ich denke wenn man sich nicht sicher fühlt sollte man das Protokoll nicht unterschreiben und mitnehmen und zuhause in Ruhe das Gespräch Revue passieren lassen. Man wird in diesem Fall sowieso keinen Kauf tätigen.

Kommentar von Tritur,

Ob man sich sicher fühlt, ist nur eine Frage der Überzeugungsfähigkeit oder besser noch der Überredungskünste des Beraters, nicht aber eine Frage der Produktqualität. Es gibt keine sicheren Anlagen. Wer sich nach der Beratung nicht sicher fühlt, der wurde gut beraten.

Kommentar von detlef32,

Ich denke wir verstehen unter Sicherheit zwei verschiedene Dinge.

Ich verstehe darunter keine allgemeine Sicherheit des Produktes oder Sicherheitsmerkmale des Produktes. Für mich ist Sicherheit in diesem Zusammenhang, dass der Interessent die Empfehlung und die empfohlenen Produkte verstanden hat und versteht warum der Berater in dieser Situation und unter der Berücksichtigung der Vorgaben des Kunden diese Produkte empfohlen hat. Er also ein sicheres Gefühl hat verstanden und gut beraten worden zu sein. Ich höre bei Nachgesprächen, also wenn ich einen Kunden befrage wie es denn zu dieser Entscheidung gekommen ist, oftmals: Der Berater war so nett, ich habe zwar nichts verstanden aber alles unterschrieben.

Und dann kommen von diesen netten Beratern die merkwürdigsten Empfehlungen die meist nur die Taschen des Beraters füllen. Ich hoffe die Anzahl der Kunden die verstehen wird durch das Beratungsprotokoll gesteigert.

Antwort von gandalf94305,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ein Beratungsprotokoll wird normalerweise geführt, wenn Entscheidungen mit dem Bankberater zusammen bzw. mit dessen Unterstützung gefällt werden. Es geht hierbei um einen anlegerspezifischen Teil, der Deine Intentionen, Anlageziele und Motivation beschreibt, und um einen anlagespezifischen Teil, der sich auf die Entscheidungen bezieht.

Weiterhin kann für die Beratung auch eine Einstufung der Kenntnisse im Wertpapierhandel erforderlich sein, die separat ausgefüllt wird.

http://de.wikipedia.org/wiki/Beratungsprotokoll_%28Anlageberatung%29

Antwort von pinke14,

Vorsicht ist geboten bei Bankberatungen: Viele Banken benutzen das Protokoll jetzt umgekehrt, also zum NACHTEIL des Kunden und das kann erhebliche juristische Konsequenzen haben und sie sind sehr clever und taktisch geschult. Z.B. wird gern dem Kunden geschickt eine erhöhte Risikobereitschaft unterstellt, obwohl er definitiv sichere Anlagen sucht. Das kann erhebliche juristische Konsequenzen haben, die Bank könnte sich so der Haftung entziehen, wenn er das Protokoll unterschrieben hat.

Bankberatung ist nichts für Gutgläubige! Darum habe ich als betroffener Bank-Kunde für Uninformierte mal ein paar Infos und Empfehlungen aufgestellt.

  1. Du solltest dich niemals unvorbereitet und "zufällig" in ein Geldanlage- oder Umschichtungs-Gespräch verwickeln lassen.

  2. Du solltest möglichst nicht alleine zu einer Beratung gehen. Du solltest niemals ein Protokoll unterschreiben und auch keine Bestätigung!! Nichts! Das ist keine Pflicht. Allein der Berater muss unterschreiben, nicht der Kunde.

  3. Du solltest das Protokoll und dein Depot von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen bzw. erläutern lassen (z.B. Steuerberater oder Verbraucherberatung), gerade wenn es um grössere Summen geht.

  4. Du solltest dein Einverständnis schriftlich und per Einschreiben bestätigen oder widerrufen.

  5. Du solltest nie einen Berater, den du nicht gut/lange kennst, in dein Haus lassen.

  6. Der Bank-Berater sollte sich ausweisen, ob er Fest-Angestellter der Bank ist oder nur freier Vertriebs-Mitarbeiter und welche fachliche Qualifikation er wann, wo und wie dafür erworben hat, wie es unabhängige Berater tun.

  7. Es sollte eine Datenschutzerklärung ins Protokoll, keine Datenweitergabe, damit sensible Daten nicht in falsche Hände geraten.

  8. Äußere dich in einem Bank-Gespräch niemals über Erfahrungen mit Geldanlagen: das wird eher gegen dich verwendet im Sinne: erfahrener Anleger, der in der Lage ist, Risiko-Produkte selbst zu verantworten. Das heißt: die Bank entzieht sich mit diesem Argument der Verantwortung, egal was der Berater sagt und stuft evtl. das Risikoprofil des Depots rauf.

  9. Nicht zu vertraulich werden, der Berater ist nicht dein Freund!! Er/sie will und muss verkaufen, was vorrangig der Bank Profit bringt.

  10. Und, last not least: beim Beratungstermin NICHTS UNTERSCHREIBEN! Das wäre, wenn überhaupt, erst beim Zeichnen von Aufträgen der Fall. Die Beratung ist für den Kunden unverbindlich, er kann das Protokoll ohne eigene Unterschrift mitnehmen und erstmal prüfen (lassen).

Zu viel Misstrauen? Mal "Bankberater Betrug" oder "Falschberatung" googeln und auch "Postbank-Skandal: Vor den Bankberatern sind wir alle splitternackt." Viele Banken beschäftigen heute sogar freie Handels-Vertreter als Teilzeit-Kräfte.

Gute Tipps auch auf

http://www.stern.de/wirtschaft/geld/sichere-geldanlage-wie-sie-ihren- bankberater...

Kommentar von pinke14,
Antwort von mig112,

Schriftlich und wenn eine Beratung zum Abschluß führt.

Kommentar von detlef32,

Sorry, schon wenn eine Empfehlung ausgesprochen wird.

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