Frage von bings, 194

Wann lohnt es sich, eine GbR in eine andere Rechtsform zu ändern?

Wir sind eine GbR und stehen vor unserem ersten größeren Auftrag, Umsatz ca. 7.000€. Allerdings zögert der Kunde nun, weil wir als GbR keine Umsatzsteuer auf die Rechnung schreiben können und er sie natürlich nicht absetzen kann. Lohnt es sich hier die Rechtsform zu wechseln um die Umsatzsteuer berechnen zu können und den Auftrag zu bekommen?

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Antwort
von Mikkey, 194

Die Rechtsform hat mit der Umsatzsteuer nicht so viel zu tun.

Ihr könnt auch als GbR den Verzicht auf die Anwendung des §19 (1) UStG verzichten.

Kommentar von bings ,

Danke für die schnelle Antwort! Verpflichtet man sich damit für kommende Aufträge ebenfalls Umsatzsteuer zu berechnen, oder kann man das nach Belieben entscheiden?

Kommentar von blackleather ,

Wenn man Kleinunternehmer sein könnte und darauf verzichtet, dann ist man an diese Entscheidung für 5 Jahre gebunden (§ 19 Abs. 2 Satz 1 UStG).

Kommentar von NickgF ,

Verpflichtet man sich damit für kommende Aufträge ebenfalls Umsatzsteuer zu berechnen, oder kann man das nach Belieben entscheiden?

Die Entscheidung "Kleinunternehmerregelung oder Regelbesteuerung" gilt nicht nur für die Zukunft sondern einheitlich für alle Umsätze des gesamten Jahres.

Ihr müsstet also u.U. auch die Rechnungen seit Januar berichtigen (also 19% draufschlagen, was Privatleute nicht mitmachen werden). Alternativ wäre der bisherige Rechnungsbetrag in ein NETTO-Entgelt und 19% USt darauf aufzuteilen

Beispiel:  100 € / 1,19 = 84,03 Entgelt und 15,97 USt

Sollte eure GbR sich noch in der Gründerzeit befinden, müsstet ihr beim Wechsel zur Regelbesteuerung zudem mon. Umsatzsteuer-Voranmeldungen in elektron. Form ans Finanzamt übermitteln.

§ 19 Abs. 2 UStG
Der Unternehmer kann dem Finanzamt bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung (§ 18 Abs. 3 und 4) erklären, dass er auf die Anwendung des Absatzes 1 verzichtet. Nach Eintritt der Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung bindet die Erklärung den Unternehmer mindestens für fünf Kalenderjahre.

Sie kann nur mit Wirkung von Beginn eines Kalenderjahres an widerrufen werden. Der Widerruf ist spätestens bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung des Kalenderjahres, für das er gelten soll, zu erklären.

Antwort
von wfwbinder, 166

WEder gibt es eine Vorschrift, dass GbRs von der Umsatzsteuer befreit wären, noch umgekehrt, dass andere Rechtsformen (GmbH, UG, Einzelunternehmen) zwingend nicht unter § 19 fallen können. 

Natürlich ruft ein Unternehmen, was Kleinunternehmer gem. § 19 ist nciht gerade vertrauen hervor, insbesondere, wenn es eine Gesellschaft ist, denn wenn mehrere Leute zusammen es nicht schaffen 17.500,- Umsatz im Jahr zu erzielen, wovon leben die dann?

Wenn da ein Auftrag für nächstes Jahr ist, dann verzichtet doch ab 01. 01. 2016 auf die Regelung gem. § 19.

Davon abgeshen, ist natürlich quatsch, was die sagen. Denn ob Die auch nun 7.000,- Euro zahlen , oder 7.000,- Euro + 1330,- Umsatzsteuer = 8.330,- ist für dessen Kosten absolut irrelevant. Er zahlt so, oder so 7.000,- für die Leistung.

Kommentar von Mikkey ,

Ich kommentiere hier die Nachfrage, weil ich die drei Punkte nicht zum Leben erwecken kann...

Die Erklärung bindet für fünf Jaher (Abs. 2). Natürlich gilt das dannfür alle Umsätze.

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