Frage von Tobiasss,

Wann muss ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern sagen, dass es der Firma nicht gut geht?

Gibt es dabei eine bestimmte Pflicht, dass die Mitarbeiter informiert sein müssen, wenn es dem Unternehmen arbeiten? Damit sie sich beispielsweise auf einen Jobwechsel vorbereiten können oder finanzielle Entscheidungen in ihrem Leben anders treffen können?

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von SBerater,

hast du bei den Insolvenzmeldungen wie Schlecker & Co davon gehört, dass die Mitarbeiter bereits von Bord gingen, als die Firma noch "lebte"? Denkst du, es tut einer Firma gut, wenn die Mitarbeiter gehen, wenn es ihr am schlechtesten geht?

Was ist nun schädlicher für eine Firma: die Mitarbeiter motivieren, sich um einen neuen Job umzusehen, denn es könnte ja ganz übel kommen oder doch zu schweigen und sie nicht unnötig zu beruhigen?

Es gibt keine Pflicht. Im schlimmsten Falle erfahren die Mitarbeiter vom Insolvenzverwalter, dass Insolvenzantrag gestellt wurde.

Hier ist jeder seines Glückes Schmied. Es gibt viele Möglichkeiten, sich über die eigene Firma zu informieren. Und wer blind darauf wartet, dass einem präsentiert wird, wie es steht, der steht mglw. auch im Regen.

Auch wenn ein Geschäftsführer moralisch verpflichtet den Mitarbeitern reinen Wein einschenkt, wird er das so spät wie möglich tun. Und ich denke, dass man auch von Mitarbeitern erwarten kann, dass sie nicht sofort weglaufen, wenn es mal eng wird. Auch das soll es geben.

Antwort
von WolfgangB,

Die Unternehmen müssen erst dann ihre Mitarbeiter informieren, wenn Insolvenz angemeldet wird. Vorher nicht. Aber meistens werden schon sehr viel früher Alarmsignale sichtbar und man sollte sich zumindest nach Alternativjobs und Optionen umschauen damit man im Fall der Fälle nicht ins Bodenlose stürzt.

Antwort
von qtbasket,

Eine gesetzliche Regelung dafür gibt es nicht, spätestens mit dem Insolvenzantrag erfahren es die Mitarbeiter.

In der Regel spricht sich aber die Schieflage des Unternehmens früher herum und bei Kapitalgesellschaften ist das auch kein Geheimnis.

Im Prinzip gehört das Arbeitsplatzrisiko mit zu den Risiken des täglichen Lebens....

Antwort
von Privatier59,

Reden wir über moralische Pflichten? Dann möglicherweise.

Oder reden wir über rechtliche Pflichten? Dann auf keinen Fall.

Allerdings: Das "Busch-Telefon" funktioniert besser, als man sich das wünschen mag. Wenn die Buchhaltung spitz bekommt, dass die Rechnungen immer später angewiesen werden, weiß es ein paar Tage später schon jeder Kollege im Betrieb und denkt sich seinen Teil. Was braucht man denn da noch Verlautbarungen abzugeben?

Kommentar von Gaenseliesel ,

ja, eine gewisse Sensibilität für Vorgänge und Ungereimtheiten im Arbeitsmilieu , muss man sich wohl antrainieren. ;-) ! Ist auf jeden Fall vorteilhaft für den AN um rechtzeitig reagieren zu können. K.

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