Frage von Kermitfrog, 3

Wäre bei einem Grexit der Euro sofort "weniger wert"?

Ja, ich weiss die Frage ist (zumindest noch) rein hypothetisch, trotzdem treibt sie mich um. Vielleicht sind ja hier einige Finanzexperten die dazu eine Einschätzung abgeben möchten. Im Falle eines Grexit, bzw. im Falle dass GR die Drachme oder eine andere Übergangswährung einführt, würde dies auch unmittelbar den € schwächen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Finanzschlumpf, 2

Wenn man mal die Frage, wie sich der "echte" Wert des Euro bestimmt kann ich mir nicht vorstellen, dass ein einfacher Austritt Griechenlands diesen "Wert" in irgendeiner Weise verändert.

Einen anderen ( u.U. niedrigeren, aber auch höheren ) Marktwert kann die Spekulation mit wie auch ohne Grexit jederzeit "hinspekulieren".

Kommentar von Kermitfrog ,

Danke für die Antwort. Vielleicht darf ich nochmal nachhaken: wie bestimmt sich denn der "echte" Wert des Euros? Bzw. Was ist mit dem echten Wert gemeint?

Kommentar von Finanzschlumpf ,

oops , sehe jetzt erst, da fehtl ja was.

Die Frage ist ja, wie bestimme ich den echten Wert einer Währung. Diese Frage, für mich eigentlich nicht einfach beantwortbar ausgeklammert ( die letzten Worte fehlen ja leider in meiner Antwort , Satzbau = 6 ! ), glaube ich nicht, dass sich dieser Wert in irgendeiner Weise zwingend verändern würde ( und wenn dann nur über die zwangläufigen Verluste aus den Abschreibungen, wobei das auch immer eine Frage der Art und Weise des Grexit ist ).

Im Grunde, dabei bleibe ich, ist jeder Wechselkurs reine Spekulation.

Kommentar von Kermitfrog ,

Auch etwas spät, aber ich danke Dir. Es ist ja nun heisser als je zuvor dieses Thema. Man darf gespannt sein...

Antwort
von wfwbinder, 1

Das Problem ist, dass diese Szenarien eindeutig umstritten sind.

Die Grexit befürworter sind fest der Ansicht: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Gut möglich, dass ein Ausstieg der Griechen sofort zu einem Kurssprung nach oben führen wird.

Ebenso aber auch möglich, das es zu einer Schwächung führt, weil ja alle Euroforderungen an Griechenland sofort einen Wert von Null haben, weil Griechenland nicht wird zahlen können.

Was mich am meisten ärgert, schon die jetzige Verunsicherung wird Spekulanten wieder, wie schon bei Beginn der Krise fette Gewinne bringen.

Das nun, im Gegensatz zu früher, die Eurogruppe in der Lage ist, einen Grexit zu überstehen, bedeutet ja nur, dass die Banken nicht mehr so viele Papiere im Bestand haben, dass Bankenpleiten zu befürchten sind.

Keine Kunst, die Papiere liegen bei EZB, IWF usw. Was aber nur bedeutet, dass dann die Steuerzahler zahlen müssen.

Bisher her wurden nämlich fast nur Garantien übernommen. Die werden dann aber fällig.

Daher weiter meine Ansicht, auf 30-50 Jahre stunden, löst keinen Schaden aus.

Kommentar von Kermitfrog ,

Vielen Dank für Ihre Einschätzung!

Antwort
von gandalf94305, 1

Warum das denn?

Zunächst mal wäre eine Klarheit geschaffen, d.h. das ist positiv.

Dann wäre ein schwaches Mitglied aus dem Euro-Verbund ausgetreten, d.h. eine Haftung der übrigen Mitglieder bzw. Kosten irgendwelcher Art werden damit für die Zukunft ausgeschlossen. Das ist auch positiv.

Das Volumen der ggf. ausfallenden Bonds Griechenlands ist überschaubar und wird zu vertragen sein. Ich gehe daher davon aus, daß der EUR vielleicht - gesteuert durch ein paar irrwitzige Hedgefonds und vor allem US-Institutionelle - heftig hopsen wird = man wird erhöhte Volatilität sein, aber letztendlich ist die EUR-Zone ein großer, in sich ruhender Binnenmarkt, der dann eine Aufwertung des EUR sehen kann.

