Frage von Putzfee,

Vorteil Anlage in Fondspolice gegenüber Direktanlage in Fonds?

Worin liegt derVorteil einer Geldnlage in eine Findspolice gegenüber der Direktinvestition in Fonds. Gibt es Vorteile/Nachteile? Danke!

Antwort
von Rat2010,

Die beiden anlagen haben erst mal wenig miteinander zu tun. Eine Fondspolice ist eine Police, also eine Versicherung auf den Todes- oder den Langlebefall desjenigen, der versichert ist. Erst wenn man diese Versicherung rausrechnet, könnte man zu den Vor- und Nachteilen übergehen.

Fondspolicen haben auch nach den Kosten der Versicherung höhere Abschlusskosten und höhere Verwaltungskosten. Es kommen ja zu den (Verwaltungs)Kosten des Fonds noch die Kosten, welche die Versicherung hat hinzu. Schon die Abschlusskosten sind fast immer beträchtlich.

Dazu kommt man an das Geld in Fonds immer. Auch wenn das Leben mal ganz anders spielt wie geplant, was häufig vorkommt. Was bringen einem die Beiträge zur Rentenversicherung, wenn man mit 55 von einer Dampfwalze überfahren, was die zur Lebensversicherung, wenn man bis 65 von keiner Dampfwalze überfahren wird? Wenn der Versicherungsfall eintritt merken die Hinterbliebenen, dass es doch besser gewesen wäre, den Todesfall des Familienernährers richtig abzusichern.

Der gegen die doch beträchtlichen Kosten und der geringeren Rendite gehende Vorteil ist, dass die Versicherung bei der Auszahlung zum halben persönlichen Grenzsteuersatz besteuert wird. Gut, wenn man dann nichts oder sogar negativ verdient. Allerdings fällt dann bei einer Auszahlung aus einer Direktanlage auch keine Abgeltungssteuer an. Die laufenden Einkünfte aus Fonds (bei einer Direktanlage) führen nur dann zu einer Ausschöpfung der Freibeträge, wenn man entweder sehr viel anlegt oder Gewinne realisiert, die man dann aber später nicht mehr versteuern muss.

Ernst zu nehmende Vorteile hat eien Fondspolice für Menschen, die es ohne den erhobenen Zeigefinger der Stornokosten ncht schaffen, Geld anzusammeln!!! Nicht die Leute die ich kenne aber soll es geben. Ebenso ist es für manche Direktanleger gar nicht so einfach, nicht nur einmal im Jahr einen Auszug zu bekommen. Egal ob das Vermögen steigt oder fällt. Dass Direktanleger häufig auf sich selbst gestellt sind, ist sicherlich ein nicht zu unterschätzendes Thema (nur: warumsind sie so blöde???).

Nicht ganz unbedeutend ist aber der Vorteil der Fondspolice für den Vertrieb. Er bekommt - wie von diesem Vertrieb gewöhnt - seine Provision gezillmert, also tausend, manchmal auch ein paar tausend Euro nach Abschluss Cash Kralle und hat nicht das Thema, dass es das ganze - wie bei Direktanlagen - auch in besserer Beratung für viel weniger Ausgabeaufschlag gibt. Ich denke, dass das der Hauptgund ist, aus dem das Produkt beliebt ist.

Kommentar von Niklaus ,

Die beiden anlagen haben erst mal wenig miteinander zu tun.

Ganz so ist es leider nicht. Beide Produkte gehören in Schicht drei der Altersvorsorge.

Kommentar von LittleArrow ,

Ich schätze diese Antwort sehr (bis auf kleines Detail), da sie umfangreich auf die Probleme beider Anlageformen eingeht. DH!

Wenn der Versicherungsfall eintritt merken die Hinterbliebenen, dass es doch besser gewesen wäre, den Todesfall des Familienernährers richtig abzusichern.

Hier wird mir nicht klar, was damit gemeint ist. Eine Ergänzung wäre für den Leser hilfreich.

nur: warumsind sie so blöde???

Dieses Detail ist sehr störend, da so bestimmte Anleger diffamiert werden (sollen?). Man könnte dies ja auch viel positiver formulieren, um die Direktanleger in ihrer Vorgehensweise zu bestärken und zu helfen, etwaige Defizite abzubauen. Dankenswerterweise verzichtest Du auf die Verweisung an "den Berater", die sich hier häufig ins Spiel bringen wollen.

