Frage von frauweiss, 17

Wann darf Versicherung Gesundheitsdaten von mir einfordern?

Muß ich auf Anfrage des Versicherers alle Ärzte, Kliniken, Pflegepersonen angeben-sprich das komplette Schweigepflichtrecht der Ärzte aufheben lassen? Wieviel Infos sind okay?

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von Kevin1905, 15

Alle Infos die im Antrag abgefragt werden sind wahrheitsgemäß zu benennen, und zwar so, dass die im Leistungsfall einer Überprüfung standhalten würden.

Versicherungen sind Wirtschaftsunternehmen. In deinem, im eigenen und im Interesse der anderen Versicherten müssen sie dafür sorgen, dass immer mehr Geld an Beiträgen eingenommen wird als an Leistung bezahlt wird.

Wenn jemand falsche Angaben macht und sich eine Leistung erlschleicht, die er nicht bekommen hätte, zahlen alle anderen Kunden die Zeche dafür mit.

Es ist eine simple Vertragsbedingung wenn die Versicherung sagt: "Dafür, dass wir das Risiko stemmen, dass du vielleicht mal berufsunfähig (oder auch was anderes) wirst, und wir mitunter Kosten im 6 bis 7 stelligen Bereich zu zahlen hätte, möchten wir alles über deinen Gesundheitszustand wissen, was relevant ist um das Risiko effektiv einschätzen zu können und zwar über den Zeitraum der letzten, meist 5-10 Jahre." Keine Schweigepflichtentbindung --> Kein Versicherungsschutz.

Antwort
von Sobeyda, 12

Ohne konkretere Angaben ist die Beantwortung dieser Frage nicht möglich.

Die Versicherung darf dann Gesundheitsdaten von Dir fordern, wenn das zur Prüfungszwecken erforderlich ist, z.B. weil Du einen Aufnahmeantrag gestellt oder einen Schadenfall gemeldet hast. Du kannst auch nur einzelne Ärzte oder Einrichtungen von der Schweigepflicht befreien, dann zieht sich die Angelegenheit jedoch vermutlich in die Länge.

Antwort
von Candlejack, 13

Gesundheitsdaten dienen bei Anträgen mit gesundheitlichem Aspekt (BU, Leben, Kranken...) dem einschätzen des Risikos, welches die Versicherung mit der Antragsannahme und der Versicherungsdeckung des Kunden übernimmt.

Du MUSST überhaupt nichts angeben, aber der Versicherer MUSS auch Deinen Antrag nicht annehmen, policieren und Dich zukünftig versichern ;-)

Antwort
von Awando, 8

Das hier zitierte Urteil ist interessant, wird aber nicht helfen.

Zunächst einmal handelte es sich um einen Leistungsantrag. Der Kunde hat eine Krankheit, die hier zur Berufsunfähigkeit führt. Entsprechend hat der Versicherer alle Daten zu prüfen, die diese Krankheit betreffen. Das Urteil zielt darauf ab, dass der Versicherer jetzt nicht willkürlich alle Informationen sammelt. Also auch die, die überhaupt nichts mit dem Leistungsantrag zu tun haben.

Jede Krankheit ist aber gesondert zu betrachten. So kann es durchaus notwendig sein, verschiedene Ärzte zu befragen. Im Prinzip alle, die an der Krankheit beteiligt sind. Allerdings muss der Arzt dann auch wieder nur die Informationen weitergeben, die notwendig sein.

Das führt zum nächsten Problem: Denn wenn ein Arzt nur einen Teilbereich abdeckt, dann wird er sich tlw. schwer tun, hier zu differenzieren.

Im Ergebnis kann man natürlich alles übers Gericht laufen lassen. Nur wem hilft es ? Die Bewilligung der Leistung verzögert sich damit erheblich. Der Kunde bekommt kein Geld. Und davon abgesehen: Wo liegt das große Problem ?

Das jetzt bei der Kasse jemand sitzt, sich die Daten genüsslich bei Rotwein durchliest und dann lästert ? Es wird niemanden interessieren. Der Versicherer bearbeitet den Leistungsfall. Hat er pauschal die Möglichkeit alle Daten einzufordern, geht es einfach schneller.

....

Die andere Seite ist die, dass ich vielleicht erst einmal Versicherungsschutz möchte. Hier wird nicht nur das Risiko zu einem bestimmten Krankheitsbild bewertet, sondern das Gesamtrisiko, welches der Versicherer tragen muss. Daher muss er hier alle Angaben haben. Entsprechend ist das Urteil hier nicht anzuwenden.

Antwort
von Niklaus, 8

Welche Versicherung ist das ??? Bei einer Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherung ist die Frage wohl klar.

Antwort
von superbasti, 9

es gibt Grenzen, schau bei diesem Artikel zum Thema nach http://www.datenschutz.de/privo/news/detail/?nid=6065

Kommentar von alfalfa ,

...und es gibt Verpflichtungen aus dem Versicherungsvertrag, die der Versicherer erfüllen muss. Und diese Spezialregelungen haben in der juristischen Normenpyramide ganz klar eine höhere Priorität.

http://www.gesetze-im-internet.de/vvg_2008/__31.html

Antwort
von alfalfa, 8

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