Das wiederum dürfte sich etwas negativ auf den Aktienmarkt auswirken, denn vor allem die Exportindustrie wird das nicht freuen. Andererseits wird man weiterhin Agrarprodukte aus Griechenland beziehen, d.h. die Inflation könnte wieder für Verbraucher in der EUR-Zone zurückgehen.

Bei der Gelegenheit sollten wir dann auch noch Bremen abspalten und den Goldtaler einführen.

Kommentar von Kermitfrog ,

Danke ebenfalls für die Antwort! 

Antwort
von billy, 1

Das glaube ich nicht, eher wird er sich stabilisieren oder steigen. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, ich nenne es mal eine positive und eine negative. Weshalb ich das eher positiv sehe? Das Fass mit offenem Boden in das schon hunderte Milliarden versenkt wurden ist schon wieder oder immer noch auf dem Stand von 2010. Das Land verschont seine Superreichen mit Steuern, leistet sich trotz aller Not eine der teuersten und ineffektivsten Verwaltung, stellt neue Staatsbedienstete ein, will für seine Alimentierung durch die EU keine Reformen akzeptieren, Renten und Pensionen sollen unangetastet bleiben und, und, und die Liste liesse sich noch fortführen.

Die Schulden die Griechenland niemals leistet kann oder will, müssen von den europäischen Steuerzahlern (den größten Anteil natürlich von den Deutschen) in Generationen aufgebracht werden. 

Kommentar von vulkanismus ,

"Renten und Pensionen sollen unangetastet bleiben " - erzähl das mal denjenigen, deren Alterseinkünfte drastisch gekürzt wurden.

Antwort
von Privatier59, 1

Gute Frage: Einerseits würde das Vertrauen in den Euro sinken, andererseits kommt doch immer gut an, wenn man sich von einem Sanierungsfall getrennt hat. Bleibt vermutlich alles beim alten.

Kommentar von Kermitfrog ,

Danke für die Einschätzung. Sehr ähnlich waren bis dato auch meine Gedanken dazu.

Antwort
von TOPWISSENinfo, 1

Wenn die "Übergangswährung" ihren Wert verliert, sollte es in der Summe den Euro stützen. Dies aber wäre problematisch, weil es die Wirtschaft im Euroraum in der Summe belasten würde. Also zu deiner Frage; der Wert des Euros sollte sich dann verstärken.


[...] Verunglimpfung vom Support gelöscht

Kommentar von gandalf94305 ,

Welche Übergangswährung? UUnd wenn die Wirtschaft belastet wird, verstärkt sich der EUR? Hmm... gegen welche Währung?

[...] Verunglimpfung vom Support gelöscht

Kommentar von TOPWISSENinfo ,

Wenn du keine Antworten willst, warum stellst du dann Fragen? Und gleich drei?? Übergangswährung war in "", also habe es nur vom Fragesteller kopiert, damit der Fragesteller die Antwort besser versteht... Den Rest habe ich mal grob zusammengefasst. Natürlich kann man es vorher nicht zu 100% genau sagen. Es kommt darauf an wie die Umrechnungen organisiert werden. Also auf Details kommt es an, die wir momentan nicht kennen...

Kommentar von gandalf94305 ,

Es kommt also auf Details an, die wir momentan nicht kennen. Dennoch hast Du aus diesem Informationsmangel eine klare Aussage bezüglich der Auf- oder Abwertung des EUR daraus abgeleitet.  Interessant.

Kommentar von TOPWISSENinfo ,

Habe einfach das für mich wahrscheinlichste Scenario genommen. Z.B. Griechenland könnte mit eigener Währung seine Schulden weginflationieren. Die EUR-Gläubiger müssten dann währungsbedingt ggf. Abschreibungen vornehmen, was die Geldmenge ggf. zurückfährt, wodurch der Euro sich gegenüber anderen Währungen etwas verteuern könnte. Was sich wiederum negativ auf die Exporte auswirkt und die Wirtschaft etwas belasten könnte. Zuletzt war die Geldmenge in den USA zurückgegangen, was eines der Gründe war für den Rückgang des EUR gegenüber USD. Davor lagen wir schon mal bei 1,50. == PS: Auch hier habe ich meine Aussage sehr kurz gehalten :)

Kommentar von vulkanismus ,

Keine Bange - dazu sage ich nichts. Ich verstehe davon nämlich nichts - Du offensichtlich schon - alle Achtung

Kommentar von Kermitfrog ,

Danke TOPWissen für die Einschätzung

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