Frage von waldfoerster, 252

Wald u. Forst: Einnahmensquelle bzw Geld verdienen?

Hi, es gab 2009 mal eine ähnliche Frage aber mir ist geraten worden, sie hier nochmal neu zu stellen. Macht wahrscheinlich auch Sinn, weil es jetzt schon online Angebote und Portale gibt.

Meine Frage: Ich habe ein kleines Waldstück geerbt und möchte gerne wissen, ob man damit Geld verdienen kann, indem man das Holz verkauft.

Damit meine ich natürlich nicht Kahlschlag (hab mich schon eingelesen :) ) sondern eher, ob man wirtschaften kann damit. Bei großem Wald geht das sicherlich und gibt ja auch Förster usw. aber wie geht das bei Kleinwald? Brennholz ist das einzige, was ich im Netz gefunden habe und dann noch Werbung durch Support gelöscht und Konsorten aber das scheinen mir auch eher für Großhändler zu sein.

Hat jemand da Erfahrung oder kann einen Tip geben? Vielen Dank im Vorraus

Support

Liebe/r waldfoerster,

Wir möchten dich bitten in Zukunft auf Werbung zu verzichten.

Gerne kannst du dies auch nochmals in unseren Richtlinien nachlesen: http://www.finanzfrage.net/policy

Freundliche Grüße,

Jürgen vom finanzfrage.net Supportteam.

Antwort
von gandalf94305, 208

Zufällig mußte ich mich in den letzten Monaten etwas mit Waldinvestments beschäftigen :-)

Wesentlich für die Beantwortung Deiner Frage wäre die Angabe der Größe und der Art des Baumbestands. Normalerweise wird ein Hiebssatz bestimmt, der angibt, wie viele Festmeter pro Hektar geschlagen werden können, die durch Nachwachsen kompensiert werden. Man findet je nach Bestand, Dichte und Baumarten so ca. 6-10 fm/ha/a. Der Holzvorrat insgesamt (bei Kahlschlag) wäre je nach Baumarten und Dichte des Bewuchses bei 200-500 fm/ha.

Ist der Bestand mehr oder weniger homogen, so kannst Du eine gute Anzahl von Festmetern einer Sorte (z.B. Kiefernholz, Fichtenholz) erreichen. Eine allzu große Diversifikation in unterschiedliche Hölzer ist ungünstig.

Je nach Holzqualität und Baumsorten wirst Du 20-200 fm/ha an Ertrag erreichen können. Fichte und Buche liegen bei ca. 60-100 EUR/fm, Kiefer bei 40-80 EUR/fm. Eiche 100-200 EUR/fm, bei entsprechenden Mittenstärken kann das auch 300-500 EUR/fm ergeben.

Für Industrieholz liegen die Preise deutlich niedriger, z.B. im Bereich von 20-40 EUR/fm.

Da die Kosten bei mechanisierter Ernte im Bereich von 15-20 EUR/fm liegen, bleibt für manche Wälder ohne die entsprechende Holzqualität nur die Verwertung als Hackschnitzel, wo die Preise je nach Angebot und Nachfrage saisonal stark variieren können. Eine Übersicht findet man beispielsweise hier: http://www.carmen-ev.de/infothek/preisindizes/hackschnitzel/jahresmittelwerte

Die erste Frage ist also, was der Wald wirklich an Produkten liefern soll. Ist es Stammholz mit guten Mittenstärken oder eher Industrieholz oder doch Hackschnitzel?

Rechnet man dann mit einem Überschuß von z.B. 60 EUR/fm bei Stammholz, dann wären bei einem Hiebssatz von 8 fm/ha/a also 480 EUR/ha im Jahr zu erreichen. Bei 100 ha sind das 48.000 EUR im Jahr. Waldgrößen darunter sind in Deutschland nicht wirklich als Hauptberuf zu bewirtschaften. Industrieholz aus Deutschland ist eher Nebenprodukt - das meiste kommt aus dem Ausland.

Ich würde Dir daher vorschlagen, mal Kontakt zu einer lokalen Schreinerei, einem Möbelbauer, einem Parkettunternehmen oder anderen Holzverarbeitern aufzunehmen, um die möglichen Verkaufspreise und Qualitätsanforderungen zu prüfen. Bei kleineren Mengen lohnt sich die Logistik nicht wirklich.

Lohnt sich das alles nicht so recht, da es wirklich ein kleiner Wald ist, dann wäre eher zu überlegen, Hackschnitzel zu produzieren, um diese in einer Biomasseanlage oder zur Befeuerung einer Hackschnitzelheizanlage zu verwenden. Es gibt inzwischen gute Hackschnitzel-BHKW.

Kommentar von waldfoerster ,

Vielen Dank, das hilft schonmal sehr weiter. Kann mir auch am Besten vorstellen, dass man das Holz als Hackschnitzel weiterverkaufen an. Auch den Tip mit den lokalen Schreinereien usw finde ich gut, das werde ich mal versuchen. Besten Dank für die ausführliche Antwort

Antwort
von Gaenseliesel, 168

Hallo waldförster,

bevor du dir Gedanken um eine mögliche Einnahmequelle machst:

Die Pflichten einer solchen Erbschaft sind auch nicht ohne.

Was muss ich als Waldbesitzer beachten?

http://www.sachsen-anhalt.de/index.php?id=57270

K.

Antwort
von freelance, 144

ich glaube, es geht dir um die Werbung für die beiden Links

Kommentar von waldfoerster ,

Hi, die Antwort hilft jetzt nicht unbedingt weiter :) Genaugenommen habe ich so ungefähr sämtliche Online Angebote zu dem Thema abgeklappert und wenn Du willst schicke ich Dir gerne eine Liste aller online holz-verkäufer. VG

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