Kommentar von Rat2010 ,

Zu deiner ersten Nachfrage:

Viele, die eine Risikolebensversicherung z. B. über 400.000 € bräuchten, haben (oder genauer: hatten, denn die Branche wird nach und nach besser) am Ende der Beratung keine. Dafür eine Kapitallebensversicherung. Damit kriegt man am Ende zwar das eingezahlte Geld zurück, nur geht der Sparbeitrag halt vom Schutz ab. Der liegt dann oft nur bei 100.000 oder 150.000 €, weil das Ziel (Abzahlung des Hauses, Ausbildung der Kinder wenn der Familienernährer stirbt) aus dem Auge verloren hat. Schlecht, wenn der Ernährer stirbt! Der Grund: Kapitallebensversicherungen werden üblicherweise gezillmert, Risikolebensversicherungen nicht.

Zur zweiten Anmerkung:

Versicherungskunden werden großteils betreut. Das gilt auch bei Fondspolicen, sonst kommt der Anleger nämlich eher selten darauf, sich eine Police statt eines Fonds zu kaufen. Dass es das selbe, nämlich eine persönliche Beratung und Betreuung auch bei Fonds gibt, ist sicher den wenigsten bewusst und für viele ein Argument für die Police!!!

Was ich da zum Nachteil des selber machens schreibe, dürfte die Erfahrung vieler sein, die sich etwas Wissen angeeignet haben und es selbst machen. Die Erfahrungen sind nicht immer positiv. Speziell der Kunde einer Police, der sich üblicherweise gar nicht auskennt, braucht etwas Hilfe. Wer selbst schon Profi ist, wird oft (aber auch nicht immer) keine Hilfe brauchen. Da hin zu kommen ist aber nicht einfach, weil nicht alle Gefühle und Herdentrieb ausschalten können.

Anmerkung: Bis vor fünf Jahren kamen fast alle Kunden von Direktbanken. Ich weiss also, wovon ich schreibe.

zweite Anmerkung: Wenn du dir die Kundenfavoriten z. B. bei der comdirect (Einmalanlagen) anschaust, kommt auf Rang 5 der erste mit nur 50 % Rabatt. Man steuert die Kunden dadurch nicht anders wie die Sparkasse am Schalter. Generell 100 % Rabatt führt dagegen dazu, dass man sich bei der Auswahl auf das wesentliche beschränken kann.

Antwort
von heinerbumm,

Den größten Vorteil haben die Verkäufer, weil die Provisionen auch für noch nicht gezahlte Prämien schon am Anfang fließen. Außerdem dürfen vile Vermittler keine Kapitalanlagen verkaufen, Versicherungen aber schon (ist in der GewO so geregelt). Für Kunden besteht der Vorteil, dass erstens die Steuern im Zeitpunkt der Auszahlung anfällt, bis dahin also noch Zinsen und Kursgewinne anfallen, währen bei Fonds die Steuer jährlich geschuldet wird. Der zweite Punkt ist der fümstigere Steuersatz, wenn die Auszahlung mind. 12 Jahre nach Abschluss erfolgt ist un man mind. 62 Jahre alt ist. Allerdings ist der Vorteil mit den Nachteilen erhöhter Kosten verbunden. Da die Abschlusskosten auf die ersten 5 Jahre verteilt werden, ist zu Beginn wenig Geld im Vertrag, dass Rendite erwirtschaftet. Außerdem sind die Kosten höher. Die Verwaltungskosten des Fonds sind immer gleich, egal ob Direktanlage oder Fonspolice. Anstatt der Ausgabeaufschläge (je nach Fonds meist zwischen 0 und 5,75% je nach Fonds) berechnet ein Versicherer i. d. R 4% Abschlusskosten und 2% Kosten für die laufende Verwaltung, das sind insgesamt 6%. Hinzu kommen noch je nach Gesellschaft, Inkassokosten, Stückkosten, Risikoprämie für die Todesfallleistung etc.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds,

Bei einer Fondspolice erfolgt die Besteuerung nachgelagert und nicht jährlich. Bei einer Direktinvestition in Fonds muss der Anleger Erträge und ausschüttungsgleiche Erträge jeweils jährlich versteuern.

