Frage von bankier,

Wäre der Austritt Deutschlands aus dem Euro die Lösung für die Krisenstaaten?

Der Chefberater v. Schäuble hat nun ja Bedenken geäußert, ob das mit der Eurozone so weitergehen kann. In diesem Zusammenhang hab ich gelesen, daß es für die Südländer besser wäre, Deutschland würde die Währungsunion verlassen, um deren wirtschaftl. Erholung zu erreichen. Wäre das tatsächlich eine Möglichkeit -und ging das in der Praxis so einfach?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59,

und ging das in der Praxis so einfach?

Klar, wir bauen eine Mauer, diesmal um ganz Deutschland, führen den Alu-Chip wieder ein, fahren nur noch Trabant und essen Broiler mit Rotkohl und Sättigungsbeilage. Internet wird abgeschafft, Importe sind verboten und statt am 3.10 vergnügen wir uns am 1.Mai. Dann können wir auch ohne Euro leben.

Antwort
von gandalf94305,

Zwei Antworten:

Nummer 1: Wenn ein Minister X der Meinung Y ist, aber im Wahlkampf auch das Gegenteil von Y vertreten muß, dann läßt er dies durch einen entsprechend hochwertigen Mitarbeiter Z verlautbaren... es reicht schon, daß man Überlegungen artikuliert. Die Meinung Y wird von X weiter vertreten und Die Meinung von Z wird durch X dementiert. Da es jedoch ein hochrangiger Mitarbeiter Z war, der gegen Y ist, geht man davon aus, daß die Gegner von Y auch noch mit X nach der Wahl eine Chance haben. Schon können sowohl die Befürworter, als auch die Gegner von Y bei der nächsten Wahl X wählen :-)

Nummer 2: ein Austritt hätte für Deutschland negative Folgen. Deutschland ist durch die anderen, schwächeren Länder ein Hauptprofiteur vom schwachen EUR. Während der Binnenmarkt für die Arbeitskräfte sorgt, kann man die eigenen, hochwertigen Produkte im Ausland günstiger verkaufen, als wenn wir in DEM notieren müßten. Deutschland hat also überhaupt kein Interesse an einem Austritt. Je schwächer der EUR, desto besser die Bilanz. Es werden zwar auch die Rohstoffe dadurch teurer, was zu Inflation führen kann, aber die Exporte können dann umso profitabler verkauft werden. Daher nimmt Deutschland ja auch Steuergelder in die Hand, um andere Staaten zu retten. Das Gebilde des EUR-Raums und die EU an sich ist höchst positiv für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Polen hat übrigens einen ähnlichen Effekt seit ein paar Jahren, wenn auch etwas geringer.

Würde Deutschland die Währungsunion verlassen, würden viele deutsche Produkte für die restlichen, schwächeren EU-Staaten sehr teuer. Man geht von einer Aufwertung der DEM gegen den Rest-EUR von 30-50% aus. Langfristig könnte dies sogar noch deutlich mehr werden, wenn nämlich die Lage in Deutschland noch besser wird, während sie sich in der restlichen EU verschlechtert.

Was die Praxis anbelangt: kein Vertrag ist unkündbar und unauflösbar. Irgendwelche Optionen gibt es immer. Ob man die wirklich in Betracht ziehen will, wage ich zu bezweifeln.

Antwort
von SBerater,

schön, dass der Chefberater Schäubles dieses Thema wieder auswärmt. Das hatten wir die letzten Jahre immer wieder. Und die Presse ist voll damit.

Hier nur 1 Artikel dazu http://www.focus.de/politik/deutschland/top-oekonomen-warnen-vor-anti-euro-parte...

Antwort
von EnnoBecker,

v.

Abk., d. 1 Bchtsb. spar., fi. i kl.!

Am besten testest du das mal aus, indem du selbst mit dem Austritt aus dem Euro beginnst.

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