Frage von remans, 27

Währungsrisiko als Privatanleger hedgen

Hallo, welche Möglichkeiten gibt es das Währungsrisiko als Privatanleger sinnvoll zu hedgen - mit 6 - 24 Monaten Laufzeit?

Welche Währungspaare sind im Rahmen der "Euro/Griechenlandkrise" sinnvoll? Welche anderen Maßnahmen würde man empfehlen können.

Abgesehen von Rohstoff-investments (incl. Gold).

Vielen Dank vorab

R.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Aktienfonds, 26

Diese Frage verstehe ich nicht.

Wenn Du ein Wechselkursrisiko zu einer bestimmten Währung per Hedging absichern willst, hast Du EUR und diese Währung. Also stellt sich keine Frage nach den Währungspaaren.

Wenn Du über ein Währungsrisiko im EUR-Raum sprichst, dann gibt es das nicht, denn der Austritt Griechenlands könnte ja eher positiv bewertet werden, d.h. EUR gegen USD wird steigen. Das Risiko wäre also das eines fallenden USD. Und damit sind wir wieder bei den bekannten Währungspaaren.

Vielleicht stellst Du mal klar dar, was Du genau vor hast. Ist es wirklich ein Hedging (gegen ein Risiko) oder willst Du eine einseitige Spekulation auf einen bestimmten Effekt unternehmen?

Letzteres scheint mir der Fall zu sein. Dafür ist es jetzt etwas spät.

Kommentar von LittleArrow ,

Gut gesehen und überlegt. DH!

Kommentar von remans ,

Vielen Dank für deine schnelle Antwort und das ist tatsächlich eine sehr gute Frage!

Ich halte Positionen mit einem USD-Währungsrisiko, welches ich allerdings nicht vorhatte abzusichern, demnach ist hedging wohl der falsche Begriff gewesen.

Es geht um eine Spekulation.

Auf lange Sicht sehe ich den EUR/USD schlimmstenfalls bei einer Parität (ebenso wie EUR/CHF) wenn nicht darüber.

Mir geht es hierbei lediglich um eine Worst Case Szenario-Absicherung, um Falle eines Euro-Zusammenbruches...

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich seit langem im Markt agiere und nun vor einer Situation stehe in der ich das erste Mal keine Idee habe wie die Situation zu werten ist. Realistisch betrachtet würde ich sagen, dass egal was mit Griechenland und sonstigen Peripherieländern passiert der Euro nicht mehr viel weiter fallen sollte - CH und USA sollten dies nicht zulassen können.

Situation ist die, dass ich aktuell auf einem rießigen Haufen Cash (€) sitze und mein Portfolio größtenteils zurückgefahren habe.

Ich möchte lediglich den Wert dieser großen Cashposition absichern / stabil halten. Ich habe keine Idee wie ich soetwas machen könnte.

Vielen Dank vorab!

Kommentar von gandalf94305 ,

Deutschland ist der größte Markt in der EUR-Zone, d.h. sollte Griechenland aus der EUR-Zone austreten, wird das den EUR gegen andere Währungen aufwerten. Also wäre das Beste, was Du in diesem Fall halten kannst, eine Position in EUR :-) Die USD-Position könnte man mit einem Optionsschein auf EURUSD absichern. Da die Volatiliät zunehmen wird, profitieren auch die Optionsscheine.

Rechnest Du damit, daß die EUR-Zone unter dem Austritt des ungemein wichtigen und riesigen Marktes "Griechenland" leiden wird, dann wird der EUR gegen den USD abwerten. Das wäre für die USD-Position gut. Da Du aber im EUR-Raum lebst und arbeitest, wird sich eine USD-Aufwertung wenig auf die EUR-Position auswirken. Also auch alles gut.

Wenn Du glaubst, daß dadurch die Bundesanleihen attraktiver werden, könnte man long auf den REX gehen. Der könnte ja glatt noch über das theoretische Maximum 160 springen :-)

Eigentlich kannst Du daher nur für eine Absicherung per Put von Abwertungen des USD und einer erhöhten Volatilität profitieren. Im Grunde ist aber Griechenland doch mittelfristig ziemlich egal, oder? ;-)

<Meine-Meinung> Kaufe Positionen aus Russland, Südkorea, Türkei und ein paar gute Dividendenwerte. Mit anderen Worten: wenn die Unsicherheit aus den Märkten heraus wäre, würde ein verstärkter Andrang auf unterbewertete Positionen beginnen. </Meine-Meinung>

Antwort
von Finanzschlumpf, 21

Jetzt wo ich deinen Kommentar gelesen habe, versteh ich die - ursprünglich etwas unglücklich gestellte Frage - etwas besser.

Zunächst gilt, dass dies eigentlich die genau richtige Denke ist. Die normalen kleinen Verluste aus den Krisen ignorieren bzw. aushalten, aber den sehr unwahrscheinlichen, aber Auswirkungsreichen Fall ( siehe "Schwarzer Schwan" ) versuchen abzusichern.

Es bleibt eben nur die Frage, was der Schwarze Schwan ist.

"Zusammenbruch des Euro" ist so ne Leere Phrase, die ist definitv nicht tierischen Urspungs. Sprich : solange man nicht weiß, was das "Großrisiko" ist, kann man es auch unmöglich abhedgen. Klar, so massiv wie gegen den Euro spekuliert wird habe ich auch brutale Angst, dass es tatsächlich irgendwo eine Klausel gibt, dass, wenn der Euro abgeschafft wird, alle Euroschulden verfallen.... aber um das abzuhedgen ( durch völlig absurde Kreditaufnahmen ) wäre ich mir in dem Punkt sicher.

Ansonsten kommt es immer zur Ausgangsfrage zurück. Was glaube ich, was konkret "schlimmes" passieren kann - im Detail. Dann kann ich sichern.

By the way machst Du im Moment ja das Gegenteil. Das normale leichtrisikogedöns hedged Du ab mit dem Dollarkonto und gehst dafür ein unkallkulierbares Riskiko ein...... eigentlich unlogisch.

Kommentar von remans ,

Sorry aber ich verstehe nicht wovon du redest?

Wer sagt was von einem Dollar-Konto? Welches leichtrisikogedöns hedge ich den ab?!? Was genau findest du unlogisch?

Kommentar von Finanzschlumpf ,

Das entnahm ich deinem Kommentar auf gandalf.

Dort schreibst Du, Du hättest ein ungehedtes USD-Konto. Also ein Währungsrisiko, dass sowohl ein wenig bei leichtem weiteren Brodeln profitiert als auch beim "Worst-Case" ( auch deine Worte ). Allerdings auch mit großem Risiko, falls es doch alles gut ausgeht.

Und ich meinte, dass es durchaus sinnvoll ist. von den möglichen Szenarien ( wer glaubt, es kann nur dieses eine Szenario geben hat in den meisten Fällen eh schon verloren ) diejenigen mit den kleinen Auswirkungen eher zu vernachläsigen, und sich auf die mit den großen, gewaltigen Auswirkungen ( aber auch dementpsrechend selten und unwahrscheinlich ) zu konzentrieren.

Wenn es dir darum garnicht geht, sondern einfach darum, gegen den Euro zu zocken, dann gibt es gut sichtbar so viele Möglichkeiten ( einschl. deines Dollarkontos ) dies zu tun.

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