Es gibt allerdings auch Produkte, die als Fonds nur Kursgewinne erwirtschaften, d.h. jedes Jahr einen ausschüttungsgleichen/ausgeschütteten Ertrag von Null ausweisen. Diese erreichen den gleichen nachgelagerten Besteuerungseffekt.

Die Nachlagerung ist aus zwei Gründen positiv:

  • Hat man zum Zeitpunkt der Besteuerung einen persönlichen Steuersatz von unter 25%, wird nicht die volle Abgeltungssteuer abgezogen.

  • Die Erträge bleiben im Fonds, d.h. es stellt sich ein Zinseszinseffekt ein.

Nachteile der Policen sind die Kosten für Abschluß, Verwaltung etc., die den Vorteil deutlich auffressen können.

Kommentar von LittleArrow ,

Verwaltung etc.

Ich hatte jetzt erwartet, dass die Fondspolice auch immer noch ein kostenträchtiges Versicherungsprodukt (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Lebensversicherung#Fondsgebundene_Versicherung )enthält, das in erheblichem Umfang die Rendite mindert. Der Bruttogewinn der Fondspolice ist also bei identischem Fondsinhalt nicht gleich mit dem des Fondsparplans.

Die nachgelagerte Besteuerung des Fondspolicengewinnes erfolgt nicht zum Abgeltungsteuersatz, sondern zur Hälfte mit dem persönlichen Grenzsteuersatz.

Kommentar von Niklaus ,

Bei Auszahlung als Rente nur Besteuerung nach dem Ertragswert. Versicherung bietet auf Wunsch eine lebenslange Rente. Das kann leider kein Fonds bieten.

Kommentar von gandalf94305 ,

Ihr habt ja recht. Ich hätte vielleicht deutlicher den Absatz zur nachgelagerten Besteuerung auf die Fondsprodukte beziehen sollen.

Antwort
von leuschner44577,

Gehen wir mal von einer FoPo als Rentenversicherung aus, lassen also die LV aussen vor.

Zunächst besteht der wesentliche Unterschied darin, dass für FoPo während der Ansparphase keine Steuern anfallen. Dies wäre der Fall bei Anlage in freie Fonds für Zwischengewinne, Ausschüttungen und ggf. bei Umschichtungen. Realisiert man am Ende der Ansparphase des Fondssparplans, um z. B. eine Rentenversicherung zu starten, würde ebenfalls Steuer fällig.

Dagegen steht die Kostenbelastung durch den Versicherungsmantel. Dies wären die Abschluss- und Vertriebskosten, die Verwaltungskosten, Stückkosten sowie Kosten der Kapitalanlage auf Versichererebene.

Legt man als Geldanlage die gleichen Fonds zu Grunde, wären das die Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt.

Antwort
von GAFIB,

Aus meiner Sicht ist entscheidend die persönliche "Struktur" des/der Anlegers-in.

Wer generell diszipliniert mit Geld umgeht und nicht in Versuchung gerät, "freies" Geld zu verjubeln, der kann sich eine freie Anlage in Fonds eher leisten und dürfte bei guter Beratung/Anlage auch eine höhere Rendite erzielen. Das setzt aber regelmäßiges eigenes "Kümmern" um eine gute (und kostengünstige!) Fondsanlage voraus.

Es entfallen nämlich die erheblichen Kosten des Versicherungsmantels und der Abschlusskosten (ca. 20-30% der erwarteten Fonds-Rendite) und man ist flexibler in der Fondsanlage. Die korrekt zitierten steuerlichen Vorteile der geringen Ertragsanteilbesteuerung kann man sich ggf. immer noch sichern durch eine Sofortrente gegen Einmalbeitrag zu Rentenbeginn, wenn man in der Rentenphase auf eine zusätzliche lebenslange Absicherung Wert legt.

Kommentar von Niklaus ,

Die korrekt zitierten steuerlichen Vorteile der geringen Ertragsanteilbesteuerung kann man sich ggf. immer noch sichern durch eine Sofortrente gegen Einmalbeitrag zu Rentenbeginn, wenn man in der Rentenphase auf eine zusätzliche lebenslange Absicherung Wert legt.

Dann verkauft er sein Fondsanteile und von dem Kapital ein Sofortrente.

