Wann bzw. in welchem fall ist ein Hebel fest vorgegeben?
Die Sache mit dem Leverageeffekt habe ich soweit glaube ich verstanden. Eine Sache will mir aber nicht klar werden.
Unter den Voraussetzungen das der FK-Zins niedriger als meine Gesamtkapitalrendite ist, kann ich durch mehr FK meine EK Rentabilität steigern. Soweit ok.
Nehmen wir an ich habe einen Hebel von 4
Aktiva 100
FK 80
EK 20
Jetzt verliere ich durch eine Rezession Aktiva von 5. FK bleibt gleich.
Aktiva 95
FK 80
EK 15
Mein Hebel ist nun bei 5,3. Um wieder auf 4 zu kommen müsste ich 20 aus meiner Aktiva verkaufen.
Aktiva 75
FK60
EK15.
Soweit so gut. Meine Frage nun: Welche Unternehmen bzw. gibt es überhaupt welche die dazu gezwungen werden können einen bestimmten Hebel zu erfüllen? Und wenn ja, von wem werden die gezwungen?
Und ich bekommen den Link nicht so ganz hin, warum das die Immobilienkrise ausgelöst/verschärft haben soll.
Ich gebe auch mal mein Denkrichtungen an. Vielleicht liege ich ja schon garnicht so falsch. In Folge von steigenden US-Leitzinsen müssen Banken für ihr FK mehr Zinsen zahlen. Die Bank verliert Aktiva von 5. Dadurch steigt der Hebel, weil die Bank es sich nicht erlauben kann 20 z.B. Anlagevermögen zu verkaufen. Durch einen gestiegenen Hebel, also eine höhere Verschuldungsquote, steht das U. mit einer schlechteren Bonität da und wird von S&P abgewertet. Die Abwährtsspirale beginnt.
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"Und ich bekommen den Link nicht so ganz hin, warum das die Immobilienkrise ausgelöst/verschärft haben soll"....
dazu ist zu sagen: betonung liegt auf verschärft, nicht ausgelöst. man muss sich vor augen führen, dass grosse banken teils mit leverage von 30 arbeiten.
das problem ist die quote am EK. ist das EK gering, so ist der puffer für schieflagen auch gering. die toxischen papiere waren mit zu wenig kapital unterlegt bzw. gar ausgegliedert. hat man zu wenig EK, ist man für krisen schlecht gewappnet. bei lehman konnt man sehen, dass das risiko immens war. in nur wenigen monaten war dieses negativ, weil die wertberichtigungen zu hoch waren. hätte lehman nur mit leverage 10 agiert, wäre nix passiert. die bank gäbe es noch.
in der wirtschaft fragen viele nach der EK-quote von unternehmen. hat ein mittelständler nur eine EK-quote von 5%, der konkurrent von 30%, so steht letzterer einfach besser da. der BWLer weiss warum, oder?
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das ist ja nur die passiva-seite.
was ist, wenn eine bank ein EK hat von 50 mrd, und bei den assets eine anlage hat im wert von 150 mrd, die abzuschreiben ist um -100 mrd, weil nicht mehr werthaltig?
die bank ist per definitionem pleite, weil der verlust da EK auffrist. das ist dann bitter. in dem fall ist basel II nicht mehr eingehalten. also: suche nach neuem EK durch kapitalerhöhung. wenn das nicht klappt, dann ist es vorbei.
alternativ: AIG. die haben produkte verkauft (versicherungen gegen ausfall von anleihen oder CDOs) und mussten für über 100 mrd gerade stehen, hatten jedoch die liquidität nicht. auch schlecht!
ich kenne nur branchen, die vorgaben haben:
- banken
- versicherungen
- firmen, die kredite haben und sog. covenance einhalten müssen
vielleicht kennt hier noch jemand andere branchen.
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