Steuerlich gesehen eine Doppelbesteuerung. Erst Abgeltungssteuer, Kirchensteuer und Soli, auf die Kursgewinne und dann Ertragsanteilsbesteuerung auf die Rentenzahlung der Sofortrente.

Kommentar von GAFIB ,

Nein, ganz falsch, das hat mit Doppelbesteuerung gar nichts zu tun. Wenn die freie Fondsanlage das richtige Instrument für den Anleger ist (und das entscheidet sich nicht pimär an den Steuern!), dann sollte diese gemacht werden, weil sie zu deutlich besserer Rentabilität - und damit bei Rentenbeginn zu einem viel größeren Kapital - führen dürfte. Bei Renteneintritt kann man dann frei entscheiden, ob weiterhin rentablere freie Fondsanlage oder eine Sofortrente. Vorrang muss das Versorgungsziel haben, die Steuersituation ist nur ein Teilaspekt.

Kommentar von Niklaus ,

Dann versuche ich mich eben noch mal anders auszudrücken. Ich gehe hier übrigens von einer fondsgebundenen Rente aus.

Der Kunde spart in einen Fondssparplan. Zum Rentenbeginn verkauft er die Anteile und muss dafür Abgeltungssteuer, Soli und Kirchensteuer zahlen. Das dürfte doch unstrittig sein -oder?

Nach deinem Vorschlag schließt er mit dem ausgezahlten Kapital eine Sofortrentenversicherung ab. Die lebenslange monatliche Rente wird doch nach dem Ertragsanteilsverfahren versteuert. Das dürfte auch noch unstrittig sein - oder?

Somit zahlt er für das gleiche Ziel zweimal Steuern. Der Anleger hätte doch mit dem Fondsguthaben einen Auszahlungsplan machen können und würde dann jeweils bei Verkauf von Anteilen nur Abgeltungssteuer , Soli und KiSt. zahlen. Richtig? Er würde damit auch noch die Abschluss- und Verwaltungskosten für die Fondspolice sparen.

Kommentar von LittleArrow ,

Steuerlich gesehen eine Doppelbesteuerung

Mir erscheint diese Aussage eine Nebelbombe zu sein; sie erfolgt entweder aus Unkenntnis oder - mit bösgläubiger Unterstellung, da dies ein fachlich versierter "Berater" eigentlich besser wissen müßte - um lediglich Verwirrung oder Verunsicherung zu stiften.

Die Steuern fallen in völlig verschiedenen Zeitphasen an, nämlich vorher während der Fondssparphase und nachher während der Rentenphase. Dies hast Du auch so geschrieben, wobei allerdings die Besteuerungsmasse während der Sparphase wegen der fehlenden Dividenten, Zinsen etc. unvollständig ist.

Es wird keinesfalls zu einem Zeitpunkt doppelt besteuert, weder Kursgewinne noch Erträge.

Hier zum Nachlesen der Doppelbesteuerung: http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbesteuerung

Kommentar von Niklaus ,

Siehe mein Kommentar zu GAFIBs Antwort. Vielleicht ist Doppelbsteuerung nicht das richtige Termini.

Kommentar von LittleArrow ,

Sehe ich auch so. Ich hege auch Zweifel, ob das Ruhekissen mit der Fondsanlage durch die Versicherung zu einer guten bis überdurchschnittlichen Rendite führt. Der Fondsmanager (und die Versicherung) hat schließlich den Lebensversicherungskunden quasi lebenslang an der Angel. Und will sich der Kunde durch Vertragsauflösung davon befreien, wird er nochmal richtig gewürgt.

Wie wenig sinnvoll Kapitallebensversicherungen mit dem erwirtschafteten Vermögen ihrer Knden umgehen, konnte man kürzlich im Fernsehen bei "Hart aber fair" sehen und hören, als in der Eingangsmoderation beschrieben wurde, dass die Jahresmeldung über das aufgelaufene Versicherungsguthaben an eine Kundin gegenüber dem Vorjahr um mehrere Tausend Euro gesunken war. Offenbar versäumten die Assetmanager, die Kursgewinne bei älteren Anleihen (aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus) zu realisieren und warteten lieber auf die Nominalwerteinlösung. Leider wurde das Phänomen dieses sinkenden Versicherungsguthabens in der Sendung weder erklärt noch vom Vertreter des GDV aufgeklärt.

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